RGA-Aktion

Helft uns helfen: Leser spenden 48 576 Euro

Freude auf allen Seiten: RGA-Verleger Bernhard Boll (2. v. r.) und Projektredakteurin Melissa Wienzek (r.) übergaben den Scheck an Markus Emonts und Silke Gaube von der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land sowie an Susanne Heynen von der Selbsthilfegruppe „Hör mir zu!“ (v. l.). Foto: Michael Schütz
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Freude auf allen Seiten: RGA-Verleger Bernhard Boll (2. v. r.) und Projektredakteurin Melissa Wienzek (r.) übergaben den Scheck an Markus Emonts und Silke Gaube von der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land sowie an Susanne Heynen von der Selbsthilfegruppe „Hör mir zu!“ (v. l.).

Evangelische Jugendhilfe Bergisch Land und Selbsthilfegruppe legen das Geld für Kinder und Demenzprojekte an.

Von Melissa Wienzek

Remscheid. Der ausgeschriebene Betrag hat nur noch so eben in eine Zeile gepasst: Die RGA-Leserinnen und RGA-Leser haben im Aktionszeitraum ab dem 1. Advent bis gestern sage und schreibe 48 576 Euro für die RGA-Hilfsaktion „Helft uns helfen“ gespendet. Gestern fand die offizielle Spendenübergabe auf dem Waldhof-Gelände statt. RGA-Verleger Bernhard Boll überreichte den symbolischen Scheck an Silke Gaube, Geschäftsführerin der Evangelischen Jugendhilfe Bergisch Land (EJBL), und Susanne Heynen, Leiterin der Selbsthilfegruppe „Hör mir zu!“ für pflegende Angehörige von Demenzkranken. „Das ist einfach ein Traum. So viel Geld haben wir noch nie in einer Einzelspende erhalten. Ich freue mich riesig für unsere Kinder und Jugendlichen“, sagt Silke Gaube. Auch Ehrenamtlerin Susanne Heynen ist froh, dass ihre Arbeit für Demenzkranke und pflegende Angehörige fortgeführt werden kann. „Vor dem Hintergrund von Flutkatastrophe und Corona ist das Ergebnis einfach bemerkenswert“, sagt RGA-Verleger Bernhard Boll – und dankt damit allen Spenderinnen und Spendern.

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Für Silke Gaube hat die RGA-Hilfsaktion aber noch einen anderen entscheidenden Vorteil: „Wir konnten durch die tiefergehende Berichterstattung noch genauer über unsere Arbeit berichten – auch für unsere Kolleginnen und Kollegen war dies eine Wertschätzung ihrer täglichen Arbeit.“ Bis Düsseldorf sei sie auf die Artikel angesprochen worden.
Alles zu Helft uns helfen

Auch Susanne Heynen hat nach den Artikeln im RGA viele Anrufe erhalten, erzählt die Leiterin der Selbsthilfegruppe „Hör mir zu“. „Viele wussten zum Beispiel gar nicht, dass es so etwas wie Kinderdemenz gibt. Und dass in Remscheid gleich zwei Familien betroffen sind.“ Auch deshalb hat sie nun ein Sorgentelefon eingerichtet: Dort beantworten pflegende Angehörige alle Fragen zum Thema Demenz nach bestem Wissen und Gewissen, vermitteln Adressen, hören zu, geben Tipps und stellen Verbindungen her. Denn mittlerweile hat sich die rührige Ehrenamtlerin ein großes Hilfsnetzwerk aufgebaut. Das Fragen-Telefon ist täglich von 6 bis 22 Uhr besetzt, auch an Sonn- und Feiertagen: Tel. 5 92 45 06.

Wofür wird das Spendengeld nun eingesetzt?

Evangelische Jugendhilfe Bergisch Land: Ein Drittel des Geldes soll laut Fachbereichsleiter Markus Emonts in ein nachhaltig betriebenes Auto in der Wohngruppe Intzestraße, zwei Drittel in die Partizipation von Kindern und Jugendlichen fließen – denn die wird im Hause EJBL großgeschrieben. Die Gruppensprecher der einzelnen Wohngruppen sollen nicht nur Tablets erhalten, sondern die Stunden der beteiligten Vertrauenspädagogen, die die Jugendlichen selbst wählen, sollen damit aufgestockt werden. Allen zusammen soll zudem eine gemeinsame Fahrt ermöglicht werden. Hier wollen sich die Kinder und Jugendlichen, die alle schon viel erlebt haben, austauschen, um sich für alle anderen Kinder einzusetzen. „Es geht dabei um Demokratiebildung. Und die ist zurzeit wichtiger denn je“, sagt Emonts. Von diesen Projekten zehrten die Kinder und Jugendlichen Jahre. „Sie sind stolz darauf, sagen zu können: Ich habe mich politisch eingesetzt“, sagt Silke Gaube. Solch ein nachhaltiges Projekte fördere nicht nur das eigene Selbstwertgefühl, sondern auch das Gruppengefüge. „Und es bedeutet für sie eine große Wertschätzung“, erklärt Gaube. Eine Wertschätzung, die durch die RGA-Leserinnen und -Leser ermöglicht wurde.

Selbsthilfegruppe „Hör mir zu!“: Susanne Heynen möchte einen Fiat Qubo beim Autohaus Büsgen kaufen. „Gerade in Coronazeiten kann ich dann endlich mit Demenzerkrankten zu Terminen fahren, Medikamente besorgen oder mit den Besuchshunden von A nach B fahren.“ Außerdem möchte sie das Geld für ein Kochprojekt mit Demenzpatienten und deren Angehörigen anlegen. Mit dem Thermomix, der Küchenmaschine von Vorwerk, könnten die Betroffenen noch sehr gut eingeständig kochen – unter Aufsicht, versteht sich, aber mit viel Spaß. Der smarte Küchenhelfer leitet sie Schritt für Schritt durch das Rezept. Hierfür sucht sie noch eine Küche.

Benefizkonzert

Das Benefizkonzert zugunsten von pflegenden Angehörigen ist mittlerweile fest terminiert: Es soll am Sonntag, 29. Mai, in der Lutherkirche stattfinden. In Zusammenarbeit mit Kirchenmusikdirektor Christoph Spengler gestaltet der Pop- und Gospelchor Mixed Generations ein Programm eigens für die pflegenden Angehörigen, die tagtäglich viel zu schultern haben. „So können sie anderthalb Stunden mal die Seele baumeln lassen“, sagt Susanne Heynen.

Sie haben gespendet

Die Summe in Höhe von 48 576 Euro wird nun bedarfsgerecht unter den beiden Projektpartnern Evangelische Jugendhilfe Bergisch Land und Selbsthilfegruppe „Hör mir zu!“ aufgeteilt.

Diese Leserinnen und Leser haben noch gespendet, wofür wir uns recht herzlich bedanken: Anna Dorothea Schmitz, Sven Meiser, Herbert Kemper, Manfred Frank und Anna-Maria Frank, Renate Wähner, Dirk-Daniel Krüger und Julia Krüger, Gerd Buchholz und Brigitte Buchholz, Sigrid Bloedorn, Ralf Kirschsieper und Edith Kirschsieper, Dr. Axel Michalides, Ingeborg Olbrich-Schmitz, Guido Dehn, Gabriele Althoff, Ute Lesche, Rainer Wolf, Kai Munder, Erika Priebe, Ingrid Schmidt-Willrodt, Ulrich Zudeick und Christiane John-Zudeick, Andreas Schmidt, Antun Jurovic, Anneliese Lieftink, Jürgen Kleinfeld und Brigitte Kleinfeld, Willi und Birgit Rademacher, Angelika Krahne, Martin Wolf. Auch allen anderen Spendern, die bereits genannt wurden, sagen wir im Namen der Projektpartner ganz herzlichen Dank!

Standpunkt: Eine starke Gemeinschaft

Kommentar von Melissa Wienzek

melissa.wienzek@rga.de

Geburtstage, Kondolenzen, Weihnachtsgeld: Im Aktionszeitraum haben die RGA-Leserinnen und RGA-Leser stolze 48 576,18 Euro für „Helft uns helfen“ gespendet. Dabei waren Beträge von 10 bis 1000 Euro. Vereine, Firmen, aber vor allem zahlreiche Privatpersonen haben dazu beigetragen, zudem die Konditorei Jannasch mit dem RGA-Törtchen. Auch das Eintrittsgeld von den Lesungen des Kollegen Gunnar Freudenberg wurde auf das „Helft-uns-helfen“-Konto überwiesen. So haben viele kleine Rädchen ineinandergegriffen – und jetzt können die beiden Begünstigten richtig durchstarten. Es ist gut angelegtes Geld: In Kinder und Jugendliche sowie in Demenz-Projekte zu investieren, ist goldrichtig. Es kommt denen zugute, die unsere Hilfe benötigen – im Sinne einer starken Gemeinschaft. Dieses Jahr feiert „Helft uns helfen“ 40-jähriges Bestehen. Der Erfolg der RGA-Wohltätigkeitsaktion wäre ohne die treuen Leserinnen und Leser nicht möglich. Sie alle schenken uns Ihr Vertrauen. Insofern sind 40 Jahre „Helft uns helfen“ auch das Werk der Remscheiderinnen und Remscheider. Herzlichen Dank an Sie alle!

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