Politische Gespräche

Silvia Vaeckenstedt: „Ich habe Außenseiterchancen“

Gesprächsreihe zur Wahl: Silvia Vaeckenstedt. Foto: Roland Keusch
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Gesprächsreihe zur Wahl: Silvia Vaeckenstedt.

Vierte Ausgabe der politischen Gespräche in Lüttringhausen: Die Kandidatin der Grünen hat keinen sicheren Listenplatz.

Von Peter Klohs

In der vierten Ausgabe der politischen Gespräche mit den Kandidaten und der Kandidatin des Wahlkreises 103 (Remscheid / Solingen / Wuppertal II) für den Bundestag begrüßte Moderator Horst Kläuser die einzige Frau: Silvia Vaeckenstedt. Das einstündige Gespräch mit der Kandidatin für Bündnis 90/Grüne fand im Freizeitheim der katholischen Gemeinde an der Richard-Pick-Straße statt. Veranstalter war die ökumenische Initiative Lüttringhausen.

Die 1970 in Düsseldorf geborene und seit fast 20 Jahren in Solingen lebende Vaeckenstedt, die nach Fukushima den Grünen beitrat, ist nicht über einen Listenplatz ihrer Partei abgesichert. „Ich muss den Wahlkreis gewinnen“, gab sie zu, „ansonsten. . .“ Auf die Frage, wie sie ihre Chancen einschätze, antwortete die Grünen-Politikerin: „Ich habe Außenseiterchancen.“ Kläuser ließ die Kandidatin zwei Karten aus einem Stapel ziehen und die darauf geschriebenen Sätze kommentieren. Auf Karte eins stand: „Vermeiden Sie Plastikmüll. Kaufen Sie auf dem Wochenmarkt ein.“ So es ihr möglich sei, so Vaeckenstedt, handele sie so. „Aber manchmal muss alles schnell gehen. Dann ist das nicht immer gewährleistet.“

„Abschied vom Wachstum ist Traum von vielen Grünen.“

Silvia Vaeckenstedt, Grüne

Auf der zweiten Karte wurde der Kaffeegenuss thematisiert. „Zu Hause trinke ich ausschließlich fair gehandelten Kaffee“, erklärte Vaeckenstedt. „Allerdings frage ich im Restaurant nicht nach.“ Im weiteren Verlauf äußerte sich die Politikerin, deren größtes Anliegen die Inklusion ist, unter anderem zum umstrittenen Unternehmen Nestlé („Die Praktik von denen ist verlogen“), zur allgemeinen Kritik an ihrer Partei („Die Grünen sind doch keine Verbotspartei“), zum Lieferkettengesetz („Dieses Gesetz ist nicht das Papier wert, auf dem es steht“) und ehrlich zu der Frage, was eine grüne Beteiligung in der Regierung verändern könne: „Das kann ich Ihnen nicht sagen. Da bin ich nicht tief genug im Thema.“

Horst Kläuser sprach die Umweltkatastrophe an, die Vaeckenstedt ausführlich kommentierte. „Das Kurzzeitgedächtnis der Menschen ist sehr schwach geworden“, befand sie. „Fukushima ist zehn Jahre her, und wer spricht noch davon? Da gibt es einen Tag Regen, und er kostet uns 30 Milliarden Euro. Geld, das besser zuvor in den Klimaschutz hätte gesteckt werden können.“

Aus dem Publikum kam die Frage, ob man sich nicht von der Leitidee des Wachstums verabschieden müsse. Dazu die Kandidatin: „Das ist ein Traum von vielen Grünen, eine große Vision, die ich für denkenswert halte. Der Kapitalmarkt bedarf einer schnellen Neuorientierung. Der ist in Teilen nur pervers zu nennen.“

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