Mehrzweckbau geplant

Förderung: RSV erhält Millionen vom Land

Der Freiluft-Tenniscourt 1 direkt neben dem RSV-Clubheim am Fürberg kann zum Mehrzweckbau werden. Foto: Doro Siewert
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Der Freiluft-Tenniscourt 1 direkt neben dem RSV-Clubheim am Fürberg kann zum Mehrzweckbau werden.
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Mittel aus NRW-Investitionspakt bescheren auch Sportplatz Neuenkamp eine Perspektive

Remscheid. 1,355 Millionen Euro Landesförderung erhält der RSV für seinen geplanten Mehrzweckbau am Vereinsheim am Fürberg. Nachdem die Stadt im vergangenen Jahr mit ihren zwei Bewerbungen für den RSV und den Sportplatz Neuenkamp in der ersten Runde leer ausgegangen war, fließt 2021 aus dem nochmals aufgelegten Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten viel Geld nach Remscheid.

Dabei nahm die Bewerbung eine überraschende Wendung. Im Februar hatte sich der Regionalrat nicht für das von der Stadt priorisierte Bauprojekt des RSV, sondern für die Umwandlung des Tennenplatzes Neuenkamp in einen Kunstrasen ausgesprochen. In Düsseldorf fand nun ein Umdenken statt, zu dem der Landestagsabgeordnete Jens Nettekoven (CDU) beitrug. „Trotz der Enttäuschung des Vorjahres habe ich mich nicht entmutigen lassen und weiter das Gespräch mit dem Ministerium gesucht, um die komplexe Problemlage der Sportstätteninfrastruktur in unserer Stadt zu erläutern“, meint Nettekoven. „Jetzt ist es Aufgabe der Stadt, den dank der Fördergelder gewonnenen Handlungsspielraum zu nutzen, um im Dialog mit RSV und BV 10 eine zufriedenstellende Lösung für die ungeklärte Zukunft des Sportplatzes Neuenkamp herbeizuführen.“

RSV-Vorsitzender freut sich über die gute Nachricht

Lob gab es von Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz und Sportdezernent Thomas Neuhaus: „Damit hat Jens Nettekoven einen wesentlichen Baustein für die weitere Entwicklung der kommunalen Sportinfrastruktur erreicht. Das ist ein Zeichen dafür, dass er sich sehr für die Förderung dieses Projektes eingesetzt hat. Da hat Remscheid mit Verwaltung und Politik wie eine Mannschaft gespielt und eine überdurchschnittlich hohe Summe aus dem Förderbudget erlangt.“

RSV-Vorsitzender Hartmut Bau nahm die Nachricht am Donnerstag hocherfreut auf: „Dass es so eine Wendung geben würde, hätte ich nicht gedacht. Das ist super für uns, für den BV 1910 und die Stadt.“

Bau könnte im Herbst starten

Im Juli beginnt der RSV mit der dringend notwendigen Dachsanierung am Fürberg. 350 000 Euro wird diese kosten, weitgehend finanziert aus dem Landestopf „Moderne Sportstätte 2022“. Im September soll sie abgeschlossen sein. Weil das Clubgelände in der Zeit zur Baustelle wird, ist nicht davon auszugehen, dass der Mehrzweckbau vor Herbst angegangen wird. 1,5 Millionen Euro sind dafür veranschlagt. Zu den 1,355 Mio Euro Förderung gesellt sich ein städtischer Eigenanteil von zehn Prozent.

Die Pläne einer Remscheider Architektin sehen vor, dass der Tenniscourt 1 draußen geopfert wird und an der Stelle ein 400 Quadratmeter großer Kursraum mit einem ans Clubheim angedockten Aufzug entsteht. Der Spielraum, den der RSV nun für Sanierung und Modernisierung hat, erlaubt es, den in seinem Besitz befindlichen Sportplatz Neuenkamp für einen symbolischen Euro an die Stadt abzutreten, die wiederum in der Lage wäre, dem BV 1910 einen Kunstrasen zu ermöglichen.

Standpunkt: Abpfiff mit zwei Siegern

andreas.weber@rga.de

Kommentar von Andreas Weber

Es war eine zähe Partie mit wechselnden Spielanteilen, wenig Höhepunkten, taktischen Verzögerungen, vielen Szenen zum Haareraufen. Auch in der Verlängerung ging das Bangen für den RSV und den BV 1910 weiter. Dass es nach dem Abpfiff nun zwei Sieger geben wird, zwei Vereine positiv in die Zukunft blicken können, war lange nicht abzusehen. Zu verfahren war die Situation, als dass ein kollektiver Jubel in der Luft lag. Den gibt es nun doch. Wie so vieles, machen Fördertöpfe auf übergeordneter Ebene möglich, was die Kommune nicht mehr zu leisten im Stande ist. Für die hiesige Sportszene ist die Fördernachricht aus Düsseldorf ein Segen. Denn der BV 1910 muss nach Jahren der Ungewissheit seine Heimat nicht aufgeben. Der innenstadtnahe wie über den Hohenhagen infrastrukturell bestens angebundene Sportplatz Neuenkamp könnte zu dem werden, was ihm aufgrund seiner zentralen Lage zusteht: ein attraktives Sportzentrum in Remscheid zu werden. Der vielzitierte gordische Knoten ist so gut wie zerschlagen. Verwaltung, Sport und Politik müssen jetzt noch die Finanzierung für den Kunstrasen auf den Weg bringen.

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