Ausbildung

Rettungsdienst erfordert heute viel Wissen

Im Roten Esel in Wald hat im Juni die Rettungsdienstschule ihren Betrieb aufgenommen. Jährlich können dort 18 Schüler zum Notfallsanitäter ausgebildet werden. Das dauert drei Jahre. Foto: Michael Schütz
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Im Roten Esel in Solingen-Wald hat im Juni die Rettungsdienstschule ihren Betrieb aufgenommen. Jährlich können dort 18 Schüler zum Notfallsanitäter ausgebildet werden. Das dauert drei Jahre.
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Notfallsanitäter drücken drei Jahre lang die Schulbank in der Nachbarstadt Solingen.

Von Philipp Müller

Bergisches Land. Wenn die Schüler heute die ehemalige Grundschule im Roten Esel an der Friedrichstraße in der Nachbarstadt Solingen betreten, dann lernen sie zwar auch das ABC, aber ein ganz anderes. Drei Jahre lang werden dort Feuerwehrleute zum Notfallsanitäter ausgebildet. Das komplizierte Programm wird an Frauen und Männer aus Solingen, Leverkusen und Remscheid vermittelt.

Seit Juni hat die Schule in Trägerschaft der Stadt Solingen ihren Sitz in Wald. Simon Preuß gehört zum Leitungsteam der Schule und berichtet, die Rettungsdienstschule sei seit 2020 eine anerkannte Berufsfachschule zur Ausbildung von Notfallsanitätern. Diese ersetzen den früheren Rettungssanitäter, der Teil der Ausbildung zur Feuerwehrkraft ist. 2014 gab es eine entsprechende Gesetzesänderung, die heute mehr Wissen von den Notfallsanitätern verlangt als früher.

Die Sanitäter sollen selbst entscheiden, ob ein Notarzt gebraucht wird.

Jan Hoffmann, Arzt

Jan Hoffmann ist der ärztliche Leiter der Rettungsdienstschule und erklärt das Ziel der Ausbildung: „Sie sollen selbst entscheiden, ob ein Notarzt gebraucht wird.“ Denn am Ende befähige die Schulung, einen Rettungswagen zu führen und Patienten auch selbstständig medizinisch zu versorgen. Der Notfallsanitär ersetze dabei aber nicht den Notarzt.

Stattdessen wird in der langen Ausbildungszeit ein Handlungsfaden für bestimmte Symptome vermittelt. Der Arzt nennt ein Beispiel: Finde der Notfallsanitäter am Einsatzort jemanden mit einem Zuckerschock vor, so sei er in der Lage, einen Zugang zu legen und eine Glukose-Infusion zu verabreichen. In der Regel wache der Patient danach auf. Gebe es Anzeichen, dass das nicht passiert, wird der Notarzt zum Einsatzort hinzugezogen.

18 Interessenten werden pro Schuljahr aufgenommen

Simon Preuß betont, dass es darum gehe, die Kolleginnen und Kollegen zu eigener Entscheidung zu befähigen. Daher ist der Schulunterricht auch nicht auf die drei rund 60 Quadratmeter großen Klassenräume beschränkt. In Gruppenräumen soll selbstständig gelernt werden. Praktika in Krankenhäusern vertiefen die Theorie und die an Puppen erlernte Praxis. Fahrten mit Rettungswagen dienen dazu, den Schülern die Chance zu geben, bereits ausgebildeten Notfallsanitätern über die Schulter zu schauen.

Pro Schuljahr nimmt die Rettungsschule 18 Interessenten auf. Das sei deutlich mehr als am früheren Sitz der Schule im Klinikum. Jedoch sei der Bedarf im Grunde größer, erklärt Preuß. „Die drei Städte würden uns gerne mehr schicken.“ Doch mehr können im Roten Esel nicht ausgebildet werden. Durch die Umbauten in dem Gebäude, das schon als Katasteramt, Flüchtlingsunterkunft und Kita diente, konnten nur die jetzt genutzten drei Klassensäle mit Nebenräumen geschaffen werden.

Der Grund für die hohe Nachfrage liegt darin begründet, dass bisherige Rettungssanitäter zum Notfallsanitäter fortgebildet werden müssen. Auch das dauert entsprechend drei Jahre und kann in Einzelfällen um ein halbes Jahr verkürzt werden. Grundsätzlich ist der Plan, auch Nichtangehörigen der Berufsfeuerwehren die Ausbildung zum Notfallsanitäter anzubieten.

Die Schule hat aber auch weitere Aufgaben. Die Notfallsanitäter müssen jährlich fortgebildet werden. Das Paket umfasst dann 30 Stunden Theorie und Praxis. Auch das geschieht im Roten Esel. Zugleich führt die Schule auch Erste-Hilfe-Kurse für die Belegschaft der Stadtverwaltung durch.

Schulpersonal

Die Rettungsdienstschule wird von Solingens Feuerwehrchef Dr. Ottmar Müller geleitet. Zwei Berufspädagogen leiten den Unterricht. Unterstützt werden sie von zehn Praxisanleitern aus dem regulären Rettungsdienst der Feuerwehr. Fünf Ausbilder für Erste Hilfe gibt es.

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