Konzert

Sängerin reißt das Publikum auch als Flamencotänzerin mit

Naroa Intxausti begeisterte das Publikum als Sängerin und Flamencotänzerin.
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Naroa Intxausti begeisterte das Publikum als Sängerin und Flamencotänzerin.

Die Bergischen Symphoniker läuteten im Teo Otto Theater das neue Jahr mit spanischen Melodien ein.

Von Daniel Diekhans

Remscheid. Rauschender Applaus und Bravo-Rufe – beim Neujahrskonzert wurden GMD Daniel Huppert und die Bergischen Symphoniker von einer Sympathiewelle getragen. Bei den gut 400 Gästen schwang sicher die Erleichterung mit, nach der Corona-Pause mit ihrem Lieblingsorchester ins Jahr 2022 starten zu können.

Ins Schwarze traf vor allem die beschwingte Spanienreise, die am Ende alle von den Sitzen riss. Und wer hätte den Trip besser anführen als Sopranistin Naroa Intxausti? Die „waschechte Baskin“ (Huppert), die im üppigen roten Rüschenkleid auftrat, sang Glanzstücke der Zarzuela. Diese landestypische Operette ist so farbenfroh wie sonst nur der Frühling auf der iberischen Halbinsel. Diesen „Primavera“ besang Intxausti mit glockenheller Stimme.

Selbst wer sonst kein Wort Spanisch kann, wusste dank ihrer fein nuancierten Interpretation, ob es sich bei den folgenden Stücken um eine Liebesklage oder um ein heiteres Lied handelte. Ihre Zuhörer fanden die Sängerin „toll“, „stark“ und waren erst recht begeistert, wenn sie sich wie eine Flamencotänzerin drehte und wendete. Passend dazu schlugen die Symphoniker das Tamburin und ließen die Kastagnetten klappern. Das komplette Schlagzeug erklang bei der „Carmen-Quadrille“ von Eduard Strauß – elegant war so der Bogen von Sevilla nach Wien geschlagen. Bei „Auf in den Kampf, Torero“ klatschte das Publikum mit und Huppert machte sich einen Spaß daraus, abwechselnd das Orchester und den Saal zu dirigieren.

Auch brasilianische Rythmen waren zu hören

Johann Strauß’ „Das Spitzentuch der Königin“ fiel geradezu schwelgerisch aus, während der zackig gespielte „Spanische Marsch“ zurück zum eigentlichen Thema führte. So kam auch Juan de Arriaga, Zeitgenosse von Beethoven und Schubert, zum Zug – mit einer Sinfonie, die die Musiker ausgewogen und durchhörbar gestalteten. Dass Leichtigkeit ohne präzises Zusammenspiel nicht denkbar ist, zeigte „Granada“ von Isaac Albéniz. In diesem Klangporträt der andalusischen Stadt ließ Huppert immer wieder neue Orchesterfarben aufleuchten – filigrane Holzbläser, kompakte Streicher und einen Posaunenchor.

Am Ende gab es wie vom Publikum verlangt nicht nur eine Zugabe, sondern einen ganzen Reigen davon. „Prosit Neujahr!“ wünschten die Symphoniker und machten mit „Tico-Tico“ den großen Sprung nach Brasilien. Der gemeinsam entwickelte Rhythmus, fast schon eine Samba, war das richtige Warm-up für den „Radetzky-Marsch“. Der traditionelle Rausschmeißer also, bei dem auch diesmal gern und kräftig mitgeklatscht wurde.

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