Winter

Schnee und Eis: Darauf ist im Wald besonders zu achten

Das Wetter hat den Solinger Wald – wie hier am Rüdenstein – in eine traumhafte Winterlandschaft verwandelt. Eis und Schnee bringen jedoch auch Gefahren mit sich. Foto: Christian Beier
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Das Wetter hat den Solinger Wald – wie hier am Rüdenstein – in eine traumhafte Winterlandschaft verwandelt. Eis und Schnee bringen jedoch auch Gefahren mit sich.
  • Axel Richter
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Wanderwege sind glatt, Äste können brechen – Gefahren drohen derzeit aber vor allem den tierischen Bewohnern.

Remscheid. Noch vor wenigen Wochen zog es viele Menschen – auch aus Remscheid und Umgebung – für Tagesausflüge in die Skigebiete im Sauerland. Das ist nicht mehr nötig. Denn dank des Wetters der vergangenen Tage sind traumhafte Schneelandschaften inzwischen direkt vor der Haustür zu finden. Doch beim Winterspaziergang ist Vorsicht geboten. Der Naturpark Bergisches Land warnt sogar davor, die Wälder zu betreten.

Vor welchen Gefahren wird gewarnt?

„So eine Eislage haben wir selten in der Region“, sagt Wastl Roth-Seefrid, der beim Naturpark Bergisches Land für das Wegemanagement zuständig ist. „Durch die Trockenheit der vergangenen Jahre ist die Vitalität der Bäume sehr angegriffen“, sagt er. Der Eisregen und der anhaltende Frost würden die Situation jetzt verschärfen. Denn nun müssten die Bäume zusätzlich die Eislast tragen. Die Folge laut Roth-Seefrid: „Es besteht erhöhte Gefahr, dass Äste abbrechen. Das kann auch bei Bäumen passieren, die gesund aussehen.“

Sehen die Förster in Remscheid das genauso?

Nein. Markus Wolff, Leiter des Stadtforstamtes Remscheid, zeigt sich ob der Gefahrenlage im Winter weit weniger alarmiert. „Wenn jetzt noch Nebel dazukäme und sich als Eis an den Ästen absetzen würde, dann würde die Last zunehmen und die Astbruchgefahr steigen. Aber wir haben eine trockene Witterung.“ Wolff mag deshalb am Wochenende niemandem von einem Spaziergang im Wald abraten. Zumal: „Gefahren gibt es dort zu jeder Jahreszeit.“

Wie ist die allgemeine Rechtslage beim Betreten des Waldes?

Wie der Umstand, dass man über eine Wurzel stolpern oder auf glatten Waldwegen ausrutschen kann, zählen Schnee- und Eisbruch zu den waldtypischen Gefahren. Dafür haftet niemand, auch nicht der Waldbesitzer. Stattdessen gilt die grundsätzliche Regel: Wer als Spaziergänger den Wald betritt, der betritt ihn auf eigenes Risiko. Zugleich darf ein Waldbesitzer den Zugang zu seinem Wald nicht verwehren. Es gilt das allgemeine Waldbetretungsgebot. Danach darf grundsätzlich jeder den Wald zu Erholungszwecken betreten und sich dort aufhalten. Nur in Ausnahmefällen darf ein Betretungsverbot ausgesprochen werden.

Worauf sollte ich für meine eigene Sicherheit achten?

Spaziergänger sind bei der aktuellen Wetterlage immer gut beraten, feste, knöchelhohe Schuhe zu tragen. Hilfreich ist es, sich über die Rettungspunkte bewusst zu sein, die an Waldwegen eingerichtet wurden – unterstützen kann dabei die Handy-App „Hilfe im Wald“. Auch ein Mobiltelefon ist im Notfall hilfreich und sollte deshalb mitgeführt werden.

Wen gilt es darüber hinaus besonders zu schützen?

Tiere und Pflanzen verdienen immer Schutz. Im Winter fällt Wildtieren, die nicht Winterschlaf oder Winterruhe halten, die Nahrungssuche jedoch schwerer. Jede Flucht kostet sie zusätzliche Energie. Sie sollten deshalb nicht gestört werden, weshalb Spaziergänger auf den Waldwegen bleiben und ihre Hunde unbedingt angeleint sein sollten.

Bewegen sich mehr Menschen in der Natur als vor Corona?

Ja. Sport im Verein und im Fitnessstudio ist in der Pandemie nicht möglich. Umso mehr sind in der Natur unterwegs. Leider auch mit negativen Begleiterscheinungen wie Müll auf den Wegen. Wastl Roth-Seefrid freut sich dennoch über das Interesse: „Wir sehen das als Bestätigung für die Qualität unserer Wanderwege“, sagt er. Seit 2013 kümmert sich der Zweckverbund Naturpark Bergisches Land um die Wartung und Instandhaltung des Bergischen Wegs, des Bergischen Panoramasteigs und der Bergischen Streifzüge.

Talsperren

Die frostigen Temperaturen der vergangenen Tage rufen auch den Wupperverband auf den Plan. Auf den kleineren Talsperren in der Region bilden sich erste Eisflächen, heißt es in einer Mitteilung. Diese zu betreten, sei verboten: Es drohe Lebensgefahr für Mensch und Tier. Wegen Hohlräumen unter der Oberfläche sei die Gefahr groß, dass das Eis einbricht – unabhängig von Größe und Dicke der Schicht. Warnschilder mit Piktogrammen weisen an den Talsperren auf die Gefahr hin.

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