Sanierung und Modernisierung

RSV denkt bei 1,5-Millionen-Förderung um

Auch die Turnhalle in Neuenkamp, früher in Besitz des TV Jahn, müsste vom RSV dringend saniert und modernisiert werden. Foto: Roland Keusch
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Auch die Turnhalle in Neuenkamp, früher in Besitz des TV Jahn, müsste vom RSV dringend saniert und modernisiert werden.

Weil der Bau eines Mehrzweckraums zu teuer wird, setzt der Verein auf ein Sanierungs- und Modernisierungspaket.

Von Andreas Weber

Remscheid. Erneut muss der RSV seine Hausaufgaben machen. Nachdem klar ist, dass die NRW-Landesförderung über 1,355 Millionen Euro (plus zehn Prozent Eigenanteil der Stadt) nicht ausreichen werden, um einen Mehrzweckraum auf der Vereinsanlage am Fürberg entstehen zu lassen, wird in enger Absprache mit der Stadt Remscheid an einer anderen Lösung gearbeitet. Um in den Genuss der 1,5 Millionen zu kommen, erstellt der Sportverein eine Liste mit Renovierungs- und Modernisierungsmaßnahmen, die an der Stelle des Bauantrags für das zusätzliche Raumangebot eingereicht werden sollen.

Der RSV-Vorstand denkt dabei sowohl an seine 1985 errichtete Heimat am Fürberg, wie auch an die kleine Halle in Neuenkamp, die nach dem Zusammenschluss mit dem TV Jahn vor sechs Jahren in RSV-Besitz übergegangen war. Präsident Norbert Tix fallen viele Baustellen ein, die angegangen werden müssen. Zum Beispiel Heizungsanlage, Umkleiden, behindertengerechte Auf- und Zugänge (Fahrstuhl) wie möglicherweise Photovoltaik auf dem Hallendach in Neuenkamp. „Wir müssen Geld in unsere vorhandenen Sportstätten stecken. In Corona-Zeiten können wir es uns erst recht nicht erlauben, uns dafür zu verschulden“, stellt Tix fest.

Der Schwenk von dem einen Großprojekt, das mit Baggerarbeiten am Freiluft-Tenniscourt 1 begonnen worden wäre zu anderen sinnvollen Maßnahmen, die bislang nicht umgesetzt werden konnten, ist ohne Alternative. Denn: Die Fördergelder aus Düsseldorf sollen nicht verfallen.

Die 1,5 Millionen hätten nicht ausgereicht, um das Projekt Mehrzweckraum zu realisieren. Als die Architektenpläne vor etwas über einem Jahr abgegeben wurden, bewegte sich die Bausumme bei 1,5 Mio. Ein Jahr später sind die Kosten durch die Decke geschossen. Der Anbau läge jetzt bei 2,3 Millionen Euro.

Wir befinden uns in konstruktiven Gesprächen mit der Stadt.

Norbert Tix, RSV-Präsident

Solche Kostensteigerungen sind für Sportamtsleiter Martin Sternkopf nicht ungewöhnlich: „Von ausufernden Baupreisen höre und lese ich momentan ständig. Die machen viele Projekte kaputt.“ In Zeiten, in denen Rohstoffe entweder nicht zu beschaffen sind oder, weil schwer erhältlich, die Preise explodieren, stehen die Beteiligten wieder am Punkt null, nachdem sie den gordischen Knoten in der komplizierten Gemengelage RSV, BV 1910 und Sportplatz Neuenkamp zerschlagen glaubten.

„Man kommt sich vor wie beim Biathlon: Einmal daneben geschossen, jetzt geht’s in die Ehrenrunde“, bemerkt Sternkopf mit Galgenhumor. Mehrmals haben  sich städtische Vertreter aus Sportamt und Sportdezernat mit dem RSV in den vergangenen vier Wochen zum Krisengipfel getroffen. Norbert Tix wähnt beide Seiten auf einem guten Weg: „Wir befinden uns in konstruktiven Gesprächen mit der Stadt und wollen die Kuh schnell vom Eis haben.“ Die Verwaltung wartet auf konkrete Vorschläge. „Wir benötigen vom RSV ein Maßnahmenpaket, dass wir Bezirksregierung und Land als Ersatz für den ersten Förderantrag vorstellen können“, meint Sternkopf.

Die Stadt Remscheid als Fördernehmer müsste mit dem Land eine Änderung verhandeln. Martin Sternkopf ist zuversichtlich, dass dies gelingen könnte. Und denkt zum Beispiel an Barrierearmut und -freiheit auf der Vereinsanlage. „Das ist ein großes Thema in Förderanträgen und findet in Düsseldorf bestimmt Anklang.“

Derweil scharrt der BV 1910 am Sportplatz Neuenkamp mit den Hufen, setzt weiter auf seinen Kunstrasen, der aber von der Stadt erst angepackt werden kann, wenn die Fördermaßnahme RSV in trockenen Tüchern ist.

Keine Notlösung

Die Gespräche sollen vor Weihnachten weitergehen. Könnte die Förderung, die aus dem Investitionspaket zur Förderung von Sportstätten stammt, umdefiniert werden, wäre dies für den RSV keine Notlösung, denn: „Wir tun gut daran, dass Vorhandene zu pflegen“, betont Norbert Tix. Investitionen in zusätzlichen Raum seien zwar grundsätzlich richtig, aber gerade in diesen Zeiten wisse man nicht, wie sich Vereinstreue entwickele, ob Sport eine Leistung sei, die eingekauft werde, ohne Clubmitglied zu werden.

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