Sportlich in Corona-Zeiten

Schulsport: Lüftung in Hallen wird überprüft

Sport in der 6c gestern am Rögy mit Sportlehrerin Britta Schulz: Laufen und Sprints auf dem großen Spielplatz gegenüber der Schule. Foto: Roland Keusch
+
Sport in der 6c am Rögy mit Sportlehrerin Britta Schulz: Laufen und Sprints auf dem großen Spielplatz gegenüber der Schule.

Momentan werden viele Klassen draußen unterrichtet, aber für die kalte Jahreszeit müssen Lösungen her.

Von Andreas Weber

Remscheid. In der Turnhalle der Alexander-von-Humboldt-Realschule (AvH) sind die Vereinssportler wieder aktiv. Die Schüler freilich sind aufgerufen, beim Sport an die frische Luft zu gehen. „Es verwundert schon, dass da Unterschiede gemacht werden“, meint AvH-Konrektor Guido Quint. Die Frage des Schulsports in Corona-Zeiten genießt zwar nicht oberste Priorität im gerade wieder angelaufenen Regelunterricht, gleichwohl wird sie mit dem beginnenden Herbst und danach dem Winter immer dringlicher. Bislang ist das an der AvH kein Problem. „Momentan sind wir nur draußen“, sagt Guido Quint. In der Regel bewegen sich die 25 Klassen mit ihren Sportlehrern in zwei 67-Minuten-Schulstunden pro Woche. Und die werden derzeit auf dem großen Schulhof an der Grunerstraße oder im Stadtpark verbracht.

Etwas über 40 Turn- und Gymnastikhallen rund um die Remscheider Schulen werden momentan vom städtischen Gebäudemanagement auf ihre Krisentauglichkeit, sprich: Lüftungsmöglichkeiten, überprüft. Denn was das Land an Regeln für Klassenräume aufstellt, muss auch bei den Hallen eingehalten werden. Im Sportausschuss versicherte Gebäudemanager Thomas Judt, dass seine Abteilung dabei sei, eine Bestandsaufnahme zu machen. „Wahrscheinlich schon nächste Woche werden wir zu jeder Halle etwas sagen können“, beruhigte er die Gemüter.

Denn die Lehrer sind verunsichert. Das räumte Manfred Ebert, sachkundiger Einwohner im Sportausschuss und Lehrer an der Hauptschule, Dependance Wilhelmstraße, ein. Drinnen oder draußen? „Ehrlich gesagt, wissen wir nicht, was wir machen sollen“, erklärte er dem Ausschuss. In der kleineren Halle der Wilhelmstraße wäre Sport möglich. „Aber 25 Schüler darin gleichzeitig zu unterrichten, sehen manche von uns als kritisch an, auch wenn man die Türen öffnen und auf diese Weise die Luft zirkulieren lassen kann.“ Die Neunt- und Zehntklässler der Hauptschule nutzen – wie an der AvH – den Schulhof und den Stadtpark.

Letzteres mit einem entscheidenden Nachteil: „Zum Stadtpark sind es 10 bis 12 Minuten hin und ebenso lange zurück. Was bleibt dann noch an Zeit für den Sport?“, fragte Ebert. Weil die Hauptschullehrer nicht wissen, was im Herbst/Winter passieren und ob drinnen Sport möglich sein wird, wird jetzt draußen viel gemacht, um Bewertungsgrundlagen für das Halbjahreszeugnis zu haben. „Denn wir müssen schließlich Noten geben.“

Im Fall der Wilhelmstraße war sich Judt sicher, dass es dort mit der Lüftung durch Außenluft keine Probleme geben wird. An anderer Stelle aber könne dies sein. Ohne valide Informationen hielt sich der Gebäudemanager allerdings mit Einzelheiten zurück.

Ehrlich gesagt wissen wir nicht, was wir machen sollen.

Manfred Ebert, Hauptschullehrer

Das Land empfiehlt, bis zu den Herbstferien (ab 10. Oktober) Risiken zu minimieren und den Sportunterricht wann immer möglich nach draußen zu verlagern. Nach dem Ende der Ferien (ab 26. Oktober) müssen die Schulen wissen, wie es weitergeht. Thomas Judt verweist darauf, dass es wohl Förderprogramme geben werde, die das Aufrüsten von Lüftungsanlagen in den Hallen unterstützen. Allein: „Dieses Aufrüsten wird manchmal einfach am Platz scheitern.“

Guido Quint bleibt mit Blick auf eine spätere Nutzung der AvH-Halle durch die Schüler gelassen. „Wenn wir das mit oft viel zu engen Klassenräumen vergleichen, ist doch nicht nur unsere Halle um ein Vielfaches größer und entsprechend viel Luftraum vorhanden.“ Auch Thomas Judt bestätigt dies. Bis zu den Ferien soll es eine Empfehlung für das Sportamt geben, wie die Hallen für den Schulsport unter Corona-Bedingungen genutzt werden können. | Standpunkt

Hintergrund

Das Land NRW regelt zum Schulsport nach den Sommerferien: Der Sportunterricht soll bis 9. Oktober im Freien stattfinden. Kontaktsport ist nach Möglichkeit zu vermeiden. Ob eine zur Vermeidung hoher Aerosolkonzentrationen ausreichende Belüftung der Sporthallen vorhanden ist, muss der Schulträger sicherzustellen. Auch die Größe der Umkleideräume sollte durch schulinterne Belegungskonzepte berücksichtigt werden.

Standpunkt: Roulette spielt mit

Von Andreas Weber

Mit der kalten Jahreszeit kommen weitere Probleme. Die Grippewelle wird noch einmal für gewaltige Unsicherheit sorgen: Was ist nun eine normale Erkältung, was Corona? Auf Arbeitnehmer wird vermehrt Homeoffice zukommen, auf die Ärzte und das Gesundheitsamt ein weiterer Schub an Abstrichen.

andreas.weber@rga-online.de

Und Schüler und Kita-Kinder werden deutlich häufiger als momentan zur Sicherheit nach Hause geschickt. Mit dem Herbst und Winter steht auch der Schulsport vor einer Herausforderung. Denn die körperliche Freiluftbetätigung wird zur Ausnahme werden. 

Und mithin stellt sich die Frage: Wie coronasicher sind die Hallen? Da gibt es, losgelöst von der Frage der technischen Lüftungsmöglichkeiten, eine gute und eine schlechte Nachricht. Das Raumluftvolumen in Turnhallen ist ein anderes als in Klassenräumen. Die Sorge, dass das Virus übertragen wird, wächst andererseits ohne Maskenschutz beim Handball oder Turnen. Ob die Sportart nun mit Kontakt oder ohne erfolgt, am Ende ist ein Infektionsrisiko vorhanden. Roulette spielt mit. Schüler werden nun einmal nicht wie Leistungssportler regelmäßig getestet.

Zwei Wochen war Ruhe, jetzt hat Corona wieder eine Schule erwischt. Wie die Stadt mitteilt, müssen 26 Schüler einer Klasse der Alexander-von-Humboldt Realschule in häusliche Quarantäne, nachdem eines der Kinder positiv auf Covid-19 getestet wurde.

Das könnte Sie auch interessieren

Meistgelesen

Spiel, Bier und Musik: Das Großevent auf dem Schützenplatz startet
Spiel, Bier und Musik: Das Großevent auf dem Schützenplatz startet
Spiel, Bier und Musik: Das Großevent auf dem Schützenplatz startet
Dieb schlägt auf seinen Verfolger ein
Dieb schlägt auf seinen Verfolger ein
Dieb schlägt auf seinen Verfolger ein
Fluthilfe Remscheid: 311.000 Euro sind eingegangen
Fluthilfe Remscheid: 311.000 Euro sind eingegangen
Fluthilfe Remscheid: 311.000 Euro sind eingegangen
Remscheid erhält zwei Millionen Euro für die Feuerwehr, die Innenstadt und den Sport
Remscheid erhält zwei Millionen Euro für die Feuerwehr, die Innenstadt und den Sport
Remscheid erhält zwei Millionen Euro für die Feuerwehr, die Innenstadt und den Sport

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Kommentare