Open Air Festival auf dem Schützenplatz

Slam-Poet und Kabarettist Torsten Sträter füllt den Schützenplatz

Satiriker und Poetry Slammer Torsten Sträter trat am Dienstagabend auf dem Schützenplatz auf. Gäste hatten sich warm eingepackt.
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Satiriker und Poetry Slammer Torsten Sträter trat am Dienstagabend auf dem Schützenplatz auf. Gäste hatten sich warm eingepackt.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Torsten Sträter trat am Dienstag vor 800 Gästen beim „Liebe und Musik Open Air Festival“ auf.

Remscheid. Heerscharen von Menschen zogen am Dienstagabend aus allen Richtungen zum Schützenplatz, bewaffnet mit Sitzkissen und dicken Jacken: 800 Besucher wollten den Satiriker, Comedian und Poetry Slammer Torsten Sträter im Rahmen des „Liebe und Musik Open Air Festivals“ live auf dem Schützenplatz sehen. Dazu mussten sie aber erst einmal einen Parkplatz finden – es herrschte Chaos. Die Ruhrpott-Schnauze rangierte damit direkt auf Platz 2 der beliebtesten Festival-Events nach Gentleman, sagt Veranstalter Sebastiao Pembele.

Die Gäste hatten sich warm eingepackt.

Der Anblick von 800 Zuschauern auf ihren coronakonform immer zu zweit platzierten Klappstühlen ließ den ganz in Schwarz gekleideten Comedian auf der Riesenbühne schmunzeln: „Viele von Ihnen da hinten sitzen ja gar nicht mehr in Remscheid. Sie wirken alle, als hätten Sie den Flug verpasst.“ Natürlich griff der Mann mit der Beanie-Mütze auch gleich den Konflikt mit den Anwohnern des Schützenplatzes auf – und zog das die nächsten zwei Stunden durch. „Hallo Anwohner, ich werde jetzt undeutlich sprechen, weil Sie keine Eintrittskarte haben“, erklärte er eingangs und versprach: „Ab 22 Uhr gibt es hier Anwohnerbelästigung vom Feinsten, ich freu mich drauf.“ Was allerdings nicht eintraf: Brav kam der Dortmunder mit dem ungezügelten Mundwerk dann doch im Zappendustern samt Tankstellen-Pipi-Pointe zum Ende. Kusshand für die stehenden und „Wohoo“ rufenden Fans inklusive. Sie hatten ohnehin zu lange ins helle Licht der Bühne geguckt.

„Ich hatte alles: Mumps, Majoran, Dünnschiss und Tourette.“

Torsten Sträter über seine Impf-Nebenwirkungen

Davor hatte Torsten Sträter sie die vergangenen 120 Minuten abzüglich Pause eindringlich gewarnt, ein running gag, der auch am Tag danach noch im Gehirn blieb. Bei Limo, Bierchen und Pommes-Currywurst genossen die Zuhörer Sträters geschliffene Wortspiele („Ist Traumi der Plural von Trauma? Ich kenn mich nicht so aus mit Plurälen“), und amüsierten sich über so manche Anekdote aus seinem Leben, gespickt mit Neologismen, aber auch mit der einen oder anderen Zote, die man nicht abdrucken kann. „Sollte ich eine gesellschaftliche Tiefe haben, ist es aus Versehen“, hatte der Sprachfetischist vorab im RGA-Interview angekündigt, und hielt Wort.

Torsten Sträter, Meister des Falschverstehens, kommt in Remscheid gut an

Mit Corona habe er abgeschlossen, erklärte Sträter, der sich hat impfen lassen. Danach ging es ihm wie vielen. „Ich hatte alles: Mumps, Majoran, Dünnschiss und Tourette – von 11 bis 18.30 Uhr.“ Während der Ausgangssperre habe er beim Ordnungsamt angerufen, um zu fragen, ob er nicht schon um 21 Uhr ins Bett könne. Allerdings habe er in der Zeit auch etwas zugelegt, gestand er. „Das wundert mich, weil ich acht Mal am Tag die Ernährung umstelle.“ Apropos: Ernährung. Bifi ist dem 54-Jährigen suspekt: „Ein Lebensmittel, bei dem ich den Verdacht habe, dass es anders verpackt auch im Fressnapf-Regel steht.“

Schnell ging es weiter zu seinem 18-jährigen Sohn, der im Programm nicht vorkommen wollte. Pech. Während Herr Papa einen Mustang V8 fährt, rumpelt der Sohnemann im Opel Corsa „ohne PS“ daher. „Der fährt nur, wenn Fallwinde sind.“ Wie leicht er sich ablenken lässt, erklärte Sträter so: „Ich war bei meinem Steuerberater bezüglich der Umsatzsteuervoranmeldung. Als er ,wahlweise‘ sagte, konnte ich nur noch an einen kleinen, einsamen Meeressäuger denken.“

Instagram, Influencer („Ich war Influencer für Gehacktes, als ich noch Prospekte verteilt habe“), Wandtattoos, Hustinettenbär („Der hat mich zum Bettnässer gemacht, bis ich 18 war“) – alle bekamen ihr Fett weg. Die bunte Tüte Spaß schmeckte den Zuhörern. „Der Typ hat was. Für mich ist er der Meister des Falschverstehens“, sagte Volker de Vries aus Solingen.

Nächste Events

Freitag, 3. September, 20 Uhr: DJ-Duo Gestört aber Geil

Samstag, 4. September, 20 Uhr: Söhne Mannheims

Sonntag, 5. September, 16 Uhr: Laith Al-Deen

Karten: remscheid-live.de / Rabatt mit RGA-Karte

„Liebe & Musik Open Air“ am 4. September: Das haben die Söhne Mannheims zu sagen.

Laith Al-Deen: „Deutsch ist eine spannende Sprache mit Power“.

„Liebe und Musik“-Festival startet mit Musik und Kritik am Veranstalter.

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