Weihnachtscircus

Sie stehen mit vier Rekorden im Guinness-Buch

Das Duo Costache zeigt eine Nummer mit der Perche.
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Das Duo Costache zeigt eine Nummer mit der Perche.
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Leonardo Costache balanciert seine Frau Vita auf einer Sieben-Meter-Stange mit seinen Zähnen - Weihnachtscircus startet am Mittwoch.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Wo unser einem schon nach einer Handvoll Nüsse der Kiefer schmerzt, hält sein Gebiss wahnsinnige 192 Kilo fest – und das 14 Sekunden lang: Dieser Kraftakt brachte dem Artisten Leonardo Costache (39) aus Rumänien nicht nur den Beinamen „Iron Jaw“ („Eiserner Kiefer“) ein, sondern auch einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde.

Da ist „Iron Jaw“ übrigens gleich viermal vertreten. Unter anderem schaffte er es, innerhalb einer Minute an seinen Zähnen hängend beim Jonglieren 195 Mal eine Keule aufzufangen – das sind drei Fänge pro Sekunde. Der Kiefer ist halt der stärkste Muskel im Körper. Einen Rekord, den er früher hielt, hat ihm mittlerweile seine Ehefrau Vita Morondel (38) abgeluchst: Sie schaffte es, sieben Minuten und drei Sekunden an den Zähnen zu hängen. Gelernt hat sie es natürlich von ihrem Mann. Ein rekordverdächtiges Team.

Die weltweit angesehenen Artisten können die Bergischen nun live sehen: beim Remscheider Weihnachtscircus, präsentiert vom RGA. Am kommenden Mittwoch, 21. Dezember, geht es los. Alle Artisten seien schon aufgeregt, sagt Leonardo Costache. Gemeinsam mit seiner Frau Vita zeigt er spektakuläre Kunststücke an der Perche, einer sieben Meter langen Stange.

Auch hier kommen die Zähne wieder zum Einsatz – und sie thront auch noch ganz oben auf der Stange unter der Kuppel. „Das erfordert nicht nur Kraft, sondern auch Balance“, sagt Leonardo Costache. Auch das Trapez kommt zum Einsatz. Alles ohne Sicherung. Und noch ein Geheimnis verrät der 39-Jährige: Er hat Höhenangst. „Wenn ich meine Nummer mache, habe ich aber aus irgendeinem Grund keine Angst“, sagt Costache, der aus einer Artistenfamilie stammt.

Er ist die neunte Generation. Geboren wurde er in Buenos Aires. „In Südamerika sind meine Eltern damals fünf Jahre lang aufgetreten“, erzählt er. Das Reisen und alles, was dazugehört, ist für ihn Alltag. Aber, er gibt auch zu: „Wenn du den Sternenstaub nicht in deinen Venen hast, wirst du wohl irgendwann aufhören.“

Für seine Frau Vita ist das Artistenleben nicht immer einfach, gibt sie zu. „Trotzdem geben wir alles in der Manege. In diesen zehn Minuten sind wir nur für das Publikum da.“ Und ihr Mann ergänzt: „Dann bin ich ganz ich selbst.“ Die 38-jährige Vita Morondel entstammt einer ukrainischen Artistenfamilie, ihre Eltern waren Zauberer und Tiertrainer, sie wurde in Kiew an der „Circus Art Academy“ ausgebildet. Beim Duo Costache ist sie für die Kostüme zuständig: Morondel, die auch Nageldesignerin ist, verziert sie mit Swarovski-Steinen oder Applikationen - alles handgemacht.

Kennengelernt haben sich die beiden vor 19 Jahren in Bukarest. Heute sind sie nicht nur als Duo Costache weltweit unterwegs, sondern haben auch eine Tochter: Anastasia (8). Die Kleine führt übrigens das Erbe der Mama weiter: Hula Hoop. Anastasia ist auch bereits in der Manege aufgetreten. Denn Vita Morondel ist eigentlich Hula-Hoop-Artistin, Leonardo Costache begann zunächst mit der Jonglage. Aber nach einem Unfall, bei dem er sich das Bein brach, sattelte er um. Heute ist er froh, dass er diese Basisdisziplin der Zirkusartistik gelernt hat. „Das hat mir für die Perche-Artistik unheimlich geholfen.“ Denn gerade beim Jonglieren gehe es um Ausdauer, Konzentration. Das Motto: Fällt etwas runter, aufheben und weitermachen.

„The Jaw“ hat auch einen Bachelor in Regie und einen Master in Drehbuch und Schreiben. Außerdem ist er Fitnesstrainer und Ernährungsberater. Er trainiert jeden Tag mit seinen Gewichten, die er in einem Anhänger von Ort zu Ort mitnimmt. „Egal, wie kalt es draußen ist“, erzählt er mit Blick auf die aktuellen Temperaturen Auch seine Frau trainiert täglich.

Wenn sie am Heiligen Abend ihre Show abgeliefert haben, heißt es: Weihnachten feiern. Dann gibt es dann traditionelles Essen aus der Heimat: „Sarmale romanesti“, rumänische Kohlrouladen, mit Polenta und Sauerrahm.

Am Mittwoch geht es los

Vorstellungen: Vom 21. Dezember bis 8. Januar täglich 15 Uhr und 19 Uhr auf dem Schützenplatz. Ausnahmen: Heiligabend nur um 11 Uhr, 31. Dezember um 20 Uhr große Silvester-Gala mit DJ und Feuerwerk.

Preise: Tickets für die normalen Vorstellungen kosten je nach Kategorie zwischen 17 und 50 Euro.

Familien-Nachmittage finden statt am 2., 3. und 4. Januar um 15 Uhr mit Einheitspreisen zwischen 15 und 30 Euro.Karten gibt es im Rotationstheater und online. Restkarten gibt es an der Circus-Kasse. Diese öffnet eine Stunde vor Showbeginn.
weihnachtscircus-remscheid.de

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