Cinestar

Das schlechte Wetter kommt dem Kino entgegen

Jörg Bender ist Theaterleiter des Cinestar-Kinos am Hauptbahnhof. In den sechs Sälen haben coronabedingt derzeit nur etwas mehr als 270 statt 1094 Besucher Platz. Foto: Roland Keusch
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Jörg Bender ist Theaterleiter des Cinestar-Kinos am Hauptbahnhof. In den sechs Sälen haben coronabedingt derzeit nur etwas mehr als 270 statt 1094 Besucher Platz.

Durchschnittliche Auslastung liegt derzeit bei 20 Prozent – James-Bond-Verschiebung trifft die Branche.

Von Manuel Böhnke

Remscheid. Für Sonnenanbeter hat das Wetter dieser Tage wenig zu bieten. Jörg Bender kann mit der ungemütlichen herbstlichen Witterung dagegen gut leben. „Je schlechter das Wetter, desto besser für uns“, sagt der Cinestar-Theaterleiter. Dieser Effekt macht sich am Hauptbahnhof bereits bemerkbar: Seit das dortige Kino am 25. Juni nach coronabedingter Zwangspause wiedereröffnet hat, gehen die Besucherzahlen laut Bender stetig nach oben.

Nichtsdestotrotz bewegen sie sich auf einem deutlich niedrigeren Level als gewöhnlicherweise im Oktober. Denn das Hygienekonzept für das Kino sieht vor, dass lediglich 25 Prozent der Sitzplätze belegt werden dürfen. In den sechs Sälen haben also derzeit nur etwas mehr als 270 Besucher Platz. Normalerweise sind es 1094. Doch selbst die reduzierte Kapazität wird nicht vollständig nachgefragt. „Unsere durchschnittliche Auslastung liegt derzeit etwa bei 20 Prozent“, sagt Bender.

„Je schlechter das Wetter, desto besser für uns.“
Jörg Bender, Cinestar-Theaterleiter

Einerseits ist der Theaterleiter froh, dass viele Remscheider in dieser außergewöhnlichen Lage dem Kino weiterhin die Treue halten und die Hygienevorschriften ohne größere Probleme annehmen. Andererseits räumt er ein, dass die Situation für den erst 2018 eröffneten Filmpalast wie für die gesamte Branche wirtschaftlich eine Herausforderung ist. Erschwerend hinzu kommt die Vorsicht der Filmverleiher. So wurde der neue James-Bond-Streifen „Keine Zeit zu sterben“ abermals verschoben: von November 2020 auf den April kommendes Jahres. Auch die Neuverfilmung von „Dune – Der Wüstenplanet“ soll ebenfalls erst 2021 in den Kinos starten. „Das sind natürlich potenzielle Kassenschlager, die Sicherheit bringen“, räumt Jörg Bender ein.

Dennoch blickt er nicht pessimistisch auf die kommenden Monate. Man könne sich nicht alleine auf 007s Erfolg verlassen. In der Vorweihnachtszeit laufe das Kinogeschäft traditionell gut. Zudem erwartet der Theaterleiter noch einige Kinderfilme und deutsche Streifen, die Erfolg versprechen. Seit der Wiedereröffnung war bislang Christopher Nolans „Tenet“ der beliebteste Film. Auch das Drama „After Truth“ sei gut angekommen. Aktuell laufe die deutsche Komödie „Es ist zu deinem Besten“. „Der ist sehr lustig“, erzählt Bender.

Die Corona-Krise hat die Abläufe in der Kinobranche durcheinandergebracht. Wurden früher mit den Filmverleihern Jahreskalender mit den jeweiligen Erscheinungstagen der neuesten Streifen ausgehandelt, geschieht das Bender zufolge inzwischen fast auf Wochenbasis. Im Mittelpunkt stehen dabei die Fragen: Bleiben alle Filme an ihrem angestammten Platz? Kann man andere vorziehen, wenn etwa James Bond verschoben wird?

Es sind ungewisse Zeiten für die gesamte Branche. Und das Cinestar in Remscheid. Denn parallel zu den Problemen durch die Corona-Pandemie braucht es für das hiesige Lichtspielhaus einen neuen Eigentümer. Das hat das Bundeskartellamt zur Auflage für die geplante Fusion der Unternehmen Cinestar und Cinemaxx gemacht. Geht der Eigentümerwechsel nicht in den kommenden Wochen vonstatten, platzt die geplante Fusion.

Trotz der Unwägbarkeiten ist Jörg Bender überzeugt, dass das Kino die aktuelle Krise überleben wird – in Remscheid und andernorts. Die Pandemie sei vielmehr ein Anstoß, sich Gedanken über neue Konzepte zu machen. „Zukünftig könnten nicht mehr nur klassische Spielfilme laufen, sondern vermehrt auch Serien oder Kulturveranstaltungen wie Opern.“ Wie genau sich diese Elemente ins Programm integrieren ließen, weiß der Theaterleiter noch nicht. Sicher ist er sich hingegen angesichts der vielen verschobenen Blockbuster: „2021 wird ein mega Kino-Jahr.“

Geplante Fusion

Der geplante Zusammenschluss von Cinestar und Cinemaxx wäre die größte Kinofusion Deutschlands. Damit sie Realität werden kann, hat das Bundeskartellamt den Verkauf von sechs Kinos zur Auflage gemacht. Darunter ist auch das Remscheider Cinestar. Eigentlich sollte die Frist für den Eigentümerwechsel Ende August enden. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde sie jedoch verlängert.

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