Aktion

So macht schulische Förderung auch Spaß

Die Lehrkräfte der Daniel-Schürmann-Schule freuen sich – und die Schülerinnen und Schüler offensichtlich erst recht. Am Montag wurden ihnen dutzende Spiele der Aktion „Spielen macht Schule“ übergeben, die sollen nun in den Schulalltag integriert werden. Foto: dd
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Die Lehrkräfte der Daniel-Schürmann-Schule freuen sich – und die Schülerinnen und Schüler offensichtlich erst recht. Am Montag wurden ihnen dutzende Spiele der Aktion „Spielen macht Schule“ übergeben, die sollen nun in den Schulalltag integriert werden.

Die Daniel-Schürmann-Grundschule gewinnt bei „Spielen macht Schule“.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Die Daniel-Schürmann-Schule gehört zu den diesjährigen Gewinnern der Aktion „Spielen macht Schule“. Zusammen mit 200 Schulen in allen 16 Bundesländern erhält die Remscheider Grundschule zahlreiche Spiele, die nun in den schulischen Alltag integriert werden sollen. „Wir freuen uns so sehr“, sagt Schulleiterin Dorothea Danecki. Aus eigenen Mitteln hätte die Schule kaum eine Chance gehabt, so viele Spiele anzuschaffen.

Mehrere Dutzend, von Uno und Phase 10 über Jenga bis Ubongo, kamen diese Tage in Remscheid an. Lohn für ein „originelles und durchdachtes Konzept“, wie der Veranstalter sagt. Auf neun Seiten habe Lehrerin Anke Kruse zusammengestellt, wie die Daniel-Schürmann-Schule die Spiele einsetzen möchte, berichtet Dorothea Danecki. Das überzeugte die Verantwortlichen der Aktion, hinter der die Initiative „Mehr Zeit für Kinder“ und das Ulmer Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen (ZNL) stecken.

Gute Spiele seien eine wichtige Ergänzung zum schulischen Bildungsangebot, sagt ZNL-Gründer Prof. Manfred Spitzer: „Kinder unterscheiden nicht zwischen Lernen und Spielen, sie lernen beim Spiel.“ Schulleiterin Danecki sieht das ähnlich: Spielen sei mehr als ein Zeitvertreib, sagt sie. Je nach Spiel würden dabei Konzentration, Fein- und Grobmotorik, Ausdauer und Merkfähigkeit gefördert. Das Konzept an der Daniel-Schürmann-Schule sehe insbesondere einen Einsatz im Bereich Sprach- und soziale Kompetenz vor, so Danecki: „Ich glaube, oft wird unterschätzt, wie wirksam so etwas ist.“

Außerdem sollen die Brett-, Karten- und Gesellschaftsspiele ein bewusstes Gegenangebot zum übermäßigen Medienkonsum sein, betont die Schulleiterin. Viele Schülerinnen und Schüler verbrächten viel Zeit vor Fernsehen, Computer und Spielekonsole. Die moderne Hirnforschung habe gezeigt, dass passiv über Bildschirm-Medien bezogenes Wissen weniger gut im Gedächtnis abgespeichert werde, heißt es dazu von der Initiative von Prof. Spitzer: „Aktive Erfahrungen, die möglichst viele Sinne ins Spiel bringen, prägen sich besser und nachhaltiger ein.“

Nachdem feststand, dass die Remscheider zu den Gewinnern in diesem Jahr gehören, durfte die Schule ihre Spiele aus einer umfangreichen Vorschlagsliste auswählen. Herausgekommen ist eine bunte Mischung, die ganz unterschiedliche Herausforderungen an die Spieler stellt. Und die vom 1967 erschienen Kartenspiel Skip-Bo bis zur 50 Jahre jüngeren Kugelbahn-Konstruktion Gravitax reicht. Viele der ausgewählten Spiele seien längst Klassiker, sagt Dorothea Danecki: „Aber selbst die bleiben manchen unserer Schüler sonst verwehrt.“

Die Spiele werden in den Klassen regelmäßig eingesetzt

Anders als von „Spielen macht Schule“ eigentlich vorgesehen bekomme ihre Schule allerdings kein eigenes Spielzimmer, sagt die Schulleiterin. „Das lässt unsere räumliche Situation nicht zu.“ Stattdessen sei geplant, die Spiele auf die Klassen zu verteilen – und dort regelmäßig einzusetzen. Zudem sollen sie in Kleingruppen und Arbeitsgemeinschaften zum Einsatz kommen. Am Montag, pünktlich zu Nikolaus, wurden sie offiziell an die Schülerinnen und Schüler übergeben, für den 21. Dezember ist ein erster Projekttag geplant. Bis dahin können die Kinder die Spiele kennenlernen.

Und auch danach sollen sie nicht wieder aus dem Schulalltag verschwinden, eher im Gegenteil. Geplant sei, ab dem zweiten Halbjahr jede Woche eine Doppelstunde zu spielen, sagt Danecki. Die neuen Spiele würden fest in den Alltag der Schule integriert. „Wir müssen fördern, fördern, fördern“, ist die Schulleiterin überzeugt. Und so macht das sogar richtig Spaß.

Hintergrund

Der 2007 mit einem Pilotprojekt in Hessen gestartete Wettbewerb „Spielen macht Schule“ läuft seit 2009 auch in NRW jährlich. Zu gewinnen gibt es Spiele, die zuvor vom Transferzentrum für Neurowissenschaften und Lernen auf ihren pädagogischen Wert geprüft wurden. Gestiftet werden die Spielen von Mitgliedsunternehmen des Deutschen Verbandes der Spielwaren-Industrie. Der Verband mit Sitz in Nürnberg vertritt die Interessen von etwa 230 Unternehmen.

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