Hilfsverein

So geht es 2023 bei Bergisch Land Hand in Hand weiter

Dank einer 15 000-Euro-Spende der Sparkasse, hier Peter Hardeckeck (2. v. r.), konnten Robert (M.) und Petra Köser (r.) ukrainischen Flüchtlingen konkret bei den Wohnungsausstattungen helfen. Hier freut sich Familie Hlytko über eine neue Waschmaschine.
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Dank einer 15 000-Euro-Spende der Sparkasse, hier Peter Hardeckeck (2. v. r.), konnten Robert (M.) und Petra Köser (r.) ukrainischen Flüchtlingen konkret bei den Wohnungsausstattungen helfen. Hier freut sich Familie Hlytko über eine neue Waschmaschine.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Der Hilfsverein Bergisch Land Hand in Hand zieht Bilanz - Die Kösers hoffen, bald ihre neue Anlaufstelle zu eröffnen.

Remscheid. Das Jahr 2022 endete für den Hilfsverein Bergisch Land Hand in Hand mit einer äußerst guten Nachricht: „Am 28. Dezember wurde das erste ukrainische Baby unserer Community geboren“, freut sich die Vereinsvorsitzende Petra Köser. Schließlich hatte sie die werdende Mama, die schwanger aus der Ukraine flüchten musste, tagelang begleitet, sie am ersten Weihnachtstag, als andere bei Gänsebraten und Klößen saßen, ins Sana-Klinikum gefahren, ihr noch eine Internetkarte besorgt, damit sie wenigsten mit dem werdenden Papa kommunizieren konnte - und vor allen Dingen mitgefiebert.

„Ich war so erleichtert, als das Baby um 19.10 Uhr da war. Denn die Mama hat sich tagelang so schwer getan. Sie könnte meine Tochter sein.“ So ist das bei den Kösers, bei Mama Petra und Sohn Robert: Sie helfen mit Leib und Seele, stellen sich selbst hintenan. Das Wort Feierabend kennen sie nicht - das Handy ist eigentlich immer an. Für ihren Einsatz für die Remscheiderinnen und Remscheider wurden die Kösers 2022 mit dem Ehrenamtspreis von RGA, Stadtsparkasse Remscheid und Radio RSG ausgezeichnet.

Der kleine Neu-Remscheider verstärkt nun als drittes Kind die Familie, die mittlerweile in einer städtischen Wohnung lebt. Vorher waren sie im Übergangswohnheim Hölterfeld untergebracht. „Wir arbeiten eng mit Hölterfeld zusammen. Als klar war, dass die Familie in eine Wohnung geht, haben wir übernommen“, erzählt Petra Köser. „Und sie waren so dankbar.“ Denn die ukrainische Familie wusste nicht, dass man sich hier zu einer Geburt anmelden muss. Oder wo sie einen Gynäkologen findet.

Was waren die Erfolge 2022?

Die fünfköpfige Familie ist ein Beispiel von vielen, die der Hilfsverein 2022 begleitet hat. Da sind die Flutopfer im Morsbachtal, die immer noch Material und Manpower benötigen. Da sind die ukrainischen Flüchtlinge, die von den Kösers nicht nur Hilfe im Bürokratiedschungel, Arbeitsaufträge, sondern alles vom Sofa über Spielzeug bis Kaffeemaschine erhalten. Das Sachspendenlager ist gut gefüllt. Allein 30 bis 40 Personen hat der Verein in rund 15 Wohnungen vermittelt. Sogar noch einen Tag vor Weihnachten - ein schönes Geschenk für die vierköpfige ukrainische Familie.

Da ist die Tafel, für die die Kösers eine Spendenaktion ins Leben riefen. Da ist der junge Leistungssportler Vitali aus der Ukraine, dem sie wieder zum Kanu-Training verhalfen. Da ist die alleinerziehende Mama, die sie mit einer Kinderzimmerausstattung versorgten. Und da sind alle anderen Remscheiderinnen und Remscheider, für die der Hilfsverein mit seinen 15 Mitgliedern da ist. Wer ein offenes Ohr braucht, kriegt es auch.

Wie geht es 2023 weiter?

Das offene Frühstückscafé samt Beratung in der Denkerschmette soll fortgeführt werden. Am 10. Januar geht es los: Die Kösers beraten Hilfesuchende dienstags von 10 bis gegen 13 Uhr in allen Fragen rund um Anträge, Formulare, Wohngeld, Jobcenter & Co. „Es gibt aber auch öfter Fragen zu medizinischer Versorgung oder anderen Bereichen“, sagt Petra Köser, die mittlerweile ein großes Netzwerk an Kontakten hat. Und auch bei den Behörden nicht locker lässt. Geplant ist zudem ein kulturelles Projekt gemeinsam mit der Denkerschmette, „Echt Kremig“ und dem Initiativkreis Kremenholl. Auch Ideen für Senioren-Projekte gibt es. Und vieles mehr.

Was braucht der Verein?

Damit die Arbeit weitergehen könne, brauche der Verein Unterstützung, sagt Petra Köser. „Nicht nur Sachspenden, sondern auch Geldspenden.“ Zuletzt gab es eine Zuwendung der Stadtsparkasse in Höhe von 15 000 Euro - damit wurden unter anderem eine Waschmaschine und Möbel für Wohnungen von ukrainischen Flüchtlingen angeschafft.

Was wird aktuell gesucht?

„Ganz dringend: Küchen“, sagt Köser. Zudem Einzelbetten, Doppelbetten, Matratzen. „Wir haben schon dank der Spende der Sparkasse dazugekauft, aber irgendwann ist das Geld zu Ende.“

Was ist mit der geplanten neuen Anlaufstelle?

„Wir hoffen, dass wir im ersten Quartal eine feste Anlaufstelle bekommen“, betont Köser. Denn hier könne man alle Angebote bündeln, eine Art Hilfezentrum aufbauen. „Wir haben einen Wunschort im Blick, es ist aber noch nichts in trockenen Tüchern.“ Von dort aus wolle man die humanitäre Hilfe mit Sebastian Zimnol aufbauen. „Wir haben mittlerweile Kontakte zu zwei NGOs in der Ukraine geknüpft.“ Robert Köser möchte bald wieder in die Ukraine fahren - und den Menschen vor Ort mit Sachspenden aus Remscheid helfen.

Kontakt

Wer mit dem Verein Bergisch Land Hand in Hand in Kontakt treten möchte, kann das am besten telefonisch tun: Tel.
(01 51) 46 10 36 34
(Petra Köser).

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