Enttäuscht von der Politik

Schatzkiste schließt, bis die Inzidenzzahlen niedrig sind

Dr. Volker Schatz und seine Familie haben beschlossen, die Schatzkiste bis auf Weiteres zu schließen. Archivfoto: Roland Keusch
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Dr. Volker Schatz und seine Familie haben beschlossen, die Schatzkiste bis auf Weiteres zu schließen.

Dr. Volker Schatz sagt alle Veranstaltungen ab.

Von Peter Klohs

Remscheid. Ich fand mich am Donnerstagabend recht früh in der Kleinkunstbühne Schatzkiste ein. Zum Einem freute ich mich auf den in Hamburg lebenden Kabarettisten Kerim Pamuk, zum Anderen ging ich davon aus, dass es in der Schatzkiste gemütlicher sein würde als im Freien in der Nähe des Gefrierpunktes.

Doch anstelle von zahlreichen Besuchern begrüßte mich ausschließlich der Inhaber der Kleinkunstbühne Dr. Volker Schatz. Er müsse die Veranstaltung leider absagen, sagte Dr. Schatz und erläuterte weiter: „Wir haben gestern im Familienrat zusammengesessen und beschlossen, die Türen der Schatzkiste zu schließen, und zwar so lange, bis die Inzidenzzahlen auf ein erträgliches Maß zurückgegangen sind. Wir haben jegliches Vertrauen in die Entscheidungen der Politik verloren, was den Schutz der Menschen angeht. Keine der politischen Entscheidungen hat uns bisher wirklich geholfen.“

Volker Schatz ging ins Detail und argumentierte wie folgt: „Sehen Sie, vollständig Geimpfte können das Virus sehr wohl weitergeben und sich auch anstecken. So eine Infektion ist zwei Wochen nicht nachweisbar. Und jetzt stellen Sie sich das Szenario hier in der Schatzkiste vor: Da sitzt ein vollständig Geimpfter und steckt seinen Sitznachbarn an. Da wäre selbst eine 2-G-Plus-Regelung gefährlich. Deshalb bleiben die Türen der Schatzkiste bis auf Weiteres geschlossen.“

Dr. Schatz unterstützt Künstler aus privaten Mitteln

Niemand, so Dr. Schatz weiter, könne nachempfinden, wie er sich zur Zeit fühle. „Einerseits habe ich verantwortungsvoll gehandelt und Verantwortung übernommen. Andererseits stoße ich genau damit meine Gäste vor den Kopf.“ Es tue ihm unendlich leid, sein Publikum und die Künstlerinnen und Künstler möglicherweise enttäuschen zu müssen.

„Ich bin kein Verschwörungstheoretiker“, sagte Dr. Schatz, „aber wenn man sich einliest und mit den Gegebenheiten vertraut macht, dann kann man das, was die Politik entscheidet, nicht gut finden.“ Es sei für ihn selbstverständlich, „seine“ Künstler finanziell zu unterstützen. „Und zwar nicht aus Mitteln der Schatzkiste, sondern das mache ich privat.“

Ein Ehepaar, das zum ersten Mal eine Veranstaltung in der Remscheider Kleinkunstbühne besuchen wollte und aus Wuppertal angereist war, bekam dieselbe Auskunft und ging enttäuscht wieder. Also wieder raus aus der Schatzkiste, sich kurz dem Gefrierpunkt aussetzen und nach Hause fahren. Mehr bleibt nicht zu tun.

Alle Entwicklungen rund um das Coronavirus finden Sie in unserem Blog.

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