Strauch- und Gehölzpflege

So funktioniert es mit dem privaten Grünschnitt

Haben auf der Deponie den Grünschnitt im Griff: Dietmar Lerbs (l.) und Joachim Maywald. Da ab März kaum mehr etwas beschnitten werden darf, ist aktuell besonders viel los.
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Haben auf der Deponie den Grünschnitt im Griff: Dietmar Lerbs (l.) und Joachim Maywald. Da ab März kaum mehr etwas beschnitten werden darf, ist aktuell besonders viel los.

Bäume, Sträucher, Hecken: Das sind Regularien und Tipps.

Von Timo Lemmer

Remscheid. Ob sie die Ästhetik im Blick haben oder den Naturschutz – oder gar beides: Hobby-Gärtner stehen beim Grün- und Baumschnitt immer wieder vor der Frage: Was geht und was geht nicht? Fragen rund ums Thema der Strauch- und Gehölzpflege haben uns Jörg Liesendahl (Natur-Schule Grund) sowie Claudia Küster und Markus Wolff, beide von den Technischen Betrieben (TBR), beantwortet.

Von wann bis wann darf geschnitten werden?

Die TBR-Experten erklären, „dass vom 1. November bis zum 28. Februar Bäume und Gehölze geschnitten werden dürfen. Rodungen dürfen nicht erfolgen.“ Für das Ende „gibt es also ein magisches Datum“, wie Liesendahl es nennt, das gut zu merken ist: „Ab dem 1. März darf ich nicht mehr beliebig runterschneiden.“ Jetzt gerade ist es also möglich, Gärten & Co. nach eigenen Wünschen zu gestalten.

Küster merkt hierzu an, dass Formschnitte zwar auch im Sommer noch erlaubt seien, sie „sollten sich aber auf das Nötigste beschränken.“

Liesendahl: „Damit wird Rücksicht auf Vögel genommen, die brüten könnten. Ab März sind viele Vögel auf der Suche nach geeigneten Plätzen oder brüten bereits.“ Er wünscht sich für die Natur, dass Hecken-Triebe öfter unangetastet bleiben.

Was darf danach noch beschnitten werden?

Manche Gewächse und Hecken breiten sich ziemlich schnell aus. Liesendahl: „Selbst einheimische Sträucher wie der Kirschlorbeer können von alleine sechs bis acht Meter erreichen.“ Er bittet aber um Rücksicht: Jeder Schnitt sei ein Eingriff ins biologische System. Nach dem 1. März sei ohnehin nur noch der Formschnitt erlaubt: „Ein Schneiden auf die Grundform ist erlaubt, stutzen aber nicht.“

Was darf nicht beschnitten werden?

Küster sagt: „Bäume mit Bruthöhlen, oder Bäume, die als Kulturdenkmal gelten, sollten gar nicht beschnitten oder gefällt werden.“ Bei derartigen Fällen gelte es, einen Fachmann hinzuzuziehen.

Welche Tipps hat der Experte zum privaten Grünschnitt?

Wenn es auf Ende Februar zugehe, würden häufig noch einmal alle Kräfte mobilisiert, um den Garten „auf Vordermann“ zu bringen, beobachtet Liesendahl. Dabei wünscht er sich, von der Idee abzukommen, „Gärten und Parks sehr naturfern zu gestalten.“ Heißt konkret: Auch mal wachsen lassen. Die Vögel, von denen es immer weniger gebe, sowie aussterbende Insekten würden es den Gartenbesitzern danken. Dabei sei es schon „eine sinnvolle, lohnende Idee, wenigstens eine wilde Ecke stehenzulassen. Wir dürfen unsere potenziellen, individuellen Beiträge nicht kleinreden.“

Was kann mit dem Grünschnitt gemacht werden?

Das Schnittgut kann gut weiterverwendet werden. „Am besten ist die Rückführung der Nährstoffe ins System“, sagt Liesendahl. Blätter könnten liegengelassen werden und es könnte lohnenswert sein, Schnittgut beispielsweise am Grund von Hecken abzulegen.

Wo wird der restliche Grünschnitt angenommen?

Die TBR nehmen auf ihrem Wertstoffhof an der Solinger Straße 14 Grünschnitt entgegen. Die Abgabe ist für Remscheider Bürger kostenfrei. Maskenpflicht sowie Abstandsgebot gelten auf dem gesamten Gelände. Zu beachten ist, dass Wurzeln oder Baumstubben sowie Stammholz telefonisch anzumelden sind: Tel. 97 33 74.

Wertstoffhof

Öffnungszeiten: Montag, Mittwoch und Donnerstag von 8 Uhr bis 15.45 Uhr, Dienstag von 8 Uhr bis 17.45 Uhr sowie Freitag und Samstag von 8 Uhr bis 13.45 Uhr.

Terminpflicht: Momentan müssen Termine online vereinbart werden: tbr-info.de

Im Sommer gab es lange Schlangen vor dem Wertstoffhof. Die TBR hat darauf reagiert.

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