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Mieten, wohnen, bauen und leben in Lennep

Marc und Ute Jaeger und Anja und Martin Kayser vor ihrem Neubau an der Lüttringhauser Straße.
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Marc und Ute Jaeger und Anja und Martin Kayser vor ihrem Neubau an der Lüttringhauser Straße.
  • Axel Richter
    VonAxel Richter
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Viele Remscheider suchen in Lennep ein Zuhause. Projekte wie der durchdachte Neubau an der Lüttringhauser Straße sind aktuell selten. Es gibt aber Perspektiven. Unter anderem will die Gewag Leerstände in der Ringstraße erneuern.

Remscheid. Geheizt wird mit Erdwärme, den Strom für die Pumpe liefert eine Photovoltaikanlage. Die Dächer sind begrünt, die Treppen entkoppelt für weniger Lärm, und in der Tiefgarage schafft eine Pkw-Hebeanlage zusätzlichen Platz für die Mieter. „Wir wollten möglichst nachhaltig bauen“, sagen die Lenneper Ute und Marc Jaeger und Anja und Martin Kayser: „Und schön natürlich. So, als würden wir selbst dort einziehen wollen.“

Damit entsprechen die drei dreigeschossigen Häuser mit insgesamt 18 Wohnungen, die die beiden Ehepaare gemeinsam auf einem Grundstück an der Lüttringhauser Straße errichten, ganz dem, was in Lennep und ganz Remscheid gefragt ist: Mietwohnungen unterschiedlicher Größe und auf dem modernsten Stand, was Wohnqualität und energetischen Standard angeht.

Moderne Wohnungen sind allerdings nicht nur schwer zu finden, denn große Neubaugebiete gibt es in Lennep nicht; sie haben auch ihren Preis und liegen damit deutlich über dem Mietspiegel, den das Immobilienportal Immowelt für Lennep veröffentlicht hat.

Auch der Hasten ist als Wohnort äußerst attraktiv

So viel kostet Wohnfläche in Lennep

Bei 6,85 Euro liegt danach die ortsübliche Vergleichsmiete für den Quadratmeter Wohnfläche. Wer in Lennep ein Haus kaufen möchte, muss laut Immowelt mit 2966,16 Euro pro Quadratmeter rechnen, während die Eigentumswohnung mit 3122,61 Euro zu Buche schlägt.

Ob die Beträge stimmen oder nur eine Exaktheit vortäuschen, die es tatsächlich nicht gibt, sei dahingestellt. Lennep ist ein gefragter Stadtteil und die Immobilienpreise im Vergleich zum Beispiel zur Remscheider Innenstadt deshalb hoch. Darauf muss sich einstellen, wer in Lennep ein Zuhause sucht.

Lennep: Das „gallische Dorf“ ist Heimat für 24.000 Menschen

Zugleich stehen etliche Wohnungen im Stadtteil leer. Und das zum Teil seit Jahren. Zum Beispiel an der Ringstraße gegenüber der Barmag. Die dort stehenden Objekte gehören der Gewag.

Mit 5345 Wohnungen in Remscheid ist sie mit Abstand der größte Vermieter in der Stadt, und Oliver Gabrian, Vorstand der städtischen Wohnungsgesellschaft, zeigt sich seiner Verantwortung bewusst.

Hier sollen neue Wohnungen in Lennep entstehen

Nach der Sanierung der Quartiere am Hasenberg - hier zählt das Unternehmen allein 1250 Wohnungen - und dem Neubau eines Mehrfamilienhauses mit 42 Wohnungen in Hackenberg will die Bauarbeiter deshalb als Nächstes in der Ringstraße anrücken lassen. Noch in diesem Jahr sollen sie den ersten etwas zurückliegenden Wohnblock abreißen. Anschließend sollen dort neue Wohnungen für die Lenneper entstehen.

Ein anderes Wohnbauprojekt steckt dagegen noch in einer frühen Planungsphase. Nachdem die 170 Millionen schwere Ansiedlung eines Designer Outlet Centers mit neuen Arbeitsplätzen für Lennep vor Gericht scheiterte, arbeitet der Remscheider Baudezernent Peter Heinze an Plänen, die anstelle des Röntgen-Stadions sowie des Lenneper Kirmes- und Jahnplatzes unter anderem gehobenen Wohnungsbau vorsehen.

Was daraus wird, ist offen. „Die neuen Quartiere sind abhängig davon, wie der Nutzungsmix akzeptiert wird“, sagt Heinze mit Blick auf die neue Diskussion im Stadtteil. Mit anderen Worten: Bevor Menschen dort ein Zuhause finden, werden noch Jahre vergehen.

Das gilt erst recht für die Knusthöhe. In der Rathaus-Ampel sind die Grünen gegen eine Entwicklung. Prognose: Aus dem seit Jahren diskutierten Neubaugebiet wird auch in weiteren Jahren nichts. Anders als in direkter Nachbarschaft. Auf der Stadtgrenze ist Radevormwald mit der Planung des Neubaugebiet Karthausen weit fortgeschritten.

Voran kommen in Lennep auch die Familien Jaeger und Kayser. Täglich stehen sie selbst auf der Baustelle. Am 1. November sollen die ersten Mieter einziehen. Die dürfen danach auf Vermieter setzen, die sich weiter kümmern. So wie sie es von Anfang an gemacht haben. Das ist, übrigens, was sie allen Häuslebauern raten - egal, ob sie für sich oder andere bauen: „Man muss dafür brennen. Sonst lässt man es besser gleich.“

Alle Folgen der Stadtteilserie

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