Freibad Eschbachtal

Schiffsparade: Echter Kutter tutet im Eschbachtal

Frank Peppler (59) in seiner „Werft“ im Keller. Sein Kutter „Heimatland Fri 36“ ist bereit für die Schiffsparade.
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Frank Peppler (59) in seiner „Werft“ im Keller. Sein Kutter „Heimatland Fri 36“ ist bereit für die Schiffsparade.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Modellboote stechen am 3. und 4. September im Freibad Eschbachtal in See. Ein Rader aus Remscheid bringt ein ganz besonderes Exemplar mit.

Remscheid. Die Möwen fliegen kreischend um die Fri 36. Die frechen Vögel wollen den Matrosen ein paar Krabben vom Förderband stibitzen. Denn die hatte die Besatzung heute Morgen schon mit den beiden großen Netzen aus dem Wasser gefischt. Die Ausbeute war so gut, dass die ersten Schalentiere bereits im dampfenden Kessel vor sich hin köcheln, während nebenan gesiebt wird. Als sich der Tag dem Ende zuneigt, ankert der Käpt’n. Schließlich geht es morgen wieder in aller Herrgottsfrühe los. Dann sticht der Krabbenkutter wieder in die dunkle See, nur das Rot der Mastleuchten ist dann zu sehen, das sich auf der Wasseroberfläche spiegelt.

Diese Geschichte können die Besucher im Freibad Eschbachtal am 3. und 4. September live erleben. Denn dann findet die traditionsreiche Schiffsparade mit Modellbooten unter Regie des Fördervereins statt, nachdem die Schwimmsaison beendet wurde. Dabei sein wird die Fri 36 mit ihrem Kapitän Frank Peppler - und wird alle Augen auf sich ziehen. „Man hat mir schon oft so viel Geld geboten, aber die bleibt hier“, betont der gebürtige Remscheider, der heute in Radevormwald lebt.

Remscheider restauriert den Krabbenkutter in Radevormwald

Der 59-jährige Betriebsschlosser hat seinen Krabbenkutter „Heimatland“ auf Vordermann gebracht. Zwei Jahre stand das Schiff in der Radevormwalder Werft, angeschlossen an ein Batterie-Erhaltungsgerät. Jetzt darf es im Freibad Eschbachtal vom Stapel laufen. Aber erst, wenn ihn zwei starke Männer aus dem Keller geholt und auf einen Anhänger gehievt haben. Denn die Fri 36 wiegt stolze 30 Kilo.

Geschaffen hat sie vor über 30 Jahren Otto Ganske aus dem Südbezirk, der jahrelang Mitglied im Förderverein Freibad Eschbachtal war. In liebevoller Kleinstarbeit hat er das 1,34 Meter lange und 1,20 Meter hohe Schiff komplett mit Hand erschaffen - und dabei an jedes noch so kleine Detail gedacht. Selbst die Türklinken des Steuerhauses funktionieren. Mit dem Storchenschnabel hat Ganske den Kutter vergrößert.

Der Original-Maßstab lag bei 1:20, das heutige Exemplar misst 1:10, gebaut aus gedämpfter Buche. Planke um Planke klebte der Knösterer auf, das Deck wurde mit Zwirn verdichtet. Ein Meisterwerk, das Töne macht, leuchtet und einige technische Details hat. Es ist ein echtes Schiff in 1:10.

Über einen weitläufigen Bekannten seiner Schwiegereltern geriet er an den Krabbenkutter in Leichtbauweise, als Otto Ganske starb. „Eigentlich hatte ich bis dahin nichts mit Modellbau am Hut“, erzählt der 59-Jährige. Doch eines Tages kaufte sich sein Sohn im Urlaub vom Taschengeld ein Modellboot - es wollte aber nicht so recht klappen, also musste Papa Hand anlegen. „Dann ging das hier los“, erzählt Frank Peppler und nickt seiner Fri 36 zu, die er erst mal neu verdrahtete.

Das war vor zehn Jahren. Das Basteln und der Bezug zur Nordsee, sein liebstes Ferienziel, faszinieren ihn. Bereits mehrfach war er mit der schwimmenden Augenweide bei der Schiffsparade im Eschbachtal. So auch dieses Jahr. Er zeltet sogar dort. „Wir Modellbaukollegen sind ein verschworener Haufen, das macht immer viel Spaß“, sagt Peppler.

Schiffsparade im Eschbachtal: Termin und Anmeldung

Mitmachen: Es werden noch Modellboot-Kapitäne gesucht, die am 3. und 4. September in den Freibad-Becken mit in See stechen wollen. Was müssen die Modellbootfahrer mitbringen? „Gute Laune und ein Schiff, alles andere wird gestellt“, erklärt Stefan Grote, Vorsitzender des Fördervereins. Und: Die Teilnahme ist für die Kapitäne kostenfrei. Anmelden können sich die Besatzungen per E-Mail: stefan-grote@t-online.de

Ablauf: Erwartet werden Modellboote aus ganz Europa, darunter U-Boote, Partyboote und Eisbrecher sowie Besucher aus ganz Deutschland. Eintritt: Erwachsene 2, Kinder 1 Euro. Wann? Samstag, 3. September, ab 14 Uhr bis nach den beleuchteten Nachtfahrten und Sonntag, 4. September, 11 bis 18 Uhr im Freibad Eschbachtal. Der Förderverein bietet Speis und Trank.

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