Betreuung

Schule einmal anders: Spaß bei der Gartenarbeit

Bei der Gartenarbeit in der Kleingartenanlage Lennep: die Heinrich-Neumann-Schüler Dustin Bratke (r.) und Lukas Dominik Neumohr (l.) mit ihrem Lehrer Felix Ridder. Foto: Roland Keusch
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Bei der Gartenarbeit in der Kleingartenanlage Lennep: die Heinrich-Neumann-Schüler Dustin Bratke (r.) und Lukas Dominik Neumohr (l.) mit ihrem Lehrer Felix Ridder.

Intensivpädagogische Betreuung in der Kleingartenanlage Lennep.

Von Andreas Weber

Remscheid. Kleingärten sind gerade in Corona-Zeiten, wo der heimischen Scholle neue Qualitäten abgewonnen wurden, in Mode gekommen. Auch Schulen entdecken die Naturkunde in einer Grünparzelle. So hat die Grundschule Hasten ein Grundstück in der benachbarten Kleingartenkolonie Stadtpark gemietet. Die Heinrich-Neumann-Schule wählt einen ähnlichen Weg: Die Förderschule ist mit Beginn des Schuljahres 2020/21 eine Kooperation mit der Kleingartenanlage Lennep eingegangen.

Die Flex-Klasse für Schüler der Klassen 8 bis 10, die am Standort Kölner Straße 74 im ehemaligen Kreishaus intensivpädagogisch beschult wird, pflegt den Garten von Maria Rosog. Auf der idyllisch gelegenen Anlage am Ende der Rudolf-Stosberg-Straße nehmen neun Schüler mittwochmorgens Schaufel und Harke in die Hand, um ein Nutzbeet anzulegen und zu bewirtschaften. Radieschen und Erdbeeren sind schon gepflanzt.

Es sind 14- bis 16-Jährige, die mit dem herkömmlichen Unterricht alleine überfordert wären. „Mathe und Deutsch im Klassenzimmer wären zu wenig. Sie brauchen die Abwechselung“, betont Felix Ridder, der mit seinem Kollegen Lucas Schäfer den kleinen Klassenverband leitet. Manche in der Gruppe kommen aus zerrütteten Elternhäusern, bei manchen ist es die überschüssige Energie, die dringend kanalisiert werden muss, wiederum andere sind straffällig geworden. In jedem Fall: Lernen fällt schwer, nicht selten wird geschwänzt. „Wir sorgen mit kreativen intensivpädagogischen Maßnahmen dafür, dass Struktur in den Alltag reinkommt“, meint Schulleiter Christian Knies.

Auf viel Bewegung legt die Heinrich-Neumann-schule Wert

So wird täglich in den ersten beiden Stunden in den Hauptfächern unterrichtet, ab der dritten Stunde geht’s in Kleingruppen mit maximal fünf Schülern raus. Montags ist „Fitgym24“ in Jägerwald angesagt, wo im Rahmen einer weiteren Kooperation kostenlos trainiert wird, dienstags gehen die Jugendlichen in Langzeitpraktika, mittwochs strampeln sie vom Kreishaus mit vom Förderverein gesponserten Rädern in die malerische Kleingartenanlage, donnerstags wird Sport im Röntgen-Stadion betrieben und freitags Bewegung angeboten in Form von Fußball, Schwimmen oder Mountain Bike, aber auch Hauswirtschaft ist möglich.

Ziel: Mit klaren Regeln und einer Atmosphäre aus Respekt und Wertschätzung auf positive Weise die Ressourcen aus den Jugendlichen herauskitzeln. Perspektivisch könnte dies zum Hauptschulabschluss nach Klasse 9 führen oder zumindest zu einer vertiefenden Berufsorientierung, die den Schülern die Grundvoraussetzungen für ein geregeltes Arbeitsleben beschert.

Felix Ridder ist mit dem ersten Ergebnis der Gartenarbeit zufrieden: „Dass die Schüler hier einträchtig in Ruhe arbeiten, ist nicht die Regel“, blickt der 42-jährige Sonderpädagoge auf Dustin, Lukas, Edoardo und Boshko, die einträchtig beim Graben und Säen in der spätsommerlichen Sonne ins Schwitzen geraten. Auch beim Heckenschneiden und Rasenmähen wollen sie sich einbringen. „Kein Problem, wir machen das“, sagt der 14-jährige Dustin Bratke. Wie alle anderen hat er Spaß bei der Teamarbeit.

Schule einmal ganz anders –das wird auch bei den Kleingärtnern geschätzt. „Ich fand die Idee toll, weil ich selbst ein sozial aufgeschlossener Mensch bin“, sagt Vorsitzender Friedrich Stucke. Auch bei den Pächtern der 49 Parzellen stieß sie auf fruchtbare Resonanz. Nicht nur Maria Rosog meldete sich freiwillig, um ihren Garten zum Beackern freizugeben, auch mehrere andere Familien auf dem weitläufigen Areal in Hanglage wären zur Kooperation mit der Heinrich-Neumann-Schule bereit gewesen.

Kleingärtner

Die Kleingartenanlage Lennep wird kommendes Jahr 75 Jahre alt. Es gibt 49 Parzellen zwischen 250 und 300 Quadratmetern, die alle belegt sind. Die Nachfrage nach freien Plätzen sei groß, sagt Vorsitzender Friedrich Stucke.

www.l-gg.de

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