Schulen

Lehrermangel gefährdet den Unterricht in Remscheid

Karsten Neldner ist der Vorsitzende im elfköpfigen Vorstand der Stadtschulpflegschaft.
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Karsten Neldner ist der Vorsitzende im elfköpfigen Vorstand der Stadtschulpflegschaft.
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Neben zu wenig Lehrern kritisieren Remscheider Eltern auch zu kleine Klassenzimmer, hohe Kosten und Cybermobbing an den Schulen.

Von Andreas Weber

Remscheid. Vor zwei Jahren wurde die Stadtschulpflegschaft Remscheid gegründet mit dem Ziel, die Anliegen der 16.000 Eltern gegenüber dem Schulträger und den Verantwortlichen für Bildung in der Politik zu vertreten. Ihren Platz als Ansprechpartner hat die Pflegschaft schnell gefunden.

Kurz nach der Gründung wurden die Mitglieder als „sachkundige Einwohner“ in den Schulausschuss der Stadt aufgenommen. „Mittlerweile hat sich ein Netzwerk etabliert, über das die Eltern Infos rund um die Schule erhalten und in den Austausch kommen“, stellt Vorsitzender Karsten Neldner fest. Welchen Stellenwert das Gremium bereits besitzt, zeigte sich jetzt bei der Jahresversammlung. 36 Schulpflegschaftsvertreter aus 26 Schulen fanden sich zusammen, um zurückzublicken, einen Vorstand zu wählen und die Themen zu besprechen, die die Eltern in Remscheid bewegen.

Schule in Remscheid: Das bewegt die Eltern

Lehrermangel: Die Unterrichtsversorgung ist durch den Lehrermangel gefährdet, befürchtet die Stadtschulpflegschaft. Sie ist darüber im Austausch mit der Landeselternkonferenz NRW, dem Dachverband der Stadtschulpflegschaften, die die Interessen gegenüber dem Schulministerium vertritt.

Raumnot: Zu viele Schüler sitzen in zu kleinen Räumen. „30 Kinder in einer Klasse ist keine Ausnahme mehr, sondern Normalität“, kritisiert die Pflegschaft. Nicht nur die Umstellung von G8 auf G9 an den Gymnasien erfordert viele Umbau an den Schulen. „Wir fordern die Stadt auf, den Rechtsanspruch auf einen OGS-Platz ab 2026 allen Kindern zu ermöglichen. Remscheid sollte nicht die ‚Beste unter den Schlechtesten‘ im kommunalen Vergleich sein“, stellt Karsten Neldner fest.

Hohe Kosten: Neben Schulbuchgeld, Klassenkasse, Mensa-Essen, OGS-Beitrag und Förderverein muss auch noch der Taschenrechner, das iPad und die Klassenfahrt bezahlt werden. Das sind nur einige Beispiele, die in Zeiten hoher Inflation nicht nur einkommensschwache Eltern vor eine Herausforderung stellen. Die Bildung der Kinder darf nicht abhängig sein von der Größe der Geldbörse der Eltern, warnt die Pflegschaft.

Mobilität: Der Endbericht zum schulischen Mobilitätsmanagement hat die Defizite beim Schulweg aufgezeigt. „Wir achten darauf, dass die vorgeschlagenen Maßnahmen auch umgesetzt werden“, betont die Elternvertretung. Insbesondere die Elterntaxis habe man im Blick. Ein Video dazu ist zu finden unter: ssprs.de/elterntaxi

Digitalisierung: Corona habe aufgezeigt, wie wichtig die Digitalisierung in den Schulen ist. Die Forderung deshalb: „Wir brauchen verlässliche Lernmanagementsysteme und nicht nur mehr Geschwindigkeit in den Breitbandleitungen, sondern auch bei der Umsetzung der Projekte.

Cybermobbing: Online-Beleidigungen, Bedrohungen, Bloßstellungen und Belästigungen sind die negativen Seiten der fortschreitenden Digitalisierung. „Wir sorgen uns um das seelische Wohl unserer Kinder und müssen Cybermobbing unterbinden“, heißt es in einem weiteren Punkt, der die Elternvertreter federführend beschäftigt.

„Mein Körper gehört mir“: Das bewährte theaterpädagogische Projekt gegen sexualisierte Gewalt ist eines der wichtigsten Projekte an allen Remscheider Grundschulen. Leider würden die Eltern an den einzelnen Grundschulen unterschiedlich hoch mit den Teilnahmegebühren belastet. Ziel der Stadtschulpflegschaft ist es deshalb, eine einheitliche Finanzierung hinzubekommen.

Die Stadtschulpflegschaft

Der Vorstand der Stadtschulpflegschaft besteht aus Karsten Neldner (Sophie-Scholl-Gesamtschule), Jason Kannanthanathu (GGS Am Stadtpark), Claudia Todzey (AES), Tobias Krupp (GGS Hasten), Ann-Christin Arnolds (GBG), Michael Werth (GGS Siepen), Sabine Ballsieper (GGS Dörpfeld), Youssef Lamdaghri (EMMA), Selim Cevik (GHS Hackenberg), Petra Köser (Heinrich-Neumann-Schule) und Esther Garcia (KGS Menninghausen).

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