Natürlich nachhaltig

So nachhaltig ist der Remscheider General-Anzeiger - Mit Basteltipps

Für die Zeitung fallen laut einer Studie rund 30 Kilo CO2 jährlich – egal ob sie für zehn Minuten, eine halbe Stunde oder einen halben Tag gelesen wird.
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Für die Zeitung fallen laut einer Studie rund 30 Kilo CO2 jährlich – egal ob sie für zehn Minuten, eine halbe Stunde oder einen halben Tag gelesen wird.
  • VonKatharina Birkenbeul
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Die Tageszeitung besteht fast zu 80 Prozent aus recycelbarem Papier. Was produziert mehr CO2 - der Vater mit der gedruckten Tageszeitung am Frühstückstisch oder der Sohn, der daneben auf dem Smartphone im Internet surft?

Von Katharina Birkenbeul

Remscheid. Bei der Produktion von Zeitungen und Zeitschriften kommt eine ganze Menge an Papier zusammen. 50 Tonnen Papier laufen täglich bei der Rheinischen DruckMedien GmbH über die Druckmaschinen. Dort werden unter anderem der Remscheider General-Anzeiger und das Solinger Tageblatt gedruckt. „Früher waren es sogar 80 Tonnen“, weiß Bernd Twellmeyer von Rheinische DruckMedien. Doch das ist nicht der einzige Unterschied zu Zeitungen heute. „Der Anteil an Zeitungen mit recyceltem Altpapier ist viel höher“ – und schützt so die Umwelt.

So viel C02 erzeugt eine Anfrage bei Google

Viele Menschen lesen Zeitungen, Zeitschriften und Co. heute auch gerne online – manchmal auch aus dem Gedanken heraus, damit Papier zu sparen: Das Abonnement einer Tageszeitung wiegt nach einem Jahr rund 100 Kilogramm Altpapier, weiß Twellmeyer. Die Produktion und Weiterverarbeitung von Papier erzeugt jedoch je nach Situation genauso viel beziehungsweise sogar weniger CO2 wie das Surfen im Internet. Das zeigt eine Studie des Royal Institute of Technology in Stockholm. Allein eine einzige Suchanfrage bei Google benötigt 0,02 Gramm CO2. Laut Statista, einem Portal für Statistik, hat allein Google im Jahr 2019 knapp über 12 Millionen Tonnen Kohlendioxidäquivalente emittiert.

Zeitung ist nachhaltig.

Bernd Twellmeyer, Rheinische DruckMedien GmbH

So viel Kilo C02 fallen jährlich für das Printabonnenment an

Ungefähr 14 Kilogramm CO2 fallen jährlich an, wenn eine Person täglich zehn Minuten die Nachrichten im Internet liest. Bei einer halben Stunde am Tag würden bereits rund 35 Kilo CO2 jährlich anfallen. Für die Zeitung wären es laut Studie rund 30 Kilo CO2 jährlich – egal ob sie für zehn Minuten, eine halbe Stunde oder einen halben Tag gelesen wird. Zudem hat die gedruckte Zeitung den Vorteil, dass sie strukturierten Überblick über das aktuelle Geschehen liefert und eine gewohnte Haptik bietet.

Alle Folgen der Serie finden Sie hier

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Vor rund 30 Jahren bestanden Zeitungen bereits zu 40 Prozent aus Altpapier, sagt Twellmeyer. Von da an wurde es immer mehr, derzeit besteht eine Zeitung zu fast 80 Prozent aus Altpapier. Laut dem Verband Die Papierindustrie ist Deutschland mit diesem Wert internationaler Spitzenreiter. „Eine Zeitung aus 100 Prozent Altpapier geht allerdings nicht, weil sonst die Papierfasern zu kurz werden. Deshalb kann Papier auch nur sieben Mal recycelt werden.“ Sonst gebe es einen Qualitätsverlust für die Zeitung. Durch das Recyceln wird laut Umweltbundesamt pro Kilogramm Papier weniger Energie verbraucht – nur 2 statt 5 Kilowatt pro Stunde – und weniger Wasser – nur 15 statt 50 Liter – für die Papierherstellung verwendet.

Papierknappheit bedroht Altpapierkreislauf

Gibt es weniger Zeitungen, Magazine und Co. oder lesen weniger Menschen die Zeitung auf Papier, entsteht allerdings ein Defizit an recycelbarem Papier und der Kreislauf wird unterbrochen. „Recycling ist für die Papierindustrie seit jeher systemimmanent“, heißt es vom Verband. Das ist insbesondere während der Pandemie ein Problem geworden: Es wurden unter anderem weniger Prospekte, Flyer und Wochenzeitungen gedruckt, dadurch fehlt eine große Menge an Altpapier und die Papierpreise steigen. Dazu kommen steigende Energiepreise, Holzmangel und unterbrochene Lieferketten. „2019 wurden 17,154 Millionen Tonnen Altpapier zur Herstellung von Papier, Pappe und Kartons genutzt. Altpapier ist damit mengenmäßig der wichtigste Rohstoff für die deutsche Papierindustrie“, heißt es vom Verband. Dabei entstehen Kartons, die für den Online-Versand benötigt werden, ebenfalls aus altem Zeitungspapier.

Das Holz für das ST stammt aus nachhaltiger Forstwirtschaft

Der nachwachsende Rohstoff Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft für das Papier für den RGA und das ST komme meistens aus Skandinavien, der Zellstoff könne aber von überall aus der Welt kommen, denn „wir allein in Deutschland können nicht die Masse an Papier zur Verfügung stellen, die gebraucht wird.“ Bei Zellstoff handelt es sich um eine faserige Masse, die beim chemischen Aufschluss von Pflanzenfasern entsteht. Diese besteht vorwiegend aus Cellulose und ist ein wichtiger Rohstoff bei der Papierherstellung neben Holzschliff. Die Branche betont, dass die Papierindustrie ein großes Interesse daran habe, dass der Rohstoff Holz auch in Zukunft zur Verfügung steht und deshalb für jeden geschlagenen Baum drei bis vier Bäume nachwachsen. Das sei nachhaltig. Auch Twellmeyers Fazit fällt eindeutig aus: „Zeitung ist nachhaltig.“

Dafür eignet sich Zeitungspapier auch noch

Und das nicht nur, weil sie aus recycelten, nachwachsenden und umweltfreundlichen Materialien besteht. Zeitungspapier kann auch für zahlreiche andere Dinge genutzt werden: als Geschenkpapier oder um zerbrechliche Gegenstände zu schützen, für den Biomüll, um Dinge in Form zu halten, um Glasscherben sicher zu entfernen, Grill reinigen, Fenster putzen, als Unterlage beispielsweise zum Basteln, Schuhe trocknen, Zeitungstanz sowie zum Basteln.

Zwei Basteltipps

Wir haben zwei Basteltipps mit Zeitungen ausprobiert.

Körbchen: Wer noch eine Aufbewahrungsmöglichkeit für Schmuck, Decken oder andere Dinge benötigt, kann sich aus alten Zeitungen ein rundes oder eckiges Körbchen basteln. Dafür wird eine ungerade Zahl an Zeitungsröllchen, eine Schere, Kleber und eine Pappe als Untergrund benötigt. Die Zeitungsröllchen werden um die Pappe geklebt und dann an einem Gegenstand wie einem Blumentopf nach oben festgemacht. Dafür bieten sich am besten kleine Klammern an, weil die einzelnen Stränge immer wieder vom Topf entfernt werden müssen. Nun kommen weitere Zeitungsröllchen zum Einsatz, die zwischen den anderen waagerecht gewebt werden. Bedeutet, das Zeitungsröllchen wird immer unter, über, unter, über und so weiter gesteckt und am Ende festgeklebt. So wird weiterverfahren bis das Körbchen groß genug ist. Der Blumentopf wird entnommen. Nun können die oberen Enden abgeschnitten und nach innen geklebt werden. Fertig!

Diese Materialien brauchen wir: alte Zeitungsseiten, ein Kreis aus Pappe, eine Schere und Kleber.
Der erste wichtige Schritt: Die Papierröllchen an der Pappe anbringen . . .
. . . und die Zeitung dann mithilfe eines Gegenstandes nach oben richten und befestigen.
So gelingt das Körbchen aus alten Zeitungen. Unsere Redakteurin bewahrt nun beispielsweise Wollknäuel damit auf.

Eule: Für die Eule brauchen wir jeweils eine Zeitungsseite, die wir an der langen Seite immer wieder gleichmäßig nach innen falten. Der entstandene „Stab“ wird dann von der kurzen Seite aus eng eingerollt. Für den Körper werden ein oder zwei weitere Seiten gefaltet und um die vorab entstandene Rolle gerollt. Für die Augen reicht eine halbe Länge, je nach Größe des Körpers. Die Augen werden auf dem Körper aufgeklebt. Für die Augenbrauen und den Stamm nehmen wir eine übrig gebliebene kurze Zeitungsrolle des Körbchens und drehen diese noch einmal ein. Der Ast wird unterhalb des Körpers angeklebt, für die Augenbrauen wird die Hälfte der Zeitungsrolle in der Mitte der Augen festgeklebt. Fertig!

Kinder freuen sich sicher über diese süße Eule.

Serie

In der Serie „Natürlich nachhaltig“ dreht sich alles um Nachhaltigkeit und Umweltschutz in Solingen und Umgebung in den drei Hauptbereichen Ernährung, Konsum und Mobilität.

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