Leben mit Hund

Das sollten Hundebesitzer bei der Erziehung beachten

Kristina Herzog (49) und Matze (4) auf der Trainingswiese der Hundeschule Herzog. Das Gelände ist insgesamt 1000 m² groß. Foto: Roland Keusch
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Kristina Herzog (49) und Matze (4) auf der Trainingswiese der Hundeschule Herzog. Das Gelände ist insgesamt 1000 m² groß.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Kristina Herzog leitet eine Hundeschule an der Oberhützer Straße – Sie gibt den RGA-Lesern exklusiv Tipps für eine gelungene Teamarbeit.

Remscheid. Den Job als Diplom-Ingenieurin für nachhaltiges Bauen beim Wuppertal Institut hat Kristina Herzog (49) an den Nagel gehängt. Seit 15 Jahren geht sie ihrer anderen Leidenschaft nach: Hundetrainerin. „Weil mein zweiter Hund, eine Podenco-Mix-Hündin, schwierig war, habe ich mich auf den Weg gemacht.“ Zunächst machte sie nur für den Eigengebrauch eine Ausbildung bei einer Hundeschule am Niederrhein. Doch wie das Schicksal so spielt, brauchte man dort einen Trainer – und Kristina Herzog stieg ein, ehe sie sich etwas Eigenes aufbaute. Seit acht Jahren ist die gebürtige Wuppertalerin, die früher einige Gärtner-Projekte durchgeführt hat, mit ihrer gleichnamigen Hundeschule in Remscheid. Hinter einer unscheinbaren Hauseinfahrt an der Oberhützer Straße tut sich ein 1000 Quadratmeter großes Gelände samt Terrasse, Trainingswiese und Blumen auf. Hier wird nicht nur gemeinsam trainiert, sondern vor allem dieselbe Sprache gesprochen. Denn das ist der Hundetrainerin sehr wichtig. Für den RGA gibt sie Herrchen und Frauen exklusiv einige Erziehungstipps. Vor allem für Welpenbesitzer, deren Zahl zuletzt drastisch zugenommen hat, könnten diese hilfreich sein.

Ratschlag Nummer 1: „Lasst den Hund Hund sein!“

Kristina Herzog legt Wert auf einen ganz bestimmten Punkt. „Ich möchte, dass Besitzer begreifen, dass Hunde Hunde sind. In 90 Prozent der Fälle sind sie zu sehr vermenschlicht. Das führt oft zu einer emotionalen Überlastung.“ Ihr Rat: „Lasst den Hund Hund sein!“ Denn ein Hund sei anders als der Mensch instinktgesteuert, er habe keinen Intellekt. Diese biologischen Grundlagen lernten die Teilnehmer ihrer Hundeschule.

Ratschlag Nummer 2: Räume erarbeiten

Der Hundebesitzer sollte seinen eigenen Raum bewahren und dem Hund seinen Raum zuteilen, sagt Kristina Herzog. „Ich lasse mich dabei nicht vom Hund bewegen, sondern andersherum.“ Denn Hunde machten es untereinander genauso: Ranghöhere Tiere nähmen beispielsweise viele Liegeplätze ein, rangniedrigere Tiere hätten zugewiesene Plätze. Dieses Verhalten müssten Herrchen und Frauchen verstehen. Und dieses Wissen zu vermitteln, ist Kristina Herzogs Anliegen. Zudem müssten die Hundebesitzer Entscheidungen treffen – und nicht den Hunden alle Entscheidungen überlassen, mit denen sie oftmals überfordert sind. „Ich bin kein Fan von starren Alphatier-Rangregeln, aber wer anleitet, trifft Entscheidungen.“ Und gebe dem Tier damit auch ein Stück Sicherheit. „Daher mache ich bei meinen Hund-Mensch-Teams daheim immer eine Alltagsanalyse.“ Denn anfangs geht es der Trainerin darum, das ganzheitliche Beziehungsbild zu sehen. Es geht auch um die Frage: Was passiert und wer hat’s entschieden? „Oft sind es nur kleine Dinge wie: Der Hund legt seinen Kopf auf meinen Oberschenkel und will gestreichelt werden. Nehme ich das nun an oder schicke ich ihn weg?“ Wie Besitzer von Vierbeinern damit umgehen sollten, lernen sie in der Hundeschule Herzog.

Ein Hund sollte 20 Stunden am Tag ruhen.

Kristina Herzog

Ratschlag Nummer 3: Dem Hund Ruhe gönnen

Corona habe auf jeden Fall dafür gesorgt, dass sich Familien relativ blauäugig einen Welpen angeschafft hätten, meint die Trainerin. Drei Kinder, Homeoffice und dann noch ein Welpe – Chaos und Verzweiflung seien vielfach vorprogrammiert. Daher ist Kristina Herzog die Grundlagenvermittlung wichtig. Neben den Welpen- und Gemischtgruppen sei Einzeltraining sinnvoll. Eine Regel gelte dabei vor allem für Welpen: Ruhe. „Ein ganz wichtiger Punkt“, sagt die 49-Jährige. „Ein Hund sollte 20 Stunden am Tag ruhen – der Welpe genauso wie der Senior.“ Vor allem Kinder müssten lernen, das zu respektieren. Schwierig in unserem heutigen stressigen Leben. „Aber der Hund braucht dies, um in der Balance zu bleiben. Hunde brauchen die Du-bist-nicht-zuständig-Zeit.“ Am besten gelinge dies mit einer Hundebox. Hier könne sich der Hund entspannen.

Ratschlag 4: Gemeinsam arbeiten

In den restlichen vier Stunden könne sich das Hund-Mensch-Team intensiv miteinander beschäftigen. „Meine Empfehlung: Seien Sie dabei 100 Prozent beim Hund!“ Ein Spaziergang sollte dann nicht so aussehen, dass der Hund nur schnuppere und der Mensch dabei in die Luft gucke. Sondern mal gemeinsam laufen, Übungen machen. „Jagdlichen Hunden empfehle ich das Apportieren. Wir haben unter den Hunden da wirkliche Talente.“ Zudem könne so den sportlichen Tieren ihre benötigte Bewegung ermöglicht werden – und das Team arbeite darüber auch noch an einer guten Beziehung.

Ratschlag Nummer 5: Grenzen setzen

Von Anfang an sollte ein Welpe schon begrenzt werden. „Gerne knabbern sie mit ihren Zähnchen an unseren Händen. Hier müssen wir klar ein Tabu setzen.“ Dieses No-Go müsse aber auch durchgesetzt werden. Auch wenn man es eben zigmal wiederholen müsse. Denn das Ziel laute: Eine gemeinsame Sprache sprechen. Wie das Mensch-Tier-Team dorthin kommt, dass es sich einfach versteht, vermittelt die Expertin in ihrer Schule an der Oberhützer Straße.

Kontakt

Kontakt: Hundeschule Herzog, Oberhützer Straße 23, Remscheid, P 8 90 95 61; E-Mail: mail@ hundeschule-herzog.de;

www.hundschule-herzog.de

Leistungen: Einzelstunden, Welpengruppe (samstags), drei Gruppen gemischt Welpen/erwachsene Hunde, Wandern, Mantrailing, Objektsuche, Seminare.

Serie

Jede Woche gibt es neue Informationen und Geschichten rund um das Thema Hund im RGA. Hier gibt es alle Teile zum Nachlesen: rga.de/hund

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