Festival

So war es bei „Tanzt.jetzt“ in Lüttringhausen

Die Tanzperformances lockten viele Besucher nach Lüttringhausen.
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Die Tanzperformances lockten viele Besucher nach Lüttringhausen.

90 Minuten lang verwandelte sich Lüttringhausen in diesem Jahr wieder in eine große Bühne.

Von Peter Klohs

Remscheid. Das erste „Tanzt.jetzt“-Festival in Lüttringhausen fand im Jahr 2020 statt. Wie heute wurde es von der Tänzerin Joy Kammin geplant und durchgeführt. Wie heute treffen sich einmal im Jahr ausgewählte Tänzerinnen und Tänzer im beschaulichen Remscheider Stadtteil, um in minutiöser Arbeit die Performance-Route durch das Dorf inklusive der an den ausgewählten Orten gezeigten Tänze festzulegen. Dabei werden sie hier und da von Gastperformern unterstützt. Joy Kammin ist nach wie vor die künstlerische Leiterin des Ensembles. Am Wochenende fand tanzt.jetzt zum dritten Mal statt.

Ein gewichtiger Fakt unterschied die Vorführungen von zeitgenössischem Tanz zu denen der Vorjahre: Das Ensemble hatte viel mehr Zeit zur Vorbereitung des Events. Das wirkte sich extrem positiv auf die Vorführungen aus, die gleichzeitig konzentrierter und legerer wirkten. Reife Künstler zeigten sich und ihre Möglichkeiten durchaus selbstbewusst und sehr professionell.

Die Route startete am alten Postgebäude in der Richard-Pick-Straße, wo Gasttänzer Jan Möllmer im Hinterhof auf Narumi Saso traf und so sein eigenes Stück „The Man“ präsentierte. Dabei handelte es sich um ein Pas de deux ohne Musik, dafür aber mit pantomimischen Anteilen und abenteuerlichen Verrenkungen des tanzenden Paares. Die rund 30 Gäste der Tanzperformance spendeten kenntnisreich Applaus.

Über die fortschreitende Flut an Informationen ging es im zweiten Programmpunkt im neugestalteten Umfeld des Lüttringhauser Rathauses. Hier kamen die Musiker Celine Kammin und Christos Kalavitis hinzu. Tänzerin Julia Gomez Aviles trug ein Smartphone an einer Angelschnur vor sich her, während ihre Kollegin Astrid Elisabeth Bramming das Brunnenwasser halb liebkoste, halb bekämpfte. Goethes „Der Fischer“ passte gut zu dieser Szenerie. Die Sonnenstrahlen auf dem Wasser schufen spannende Reflektionen zum bewegungsstarken Geschehen. Die Frage, wie der Mensch mit den Herausforderungen des Informationszeitalters umgeht, fand im tänzerisch modern gestalteten Tod einer Tänzerin die ernüchternde Antwort.

In einer kleinen Szene an der Kita Gertenbachstraße wurde gekonnt und zweistimmig Brahms intoniert, während einige Meter weiter auf einer Garage ein Kinderwagen geschoben wurde, ein wahrhaft surrealistisches Bild, selbst im modernen Tanz.

Das zahlenmäßig nicht kleiner gewordene Publikum machte sich neugierig auf den kleinen Fußmarsch zur Ritterstraße, wo auf dem Gelände der Firma Monhof Antriebstechnik ein weiterer Pas de deux aufgeführt wurde, nun jedoch mit Musik von und mit Christos Kalavitis.

Bei der Bandwirkerei Halbach Seidenbänder endete die Performance-Route nach exakt neunzig Minuten. Celine Kammin sang Fauré, durch ein halbgeöffnetes Tor waren drei Beinpaare zu sehen, die zur Musik des norwegischen Jazzmusikers Daniel Herskedal tanzten. Auf der großen Wiese fand sich das komplette Ensemble inklusive Jürgen Kammin an der Tuba zusammen, um ein effektives und stimmungsvolles Finale zu zeigen.

Petra Prahl äußerte sich begeistert über die Tanzperformance. „Ich habe viele herrliche Eindrücke und Bilder gesehen. Und ein großartiges Tanzensemble.“ Kritische Stimmen gab es zu „Tanzt.jetzt“ berechtigterweise nicht.

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