Ehrung

Kfz-Mechaniker Uwe Henrichs ist seit 50 Jahren beim gleichen Arbeitgeber

50 Jahre beim gleichen Arbeitgeber: Für Uwe Henrichs (im Vordergrund) gab es Glückwünsche von Tiemeyer-Geschäftsführer Damian Schendzielorz, Fred Schulz von der Kreishandwerkerschaft, Obermeister Thomas Bliß und Betriebsleiter Martin Kalthoff (hinten v.l.) – natürlich in „seiner“ Werkstatt in der Gerstau. Foto: Roland Keusch
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50 Jahre beim gleichen Arbeitgeber: Für Uwe Henrichs (im Vordergrund) gab es Glückwünsche von Tiemeyer-Geschäftsführer Damian Schendzielorz, Fred Schulz von der Kreishandwerkerschaft, Obermeister Thomas Bliß und Betriebsleiter Martin Kalthoff (hinten v.l.) – natürlich in „seiner“ Werkstatt in der Gerstau.

Sein Berufswunsch stand schon zur Einschulung fest.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. In dem Jahr, als Uwe Henrichs bei seinem heutigen Arbeitgeber anheuerte, wurde in den USA die erste E-Mail verschickt. In Vancouver wurde Greenpeace gegründet. Und in München ging die U-Bahn in Betrieb. Heute befördert die Münchener U-Bahn mehr als 400 Millionen Fahrgäste pro Jahr, Greenpeace hat rund drei Millionen Mitglieder weltweit und die E-Mail ist längst nicht mehr aus unseren Leben wegzudenken. Und Uwe Henrichs arbeitet immer noch in seinem erlernten Beruf bei seinem ersten Arbeitgeber. Nun wurde er für 50 Jahre Betriebszugehörigkeit geehrt.

Mit einer Urkunde, einer Ehrennadel in der Sonderstufe für besondere Verdienste und einem Präsentkorb würdigten Innung, Kreishandwerkerschaft und Arbeitgeber Henrichs außergewöhnliche berufliche Laufbahn. Das zeige, was im Handwerk alles möglich sei, betonte Fred Schulz als Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, dass man dort eine langfristige und sichere berufliche Perspektive finden könne: „Sie sind ein Vorbild für jeden jungen Menschen in dieser Stadt.“

Uwe Henrichs nahm Ehrung wie Geschenk sichtlich gut gelaunt entgegen – so wie ihn die Kollegen meistens in den vergangenen 50 Jahren erlebt hatten. Am 1. August 1971 hatte er kurz vor seinem 15. Geburtstag seine Ausbildung zum Kfz-Mechaniker, wie der Beruf damals noch hieß, im Autohaus Josef Wittig in der Gerstau begonnen. Dreieinhalb Jahre später schloss er die mit der Gesellenprüfung erfolgreich ab und wurde übernommen. Über die Jahre änderten sich die Namen des Autohauses mehrfach, erst meldete Wittig 1985 Konkurs an und wurde von Willy Scheider übernommen, dann stieg die Bochumer Tiemeyer-Gruppe ein und änderte zum Jahreswechsel den Namen, aber Uwe Henrichs blieb dem Standort an der Grenze zu Wuppertal treu.

Der Beruf hat sich mit den Jahren verändert

Mit den Namen änderte sich auch die Größe seines Brötchengebers. Scheider hatte schon drei Standorte, die Tiemeyer AG aktuell 27 mit zusammen rund 1500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. „Die kenne ich natürlich nicht mehr alle“, sagt Henrichs. Wohl fühle er sich aber immer noch in „seiner“ Werkstatt.

„Das ist einfach ein schöner Beruf“, sagt Uwe Henrichs bis heute über seine Tätigkeit. Schon bei der Einschulung mit sechs Jahren habe für ihn festgestanden, dass er einmal Kfz-Mechaniker werden würde. Gleichwohl habe sich der Beruf über die Jahre natürlich verändert. „Das ist ziemlich elektrisch geworden, heute arbeitet man viel mit dem Computer.“ Nicht unbedingt sein Ding, wie der 64-Jährige zugibt. Und einer der Gründe, warum er nach Stationen als Serviceberater in der Reparaturannahme und als Diagnosetechniker seit rund 15 Jahren in der Karosserieabteilung arbeitet, da, wo eher der Hammer als der PC regiert.

Das ist einfach ein schöner Beruf.

Kfz-Mechaniker Uwe Henrichs

Dabei gehört die Werkstatt heute Uwe Henrichs und seinen Kollegen allein – auch das sei früher anders gewesen, erinnert sich der Jubilar: Dass der Kunde mit unter dem Auto gestanden habe, sei öfters vorgekommen. „Einige wollten auch unbedingt mit anpacken und helfen.“ Und hatten teils sogar ihr eigenes Werkzeug dabei. „Remscheid ist ja die Werkzeug-Stadt.“

Doch bei aller Liebe zu Beruf, irgendwann muss auch mal Schluss ein. Er habe die Rente bereits eingereicht, berichtet Uwe Henrichs, der bald seinen 65. Geburtstag feiert: „Ich warte auf den Bescheid, dann muss ich mal sehen.“ Nach dann mehr als 50 Jahrzehnten im Beruf kann aber auch getrost von einem wohlverdienten Ruhestand sprechen.

Hintergrund

Im Jahr 2003 wurden die Berufe Kfz-Mechaniker, Kfz-Elektriker und Automobilmechaniker im Kfz-Mechatroniker zusammengefasst. Seither gehört der Beruf zu den beliebtesten Ausbildungsberufen Deutschlands. 2019 gab es rund 64 000 Azubis - Platz drei unter den beliebtesten Jobs.

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