Weihnachtsfest für Alleinstehende

Rucksäcke ersetzen gemeinsame Weihnachtsfeier

Rucksack statt Weihnachtsfeier: Katharina Eich (r.) freut sich über die Tasche aus den Händen von Ursel Peiseler. Foto: Doro: Siewert
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Rucksack statt Weihnachtsfeier: Katharina Eich (r.) freut sich über die Tasche aus den Händen von Ursel Peiseler. Foto: Doro: Siewert

Die traditionelle Weihnachtsfeier für Alleinstehende musste kurzfristig im Hinblick auf die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus abgesagt werden.

Von Peter Klohs

Remscheid. Die traditionelle Weihnachtsfeier für Alleinstehende, die in normalen Zeiten am Heiligen Abend auf dem Faßbender-Platz stattfindet, musste kurzfristig vom Team der Stadtkirche im Hinblick auf die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus abgesagt werden. Die Verantwortlichen um Pfarrer Martin Rogalla hatten sich jedoch schnell einen „Ersatz“ ausgedacht: Die Alleinstehenden konnten sich am 24. Dezember zwischen 17 Uhr und 20 Uhr in der evangelischen Stadtkirche einen prall gefüllten Rucksack abholen, dessen Inhalt warme Mittagessen für drei Tage garantierte und noch mehr gute Gaben enthielt. Das schöne Motto dieser Aktion war „Fürchtet euch nicht!“

Das Innere der Stadtkirche beherrscht ein mehr als sechs Meter hoher Weihnachtsbaum voller Kerzen, der mehr als symbolisch Licht und Wärme spendet. Noch höher, unweit der Orgel, hängt ein vielzackiger Weihnachtsstern im Raum. Auf dem Altar brennen zwei große Kerzen, im Kirchenraum verteilt mehrere kleinere. Musik wird gespielt: Kantorin Ursula Wilhelm sitzt an der Orgel, Viola Fey spielt Violine. „Vom Himmel hoch“ und viele andere bekannte Weihnachtslieder erklingen. In den Bänken sitzen etwa zehn Besucher und lauschen, stehen später auf, holen sich das Friedenslicht aus Betlehem ab und gehen zufrieden nach Hause.

Auch einige Alleinstehende bleiben eine Weile im Kirchenraum, den Rucksack zu ihren Füßen. Wie Ursel Peiseler von der Stadtkirchengemeinde erklärt, standen insgesamt 120 Rucksäcke zur Verfügung, von denen man am vergangenen Donnerstag bereits 59 der Remscheider Tafel übergeben hat. „Und das ist auch gut so“, sagt Pfarrer Martin Rogalla. „Es ist nicht damit zu rechnen, dass heute Abend so viele Menschen kommen.“

Außer einem Beutel Suppe sind zwei Fertigmenüs im gut gefüllten Rucksack für die Alleinstehenden, außerdem ein kleiner Christstollen, Mirácoli, eine Salami, Milch, Puddingpulver und ein Friedenslicht. Auch ein Regen-Cape war Inhalt der Rucksäcke, gedacht für den Fall, dass es während der Feier auf dem Faßbender-Platz regnen sollte. Die Capes sind in der Stadtkirche natürlich entbehrlich. „Da haben wir schonmal was für das nächste Jahr“, schmunzelt Pfarrer Rogalla.

„Zwanzig Menschen waren schon hier und haben einen Rucksack in Empfang genommen“, berichtet Pfarrer Rogalla weiter. „Manche setzen sich ein paar Minuten in die Kirchenbänke und hören gerne der Musik zu, andere gehen sofort wieder.“ Das Team der Stadtkirchengemeinde bedauert sehr, dass man in der vergangenen Woche die Entscheidung, das Fest nicht auf dem Faßbender-Platz ausrichten zu können, fällen musste. „Aber es hilft ja nicht“, sagt Ursel Peiseler. „Es ist wie es ist.“

Bis 20 Uhr werden in der Kirche die Rucksäcke ausgegeben. „Ein Ansprechpartner ist immer hier“, sagt Martin Rogalla, „entweder ich oder Pfarrerin Ursula Buchkrämer.“ Ein neuer Gast betritt die Kirche, stellt den Rucksack zu seinen Füßen hin und hört der Weihnachtsmusik zu.

Welche Beschränkungen wegen des Coronavirus gelten aktuell in Remscheid? Das haben wir für Sie in einem Artikel zusammengefasst, den Sie hier finden: Ein Überblick über die Corona-Regeln in Remscheid.

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