Prozess

Sieben Jahre Haft für Angriff mit Hammer

Das Landgericht in Wuppertal.
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Das Landgericht in Wuppertal.

Landgericht verurteilt 38-Jährigen aus Remscheid.

Von Dirk Lotze

Remscheid. Nach einem Raubüberfall mit einem Hammer auf einen Remscheider (46) in dessen Hauseingang muss ein 38 Jahre alter Angeklagter ins Gefängnis. Das Landgericht in Wuppertal verhängte für die Tat sieben Jahre Haft gegen den Mann, wie die Staatsanwaltschaft beantragt hatte. Ziel des Raubs soll das Handy des Geschädigten gewesen sein.

Der vorsitzende Richter verwies in der mündlichen Urteilsbegründung auf die Zuordnung von Tatwerkzeugen und Beute zu dem Angeklagten und stellte klar: „Die DNA-Analysen sind inzwischen so eindeutig und so belastbar, dass man da nicht mehr dran herumdeuten kann.“

Laut Urteil trafen die beiden Männer am 28. September 2020 zunächst in einem Supermarkt in Remscheid-Süd aufeinander. Der spätere Geschädigte arbeitete dort als Kaufmann. Der damals alkoholisierte Angeklagte soll sich auffällig für einen tragbaren Computer interessiert haben, mit dem der Wareneingang nachgehalten wurde. Er soll noch gefragt haben, ob das ein Mobiltelefon sei. Dann wurde er des Ladens verwiesen.

Am Morgen vor der Tat aus der Psychiatrie entlassen

Sicherheitsvideos zufolge wartete eine Person mit Kapuze und aufgesetzter Corona-Maske in der Nähe des Geschäfts im Dunkeln, bis der Kaufmann die Filiale abschloss. Der Angeklagte soll ihm bis zu dessen damaliger Wohnadresse gefolgt sein, 200 Meter vom Laden. Dort kam es im Flur zum Angriff. Der 46-Jährige erlitt mehrere Schläge mit einem Kunststoffhammer, wie er in Metallwerkstätten benutzt wird. Dazu soll der Angreifer mit einem Messer gedroht haben – bis er eine Tasche des Opfers an sich riss und floh. Darin war der Schlüssel zum Supermarkt. Der verletzte Kaufmann rief die Polizei. Er leidet weiter unter Taubheit in mehreren Fingern einer Hand, mit der er den Hammer abgewehrt hatte.

Polizeibeamte machen den Angeklagten binnen Minuten dingfest. Er wohnte im selben Häuserblock. Bei ihm fand sich einer der Schlüssel zum Geschäft, außerdem der Hammer: Am Kopf des Werkzeugs waren Blutspuren des Verletzten, am Stiel der genetische Fingerabdruck des Angeklagten. Der Staatsanwalt kommentierte in seinem Plädoyer: „Da bleiben keine Fragen offen.“ Laut Angeklagtem sollte die Tat nie so geschehen sein; den Hammer habe er nicht eingesetzt.

Der Mann war am Morgen vor dem Überfall aus einer psychiatrischen Klinik entlassen worden: Er hatte zwei Tage zuvor bei Bekannten in einer Dachgeschosswohnung im Streit die Tür eingetreten und randaliert. Als die Polizei kam, war er kurzzeitig über das Dach des Hauses geflüchtet. Der Mann sagte den Richtern: „Ich habe früher als Sicherheitsmann gearbeitet. Und ich habe immer über die gelacht, die Werkzeuge brauchten, um jemanden festzuhalten. Ich hatte immer nur meine Hände, und das hat gereicht.“

Der 38-Jährige bleibt in Untersuchungshaft, bis sein Urteil rechtskräftig wird. Er ist als EU-Bürger und kann seine Strafe voraussichtlich in seinem Heimatland Polen verbüßen.

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