Ernte ist abgeschlossen

Rolf Meyer ist Herr über 8 Hektar Streuobstwiesen

Rolf Meyer hat noch einige Rheinische Bohnäpfel auf seiner Streuobstwiese Lobirke entdeckt, ansonsten ist alles geerntet.Foto: Roland Keusch
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Rolf Meyer hat noch einige Rheinische Bohnäpfel auf seiner Streuobstwiese Lobirke entdeckt, ansonsten ist alles geerntet.

In Lobirke reifen Äpfel ganz ohne Pestizide, die Ernte ist für dieses Jahr abgeschlossen.

Von Peter Klohs

Remscheid. Geheimrat Oldenburg, Schöner von Baath und Rheinische Schafsnase sind keine obskuren Figuren in einem modernen Schauspiel, sondern Apfelsorten. Rolf Meyer hat das soeben erklärt, und er muss es wissen, ist er doch 2. Vorsitzender des Bergischen Streuobstwiesenvereins und Inhaber von insgesamt acht Hektar Streuobstwiesen, in Remscheid, Wermelskirchen und Bergisch Gladbach.

Wir sitzen an der annährend 2,5 Hektar großen Streuobstwiese an der Lobirke. Über die Täler ist das Panorama in Richtung Wermelskirchen atemberaubend. „Wir haben hier“, greift Rolf Meyer in seinen großen Wissensfundus, „mehr als hundert verschiedene Apfelsorten, die von Anfang September bis Ende Oktober geerntet werden. Die Ernte in diesem Jahr betrug etwa 400 Kilogramm, was eine Menge von 300 Litern Apfelsaft ergibt. In diesem Jahr fiel die Ernte der Sorte Gravensteiner aus, weil diese Äpfel viel Feuchtigkeit brauchen und es einfach viel zu trocken war.“

Remscheid: Streuobstwiesen sind sein Hobby

Ab einer bestimmten Größenordnung meldet Meyer den Medien, dass die Früchte zum Verkauf bereitstehen. Interessenten melden sich dann bei ihm und holen das benötigte Kontingent Obst, das Rolf Meyer vorher selbst geerntet hat, ab. So ist der normale Vertriebsweg. Der Verkauf ist sehr wichtig für Rolf Meyer, da der Unterhalt der Streuobstwiesen sehr kostenintensiv ist. „Wir verwenden hier keine Pestizide“, erklärt der als Betriebswirt und Heilpraktiker tätige Meyer. „Null. Wenn die Ernte daneben ist, dann ist das eben so.“

Seit dem Jahr 2000 beschäftigt er sich intensiv mit den Streuobstwiesen. „Das ist mein Hobby“, sagt er, „und ich habe mein Geld hier reingesteckt. Ich habe auch einen Brunnen gegraben, denn das Grundwasser wässert die Bäume. Da ist ein Brunnen sozusagen Pflicht.“

Viele der 280 Bäume sind von einem Drahtkorb umgeben, der siebzig Zentimeter in die Tiefe reicht. „Das machen wir wegen der Wühlmäuse“, berichtet Meyer, „die der ärgste Feind der Streuobstwiese sind. Aber die buddeln nicht tiefer als siebzig Zentimeter. Schäden von Wildschweinen haben wir auch schon gehabt, aber dann gab es in den Wäldern Remscheids eine Treibjagd, und seitdem ist Ruhe.“

In sechs Jahren, so schätzt er, wird das Gelände so sein, wie er sich das vorstellt. „Und vielleicht findet ja das Streuobstwiesenfest dann einmal hier statt.“

Meyer beschäftigt sich auch mit Natur- und Umweltpädagogik sowie mit naturnaher Gartengestaltung. „Ich werde aus dem hiesigen Bestand noch Lehrbäume aussuchen, die von interessierten Menschen beschnitten werden können. Bei uns kann man die Ausbildung zum Obstbaumpfleger abschließen. Die werden dringend gesucht.“ Und so erfährt das Gelände an der Lobirke eine allmähliche Aufwertung.

„Und meine Aufgabe ist es, die Aktivitäten auf den Streuobstwiesen zu koordinieren und staatliche Zuwendungen dafür zu bekommen“, sagt Rolf Meyer und schaut zufrieden über die Täler Richtung Wermelskirchen.

Aus Äpfeln und Birnen wird in Minutenschnelle leckerer Saft: Familie Rapp machte mit ihrer mobilen Saftpresse an der Kräwi Station.

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