Jubiläum

RGA steht heute für aktuelle Nachrichten auf allen Kanälen

Marc Ravenstein, RGA-Online-Redakteur Andreas Kratz und Arndt Halbach (v.l. sitzend) im Serverraum vor einem WDR-Team, das über den Start von rga-online am 1. September 1996 einen Film gedreht hat. Repro: Schlickowey
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Marc Ravenstein, RGA-Online-Redakteur Andreas Kratz und Arndt Halbach (v.l. sitzend) im Serverraum vor einem WDR-Team, das über den Start von rga-online am 1. September 1996 einen Film gedreht hat.

Am 1. September vor 25 Jahren schlug die Geburtsstunde des Internetportals rga.de.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Nachrichten, auch solche aus der Nachbarschaft, online lesen, sogar mobil auf dem Smartphone – heute längst selbstverständlich. Rund 700 deutsche Zeitungen haben ein eigenes Internetangebot, heißt es vom zuständigen Bundesverband. Vor 25 Jahren sah das noch ganz anders aus. Als der Remscheider General-Anzeiger ins weltweite Netz vorstieß, war er einer der ersten seiner Art.

Anfang September 1996 ging der RGA ins Internet, damit gehörte der Tüpitter zu den ersten 40 deutschen Tageszeitungen, die diesen Weg beschritten. Etwa zeitgleich zum Beispiel mit der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, die ihren Internetauftritt auf der Messe Cebit-Home vorstellte. Und lange vor der FAZ. Selbst die Internetseite der Süddeutschen Zeitung war da noch kein Jahr alt.

Für eine Zeitung dieser Größe sei das eine enorme Pionierleistung gewesen, erinnert sich Andreas Kratz, der 1996 erster Online-Redakteur beim RGA war – und sich bis heute um dessen Internet-Ausgabe kümmert. Inzwischen als Mitarbeiter der B. Boll Mediengruppe, die den Tüpitter 2011 übernahm. Mittlerweile gehören Angebote wie der Digitale Gesundheitscampus zum RGA-Programm.

Der WDR berichtete über den Start von rga-online.de in Remscheid

„Ich hatte einen PC, damit habe ich losgelegt“, beschreibt Kratz die Anfangstage. Mehr brauchte es im Prinzip nicht. Doch dem WDR, der über den Start von rga-online.de berichtete, war das nicht spektakulär genug. Für die Filmaufnahmen sei man in der Serverraum umgezogen, erinnert sich Andreas Kratz. „Das sah wenigstens nach etwas aus.“

„Ich hatte einen PC, damit habe ich losgelegt.“

Andreas Kratz, RGA-Onliner der ersten Stunde

Content-Management-Systeme, die heute die Pflege von Websites erleichtern, gab es damals noch nicht. „Wir haben direkt ins HTML geschrieben“, berichtet Andreas Kratz. Ein Klick an die falsche Stelle – und der Quellcode der Seite war dahin.

In der Anfangszeit war das Online-Angebot des RGA noch deutlich reduziert. Screenshots: Schlickowey

Inhalt der Internetseite waren insbesondere Texte aus den damals vier Lokalausgaben des RGA. Und ein paar Fotos. Davon allerdings nicht zu viele. Denn hochgeladen wurden alle Inhalte mit einem 14 400-Modem, damit brauchten selbst kleingerechnete Bilder extrem lang. Die Zahl 14 400 gibt die Übertragungsrate in Bit je Sekunde an. Zum Vergleich: Die 50 MBit/s, die heute als Mindeststandard gelten, sind fast 3500 Mal schneller.

Die Zugriffszahlen seien anfangs recht überschaubar gewesen, sagt Kratz. Kein Wunder: Mitte der 1990er Jahre verfügten gerade mal rund fünf Prozent der deutschen Haushalte über einen Internet-Anschluss. Flatrates gab es nicht, jede Minute online kostete bares Geld.

RGA-Online-Pionier Andreas Kratz gehört auch heute noch zum Team der Online-Redaktion, die von Kerstin Neuser geleitet wird.

Wie weit das Internet von der Lebensrealität der meisten Menschen entfernt war, zeigt ein Artikel aus der Berliner TAZ. Als die im gleichen Jahr wie der RGA online ging, hieß es dazu in der gedruckten Zeitung, man schließe sich einem weltweiten Netzwerk von Computern an. Mit dem Begriff „Internet“, so fürchtete man offensichtlich, konnten die meisten Leser damals wenig anfangen.

Heute, so schätzt man, nutzen rund 88 Prozent aller Deutschen das Internet. Zusammen mit der technischen Entwicklung hat das auch das Online-Angebot des RGA verändert. Aus rga-online.de wurde rga.de. Bilder zu nahezu jedem Artikel sind längst normal. Videos und Podcasts ergänzen das Angebot. Die Seite ist selbstverständlich responsive, wird also auch auf mobilen Endgeräten ideal dargestellt. Und wer das Zeitungsfeeling auch online nicht missen will, bekommt für Tablet und Smartphone ein E-Paper. Flankiert wird der RGA-Internetauftritt durch Präsenz in sozialen Medien wie Facebook und Instagram. Hinzu kommen verschiedene Newsletter via E-Mail und News-Apps für Smartphones und Tablets.

Kerstin Neuser ist Leiterin der Online-Redaktion.

„Das Internetangebot rga.de gehört heute zu den führenden Nachrichten-Portalen im Bergischen Land“, sagt die Leiterin der Online-Redaktion der B. Boll Mediengruppe, Kerstin Neuser. Bis zu 653 000 Seiten werden auf rga.de aufgerufen – innerhalb einer einzigen Woche. Bereits seit 2015 stehen viele Inhalte hinter einer sogenannten Paywall – sie sind also nur für Abonnenten zugänglich. Die Einführung war auch eine Frage der Gerechtigkeit gegenüber den zahlenden Print-Abonnenten. Diese können übrigens ihren Web-Zugang kostenfrei freischalten lassen. Für reine Online-Leser gibt es das E-Paper- und das Web-Abo – und deren Zahl wächst kontinuierlich.

Online-Redaktion ist jeden Tag von morgens bis abends im Einsatz

Und so hat sich in den vergangenen 25 Jahren auch der Begriff „Zeitung“ grundlegend geändert – „RGA“ steht heute längst nicht mehr allein für die gedruckte Zeitung, sondern für aktuelle Nachrichten auf allen Kanälen.

„Das Internetangebot rga.de gehört heute zu den führenden Nachrichten-Portalen im Bergischen Land.“

Kerstin Neuser, Leiterin der Online-Redaktion

Und anders als im September 1996 muss sich Andreas Kratz auch nicht mehr ganz allein um die Internetseite des Tüpitters kümmern: Das Team ist über die Jahre stetig gewachsen, so dass die Online-Redaktion inzwischen sieben Tage pro Woche von frühmorgens bis spätabends besetzt ist und so immer die neuesten Nachrichten aus der Region liefern kann. Denn das ist heute ja längst selbstverständlich.

RGA im Internet

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Ab 1. September: Diverse Dienstleistungen im Ämterhaus nun ohne Termin.

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