Beweise

Vergewaltigung: Hier können Opfer anonym Spuren sichern lassen

Kathrin Eikholt ist Chefärztin der Frauenklinik.
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Kathrin Eikholt ist Chefärztin der Frauenklinik.
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Frauen können am Sana-Klinikum Remscheid anonym Beweise dokumentieren lassen. Ob sie Anzeige erstatten, können sie später entscheiden.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Frauen, die Opfer einer Sexualstraftat geworden sind, haben im Sana-Klinikum Remscheid die Möglichkeit, anonym Spuren sichern zu lassen – ohne direkt Anzeige erstatten zu müssen.

Denn in der Akutsituation sind viele Frauen verständlicherweise psychisch belastet und scheuen sich oft davor, direkt die Strafverfolgungsbehörden einzuschalten. Sie können jedoch später noch Anzeige erstatten, wenn sie das möchten. Die Beweise sind dann schon einmal gesichert. Seit einem Jahr gibt es die anonyme Spurensicherung (ASS) in Kooperation mit der Frauenberatungsstelle Indigo am Sana-Klinikum.

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Was mache ich als Opfer einer Sexualstraftat?

  • Sofort bei der gynäkologischen Ambulanz des Sana-Klinikums telefonisch oder vor Ort melden.
  • Darum bitten ,anonym Spuren sichern zu lassen.
  • Nicht duschen.
  • Kleidung, die bei der Tat getragen wurde, nicht wegwerfen, sondern in Papiertüten packen.
  • Einmalig im Sana-Klinikum identifizieren, die Spurensicherung läuft anonym ab.

Wie läuft die anonyme Spurensicherung genau ab?

Bei der anonymen Spurensicherung werden Proben äußerst sensibel mit einem trockenen Tupfer entnommen.

Frauen können sich rund um die Uhr in der gynäkologischen Ambulanz des Sana-Klinikums melden mit der Bitte, anonym Spuren sichern zu lassen. Es ist stets ein erfahrener Facharzt anwesend, betont Kathrin Eikholt, Chefärztin der Frauenklinik.

Erst einmal werde der Arzt fragen, was passiert ist. Es folgt eine genaue körperliche Untersuchung: Hat die Betroffene Schürfwunden, Hämatome, Verletzungen, die versorgt werden müssen? Äußere Verletzungen werden mit einem Maßband fotografisch dokumentiert – immer nur ausschnittsweise, nie mit dem kompletten Gesicht.

Es folgt die gynäkologische Untersuchung. Wenn es erforderlich ist, werden Abstriche mit trockenen Tupfern entnommen für den rechtssicheren DNA-Nachweis – zum Beispiel von der Körperoberfläche oder aus dem Genitalbereich. „Wir bemühen uns dabei, so sensibel wie möglich vorzugehen. Alles geschieht nur im Einverständnis der Patientin“, betont Eikholt.

Die gesicherten Spuren werden im Anschluss mit einer Nummer versehen. Einmal muss sich die Betroffene im Klinikum identifizieren, die ASS läuft dann aber anonym ab. Im Anschluss zeigen die Ärzte der Betroffenen Beratungsstellen in ihrer Wohnortnähe auf.

Das bietet die neue Frauenberatungsstelle in Remscheid

Kontakt

Frauen, die Spuren sichern lassen möchten, können sich rund um die Uhr in der gynäkologischen Ambulanz des Sana-Klinikums Remscheid melden: Telefonnummer (02191) 13 53 33.

Die Ambulanz ist immer mit zwei Ärzten besetzt.

Burger Str. 211, 42859 Remscheid

Was ist bei der Spurensicherung wichtig zu beachten?

Erstens: schnell Spuren sichern, am besten sofort. Nach drei Tagen findet man diese nicht mehr so gut.

Wichtig: nicht duschen. Kleidung, die bei der Tat getragen wurde, nicht wegwerfen, sondern in Papiertüten – und nicht in Plastik – packen, wenn man sie nicht mehr tragen möchte. Gerade Faserabriebspuren können so gesichert werden.

Wie wird dokumentiert?

Über die Software iGobsis. Hier kann der Arzt einen Fall erstellen, alle Daten einpflegen. Befunde wie eine Blutuntersuchung, Asservate wie ein Tupferabstrich und Beweisfotos können eingefügt werden. Am Ende wird eine TAN erstellt. Darüber kann die Rechtsmedizin, die auf das System zugreift, den Fall zuordnen.

Was passiert mit den Spuren?

Ein Kurierdienst holt diese ab und bringt sie zur Einlagerung in die Rechtsmedizin nach Düsseldorf. Hier können die Spuren über Jahre gelagert werden.

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