Schauspielprojektwoche im Rotationstheater

West-End-Musicalstars lehren auf Augenhöhe

Die Musicalstars Steffan Lloyd-Evans und Celia Graham (2. und 3.v.l.) trainierten auf Einladung von Oliver Scheemann (4.v.l.) mit den Teilnehmerinnen und einem Teilnehmer im Rotationstheater. Foto: Doro Siewert
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Die Musicalstars Steffan Lloyd-Evans und Celia Graham (2. und 3.v.l.) trainierten auf Einladung von Oliver Scheemann (4.v.l.) mit den Teilnehmerinnen und einem Teilnehmer im Rotationstheater.
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Internationale Schauspielprojektwochen im Rotationstheater. Es sind noch Plätze frei.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Die 19-Jährige sitzt verschreckt auf dem Stuhl und prüft die anderen Personen im Raum eingehend mit ihren Augen. Die Überlebende eines Atomkriegs lebt eigentlich im All, wurde nun aber auf die Erde geschickt, wie ihr der Interviewer Steffan Lloyd-Evans entlockt. Ihre Antworten sind knapp, die Angst ist in ihren Augen zu sehen. „Wie fühlst du dich mit 13 Fremden in einem Raum?“, will Lloyd-Evans wissen. „Verängstigt“, sagt die junge Frau. Ihre Eltern wurden umgebracht, erklärt sie. Den Namen ihres Freundes will sie nicht nennen, zu groß ist die Angst, noch jemanden zu verlieren.

Die Rolle der Überlebenden kauft der jungen Teilnehmerin des Schauspielkurses im Rotationstheater jeder ab. Zehn Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland trainieren in dieser Woche im Rahmen der Internationalen Schauspielprojektwochen mit den Musicalstars Steffan Lloyd-Evans und Celia Graham vom International College of Musical Theatre (ICMT) London Schauspiel und Gesang. „Er hat bis vor drei Wochen noch die Hauptrolle in ,Joseph‘ am West End gespielt, sie hat in ,Cats‘ und ,Phantom der Oper‘ Hauptrollen gespielt und schon für Fürst Rainier von Monaco gesungen“, erzählt Oliver Scheemann. Sein Actor’s Studio NRW bietet die Kurse an. Der Theaterpädagoge reiste vor drei Jahren nach London und besiegelte eine Kooperation mit dem ICMT. „Sie sind so offenherzig und freuen sich, im kleinen Lennep zu unterrichten“, erzählt er. Die Umgebung will er den Stars noch bei einer Tour zeigen: Röntgen-Museum, Schloss Burg, Müngstener Brücke.

Von Starallüren ist hier allerdings nichts zu spüren. Der Ton ist freundlich, aber professionell. Auf Augenhöhe lernen die Laien und teils auch schon engagierte Schauspieler heute Rollenarbeit. Nachdem alle ihren Charakter präsentiert haben – auf Englisch, wohlgemerkt –, lobt Steffan Lloyd-Evans: „Gut gemacht! Ihr habt euch den Charakter zu Eigen gemacht und wurdet eine zweite Person.“

Genau das wollte auch Michael Kegel (38) erreichen. Für den Kurs im Rotationstheater ist er aus Schwerin angereist. „Ich arbeite zwar schon seit zehn Jahren auf Theaterbühnen, habe aber noch nie Musical gespielt. Celia hat mir gezeigt, wie man eine Musicalrolle adaptiert.“ Für ihn sei es eine super Chance, nach Corona wieder reinzukommen, neue Kontakte zu knüpfen und neue Methoden zu lernen. „Die Dozenten sind sehr bodenständig. Sie reagieren auf jedes Niveau. Es macht Riesenspaß.“

Aufführung: Die Teilnehmer präsentieren heute um 13.30 Uhr ihre Ergebnisse im Rotationstheater. Eintritt frei, 3G erforderlich.

Freie Plätze: Für die nächste Woche gibt es noch freie Plätze. Auch für den Workshop Stuntchoreographie mit Ray Kupper am Samstag/Sonntag, 23./24. Oktober.

Infos: Tel. 66 14 22. Anmeldung: rotationstheater.rs@t-online.de.

Die größte Konkurrenz des Theaters ist die Wohnzimmercouch.

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