Auszeichnung

Röntgenplakette geht an Professor Beatriz Roldan Cuenya

Professor Beatriz Roldan Cuenya
+
Professor Beatriz Roldan Cuenya

Die Preisträgerin ist Direktorin am Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin und leitet dort die Abteilung für Grenzflächenwissenschaft.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Nach acht Jahren erhält wieder eine Frau die höchste Auszeichnung, die die Stadt Remscheid vergibt: Prof. Dr. Beatriz Roldán Cuenya (46) vom Fritz-Haber-Institut der Max-Planck-Gesellschaft in Berlin wird kommende Woche Samstag, 10. September, „in Würdigung ihrer bahnbrechenden Arbeiten zum Verständnis der Katalyse, insbesondere der Elektrokatalyse, und der damit verbundenen Möglichkeiten für die Nutzung neuer nachhaltiger Energiequellen der Zukunft“ mit der Röntgenplakette 2022 ausgezeichnet. Für Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz ein wichtiges Signal. „Endlich wieder eine Frau. Die junge Professorin kann mit ihrer spannenden Biografie ein Vorbild für die junge Szene sein.“

Um das zu fördern, wird die hoch angesehene, spanische Physikerin einen Tag vor der Verleihung in der Klosterkirche auch mit Schülern des Röntgen-Gymnasiums in Lennep diskutieren, im Anschluss wird sie vom Mini-Club durch das Deutsche Röntgen-Museum geführt. So wird sie nicht nur zur Botschafterin der Naturwissenschaften, sondern durch die Röntgenplakette, „den kleinen Nobelpreis“, wie ihn Museumsleiter Dr. Uwe Busch nennt, auch zur internationalen Botschafterin für Remscheid. Denn die Auszeichnung gilt in Wissenschaftskreisen als äußerst angesehen. Der Plakettenausschuss habe es sich nicht leicht gemacht, sagt Busch. „Denn hier geht es um die Crème de la Crème der Wissenschaft.“ Es stand übrigens auch ein Nobelpreisträger zur Debatte.

Die Verleihung: Die Stadt Remscheid und die Gesellschaft der Freunde und Förderer des Deutschen Röntgen-Museums übergeben die Röntgen-Plakette am Samstag, 10. September, ab 11 Uhr an Prof. Dr. Beatriz Roldán Cuenya im Minoritensaal der Klosterkirche. Jeder Interessierte darf kostenfrei teilnehmen. Nach der Begrüßung durch OB Mast-Weisz und Prof. Dr. Gerald Antoch von der Fördergesellschaft und einem Grußwort von Prof. Dr. Klaus Blaum, Vize-Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, hält Prof. Dr. Helmut Dosch (Deutsches Elektronen Synchrotron) die Laudatio auf die Preisträgerin. Nach der Verleihung und einem musikalischen Intermezzo des Symphoniker-Streichquartetts hält die Plakettenträgerin ihren Festvortrag „Dynamic Catalysts in Energy Conversion“ auf Englisch. Prof. Dosch erklärt aber bereits vorab auf Deutsch die Forschungsarbeiten der Preisträgerin.

Die Preisträgerin: Beatriz Roldan Cuenya wurde 1976 in Spanien geboren. Sie studierte Physik und schloss ihr Studium an der Universität Oviedo 1998 ab. Im Jahr 2001 promovierte sie mit summa cum laude an der Universität Duisburg-Essen im Bereich Festkörperphysik. Anschließend arbeitete sie als Postdoktorandin an der University of California in Santa Barbara und nahm 2004 eine Stelle als Assistant Professor an der University of Central Florida an, wo sie 2012 Full Professor wurde. Als Wissenschaftlerin interessiert sich Beatriz Roldán Cuenya besonders für die Oberflächenphysik und die Katalyse.

Ihr Hauptinteresse gilt dabei der Synthese von nano-strukturierten Materialien mit einstellbaren Oberflächeneigenschaften, der Untersuchung von Struktur-Wirkungsbeziehungen und der Elektrokatalyse zur sauberen Umwandlung von Energie. Hierzu setzt sie auch modernste Röntgenverfahren ein.

2013 wurde Beatriz Roldán Cuenya auf den Lehrstuhl für Festkörperphysik der Ruhr-Universität Bochum (RUB) berufen an und wurde von der Fakultät für Chemie kooptiert. An der RUB leitete sie ein renommiertes Förderprojekt des Europäischen Forschungsrates, in dem es insbesondere darum ging, im Rahmen der Erforschung von Katalysatoren zu helfen, klimaschädliches CO2 sinnvoll zu nutzen. Bei ihren Forschungen zur Elektrokatalyse geht es insbesondere darum, saubere Energiespeicher- und -umwandlungstechnologien, Wasserelektrolyseure, Metall-Luft-Batterien und CO2-Elektroreduktionssysteme effizient und wirtschaftlich zu machen. Roldán Cuenya wurde bereits mit mehreren Preisen ausgezeichnet.

Die Röntgenplakette: Seit 1951 vergibt die Stadt Remscheid ihren höchsten Preis, die Röntgenplakette. Sie zeichnet weltweit bedeutende Forscher und Entdecker auf dem Gebiet der Erforschung und Anwendung von Röntgenstrahlung aus. Unter den Preisträgern befinden sich neun Nobelpreisträger. Roldán Cuenya ist die 107. Plakettenträgerin.

Lesen Sie zum Thema: Forscher tragen die Röntgenplakette mit Stolz

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Wochenmärkte in Remscheid kämpfen ums Überleben
Wochenmärkte in Remscheid kämpfen ums Überleben
Wochenmärkte in Remscheid kämpfen ums Überleben
Weihnachtstreff: Das soll als Ersatz für die Eisbahn kommen
Weihnachtstreff: Das soll als Ersatz für die Eisbahn kommen
Weihnachtstreff: Das soll als Ersatz für die Eisbahn kommen
Tannenhof durfte die Bäume fällen
Tannenhof durfte die Bäume fällen
Tannenhof durfte die Bäume fällen
So läuft die Getränkebestellung im Theater
So läuft die Getränkebestellung im Theater
So läuft die Getränkebestellung im Theater

Kommentare