Schulwahl 2022

Hilda-Heinemann hat großen zusätzlichen Raumbedarf

Konrektorin Janina Fiß in einer Klasse: Großer Wert wird auf lebenspraktischen und handlungsorientierten Unterricht gelegt. Foto: Roland Keusch
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Konrektorin Janina Fiß in einer Klasse: Großer Wert wird auf lebenspraktischen und handlungsorientierten Unterricht gelegt.

Schule für Geistige Entwicklung will im Sommer eine weitere Klasse für die Mittel- und Oberstufe einrichten.

Von Andreas Weber

Remscheid. Vor ein paar Jahren galten Förderschulen als Auslaufmodelle. Die Schulpolitik setzte konsequent auf Inklusion. Dass der Grundsatz des gemeinsamen Lernens kein Postulat mehr ist, zeigt sich bei der Hilda-Heinemann-Schule in Hackenberg deutlich. Die Schule für schwer geistig und körperlich Behinderte war bei ihrer Einweihung 1977 für maximal 90 Schüler aus Remscheid ausgelegt. Mittlerweile zählt sie 154, Tendenz: weiter steigend.

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2021 wurde eine zusätzliche Klasse in der Mittel- und Oberstufe eingerichtet, diesen Sommer soll eine weitere hinzukommen. Allein: Es fehlt zusätzlicher Raum. Die Schule platzt aus allen Nähten. Bevor ein Anbaukonzept zum Tragen kommt, muss die Stadt ein Provisorium schaffen. Eigentlich schon im Januar sollten Container aufgebaut werden, die aber noch nicht da sind. Den Mangel an Sonderpädagogen (vier volle Stellen fehlen) hinzugerechnet, steht die Schulleitung um Christian Jansen und Janina Fiß vor großen Herausforderungen.

Maximal 13 Schüler beträgt die Klassenstärke. Im Hauptgebäude sind die Sekundarstufe 1 und die Berufspraxisstufe untergebracht, im Nebengebäude der Primarbereich. Elf Jahre beträgt die Schulpflicht. Momentan herrscht ein Aufnahmestopp, nur Kinder, die neu nach Remscheid ziehen, werden aufgenommen. Ein Wechsel nach der Grundschule ist ansonsten möglich. Kriterien: Das Kind muss eine geistige Behinderung aufweisen, zudem die Frage geklärt sein, ob eine inklusive Beschulung in der Sek 1 Sinn macht.

95 Prozent der Schüler gehen in die Berufsangebote der Lebenshilfe

Die Hilda-Heinemann hat mit ihrem sonderpädagogischen Schlüssel ganz andere Möglichkeiten, Betroffene zu betreuen als eine Regelschule. In der Sek 1 werden die Kulturtechniken (Lesen, Schreiben, Rechnen) gefördert, danach tritt die Berufsorientierung in den Vordergrund. Die Schulpläne werden sehr individuell gestaltet, die Klassen sind heterogen zusammengesetzt. Niemand bleibt sitzen, es gibt keine Notenzeugnisse. 95 Prozent der Schüler gehen nach dem Förderschulabschluss geistige Entwicklung in die Berufsangebote der Lebenshilfe, der Rest wird über den Integrationsfachdienst in den 1. Arbeitsmarkt begleitet.

Zu den Zusatzangeboten der Hilda-Heinemann zählt das therapeutische Reiten, spezieller Schwimmunterricht, der von einer „Schülerfirma“ (Berufspraxisstufe) betriebene Schulkiosk, die Teilnahme an Special Olympics und am Röntgenlauf sowie Förderung von Schwermehrfachbehinderten im dafür vorgesehenen Förder- und Snoezelenraum.

Einen Stichtag für die Aufnahme gibt es nicht. Anmeldungen laufen über die Grundschulen oder die Hilda-Heinemann, vorab wird der sonderpädagogische Förderbedarf geklärt.

Fakten zur Schule

Schülerzahl: 154 Schüler in 15 Klassen

Kollegium: 36 Sonderpädagogen und 6 Fachlehrer für Förderschulen

Schulleitung: Christian Jansen, seit 2013 an der HHS, offiziell seit November 2021 Leiter, Konrektorin Janina Fiß (seit März 2021)

Unterricht: mo-do 8.15 bis 15.15, fr 8.15 bis 12 Uhr

Kontakt: Hackenberger Str. 117; Tel. 16 31 27.

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