Projektwoche zur Nachhaltigkeit

Schüler erfahren, warum Eier vom Bio-Bauern teurer werden

Manfred Bücheler (ganz links) erklärt den Projektteilnehmern der 6. und 7. Klasse des Emma-Herwegh-Gymnasiums, wie sein Biohof funktioniert. Peter Schmidt (ganz rechts) steuert Wissen zu Hörnern und ihrer Bedeutung für die Kühe bei.
+
Manfred Bücheler (ganz links) erklärt den Projektteilnehmern der 6. und 7. Klasse des Emma-Herwegh-Gymnasiums, wie sein Biohof funktioniert. Peter Schmidt (ganz rechts) steuert Wissen zu Hörnern und ihrer Bedeutung für die Kühe bei.

Projektwoche zur Nachhaltigkeit an der Emma – Futterkosten beeinflussen die Preise.

Von Michelle Jünger

Remscheid. Die erste Schulwoche ist gerade um und schon startet am Emma-Herwegh-Gymnasium eine große Projektwoche zur Nachhaltigkeit. Unter dem Motto „Raus aus der Schule und rein in die Natur“, begeben sich die Schülerinnen und Schüler auf Müllsuche im Wald. Oder wie am Dienstag auf den Bio-Bauernhof von Manfred Bücheler.

Der Hof am Farrenbracken wird nebenberuflich betrieben. Gehalten werden dort Gänse, Hühner, Enten und Kühe. Neben Eiern geht es im kleinen Betrieb um den Verkauf von Bio-Fleisch. Für viele der Schülerinnen und Schüler ist allein der Besuch eines Bauernhofes schon ein Erlebnis, aber dann auch noch Bio? Was ist denn da der Unterschied?

Unter anderem wird auf künstliche Dünger aus Stickstoff und Co. verzichtet. Damit auf den Wiesen trotzdem etwas wächst, kommt Bio-Dünger zum Einsatz. Mit anderen Worten Kuhdung oder Mist. Aber auch das Futter muss Bio sein. Im besten Fall gebe das die Wiese her. „Durch die Hitze müssen wir den Kühen jetzt schon Winterfutter geben“, sagte Manfred Bücheler. Das bisschen Gras, was es eben gebe, reiche für die etwa 35 Tiere nicht.

Auch die Hühner bekommen regelmäßig Bio-Legemehl. Das ist eine Mischung aus Getreidekörnern und eiweißhaltigen Bestandteilen wie Erbsen oder Sojabohnen. Bei Büchelers werden Hybridhühner gehalten, die bis zu 300 Eier im Jahr legen können. Bei so vielen Eiern ist der Energieverbrauch hoch – das heißt, sie brauchen recht viel Futter.

Und das ist ganz schön teuer geworden. Anfang des Jahres kosteten 100 Kilo etwa 60 Euro. „Jetzt hat sich der Preis je nach Anbieter bei 80 bis 90 Euro eingependelt“, sagt Peter Schmidt vom Vorstand Biokreis Erzeugerring NRW e. V., der gestern beim Projekttag von der Emma mit von der Partie war. Die Futtervertriebe gäben die Preise zögernd an die Bauern weiter, aber sie kämen nicht drumherum. Diese Kosten müssen irgendwie verkraftet werden. Die Eier kosten deshalb bei Büchelers nun mehr: 40 Cent pro Bio-Ei. Das sei aber für die Art der Haltung noch günstig, betont Peter Schmidt, der von Kollegen andere Preise kenne.

Steigende Preise sind für Endverbraucher bei Bio geringer

Zwei frei stehende Wagen hat Manfred Bücheler, die auch immer wieder versetzt werden. Damit der Boden nicht überbeansprucht wird. Die Energie, die sie benötigen, bekommen sie durch Photovoltaik-Anlagen, die eine Batterie einspeisen. So ist für Licht und Wärme gesorgt. Seine Hennen können frei laufen, genauso wie die Gänse und Kühe. Auch das mache seinen Biohof aus, die Tiere hätten viel Freiheit.

Grundsätzlich hätten Bio-Betriebe derzeit preisliche Vorteile. Dünger falle bei Viehhaltung an. Was hier bevorratet würde, reiche für die ganze Fläche. „Die Anlieferung entfällt. Dünger ist außerdem teuer“, so Schmidt. Der Düngerpreis orientiert sich am Weizenpreis. Zudem ist unter anderem Erdöl zur Produktion notwendig, welches ebenfalls nicht günstig ist. Bio-Bauern müssten durch den Entfall dieser Kosten im Gegensatz zum konventionellen Kollegen weniger auf den Endverbraucher umlegen.

Trotzdem spürt der Bauer den Preisdruck. „Der betrifft fast ausschließlich Geflügel“, fügt er hinzu. Die Eier, aber auch Enten und Gänse für die Weihnachtszeit, dürften deswegen weiter teurer werden. Genaue Preise kann er aber noch nicht sagen.

Zum Thema „Natürlich nachhaltig“

Eierautomat

Auf dem Biohof gibt es in der Einfahrt auch einen Eier-Automaten. Dort bekommt man kleine und normal große Bio-Eier im Secherspack. Erwerben kann man dort auch Bio-Blüten- und Rapshonig. Hergestellt wird der von Imkern im Bergischen Land.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Wochenmärkte in Remscheid kämpfen ums Überleben
Wochenmärkte in Remscheid kämpfen ums Überleben
Wochenmärkte in Remscheid kämpfen ums Überleben
Weihnachtstreff: Das soll als Ersatz für die Eisbahn kommen
Weihnachtstreff: Das soll als Ersatz für die Eisbahn kommen
Weihnachtstreff: Das soll als Ersatz für die Eisbahn kommen
Neue Einschränkung für S 7-Pendler
Neue Einschränkung für S 7-Pendler
Neue Einschränkung für S 7-Pendler
Die Erben der Corona-Proteste: So ticken die Donnerstagsspaziergänger
Die Erben der Corona-Proteste: So ticken die Donnerstagsspaziergänger
Die Erben der Corona-Proteste: So ticken die Donnerstagsspaziergänger

Kommentare