Klinikaufenthalt

Seniorenbeirat diskutiert Beschwerden über Sana-Klinikum

Jasmin Shmalia nimmt sich als Pflegedirektorin Beschwerden bei Sana an.
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Jasmin Shmalia nimmt sich als Pflegedirektorin Beschwerden bei Sana an.
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In der Sitzung der Seniorenvertretung ging es unter anderem um den Umgang mit Demenzkranken und lange Wartezeiten in der Notaufnahme.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Mit Beschwerden über das Sana-Klinikum beschäftigte sich der Seniorenbeirat bei seiner Sitzung am Donnerstag. Es ging um den Umgang mit Demenzkranken und lange Wartezeiten in der Notaufnahme ebenso wie um die Frage, ob Patienten nach dem Ende des Klinikaufenthalts ohne Hilfe ihrem Schicksal überlassen werden.

Stellung bezogen die Leiterin des Sozialdienstes Claudia Hilger und Pflegedirektorin Jasmin Shmalia, die einen Appell an die Menschen in Remscheid richtete. „Ich würde mir wünschen, dass die Bevölkerung stolz auf diese Klinik ist. Gerade in der Corona-Krise wurde großartige Arbeit geleistet.“ Und: Wenn es Beanstandungen gebe, seien das Beschwerdemanagement und sie als Pflegedirektorin stets ansprechbar. „Wir können nur zeitnah reagieren, wenn wir von Ärger erfahren.“ Niemand müsse besorgt sein, dass Wortmeldungen Mitarbeitende vor den Kopf stoßen könnten. „Die sind dann im Zweifel eher sauer auf mich“, fügte sie hinzu.

Grundsätzlich müssten sich die Krankenhäuser darauf einstellen, den Bedürfnissen Demenzkranker noch stärker Rechnung zu tragen. Denn ihre Zahl werde steigen. „Und sie landen in einem Klinikbetrieb, der so lebhaft wie ein Taubenschlag ist“, erklärte Shmalia, die ein besonderes Projekt im Haus der Burger Straße anführte. Die kognitiv beeinträchtigten Menschen, die wegen körperlicher Leiden behandelt werden, erhalten Tagesbetreuung in einer Art Wohnzimmer – abseits der allgemeinen Betriebsamkeit. „Sie singen zusammen, malen oder beschäftigen sich mit Gesellschaftsspielen“, zählte die Pflegedirektorin auf. Seit Beginn des Angebots 2019 hätten bereits 2000 Patienten im Wohnzimmer Platz genommen.

Sana-Chef: „Kliniken stehen vor einer Revolution“

Offene Kritik am Entlassmanagement

Offene Kritik wurde laut, als es um das Entlassmanagement ging, wobei Patienten auch schon mal freitags die Klinik verlassen mussten. Dann gebe es Probleme, den Hausarzt wegen nötiger Medikamente zu erreichen. Das gehe nicht, unterstrich Sana-Mitarbeiterin Claudia Hilgers. „Und das ist nicht unser Standard.“ Verbesserungsvorschläge sollen künftig in einem „Qualitätszirkel“ erörtert werden – zum Beispiel mit Vertretern von Seniorenheimen und ambulanten Diensten.

Beim Entlassmanagement werde grundsätzlich mit Ärzten, Patienten und den Angehörigen der Versorgungsbedarf ermittelt. Angesichts der zuweilen sehr kurzen Verweildauer sei dies aber herausfordernd, wie Hilgers anmerkte, wobei sie auch die Möglichkeit der Kurzzeitpflege nach dem Klinikaufenthalt ansprach. „Aber damit muss der Patient einverstanden sein.“

Längere Wartezeiten in der Notaufnahme seien deutschlandweit ein Thema, führte Jasmin Shmalia aus. Denn es gelte, Prioritäten zu setzen. Jeder Einzelfall werde separat betrachtet und mit einem Punktesystem bewertet. Das heißt: Wer über akute Stiche am Herzen oder in der Brust klagt, kommt eher an die Reihe als jene, die schon seit Monaten Rückenschmerzen haben.

Dies kann dann je nach Patientenaufkommen zur Warterei führen. Um bei vereinbarten Terminen nicht im Stau warten und Gespräche anderer Patienten verfolgen zu müssen, habe Sana zudem ein Buzzer-System eingeführt. Es signalisiert, wenn die Behandlung beginnen kann. In dieser Zeit könnten sich Wartenden zum Beispiel in der Cafeteria stärken.

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