34 Mitglieder

Rettung in letzter Sekunde: Landfrauen machen weiter

Der neue Vorstand der Landfrauen, Ortsverband Remscheid: (v. l.) Monika Fischer (57), Dela Kirchner (41), Anna Kottsieper (32) und Britta Huppertsberg (51). Gemeinsam wollen sie neue Akzente setzen – und neue Mitstreiterinnen gewinnen. Foto:
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Der neue Vorstand der Landfrauen, Ortsverband Remscheid: (v. l.) Monika Fischer (57), Dela Kirchner (41), Anna Kottsieper (32) und Britta Huppertsberg (51). Gemeinsam wollen sie neue Akzente setzen – und neue Mitstreiterinnen gewinnen.
  • Melissa Wienzek
    VonMelissa Wienzek
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Dela Kirchner ist neue Vorsitzende. Neuer Vorstand will frischen Wind bringen. Frauen laden zum Kennenlernen nach Lennep ein.

Remscheid. Es war 5 vor 12. Eigentlich stand bei der letzten Mitgliederversammlung der Landfrauen Remscheid die Auflösung im Raum. Denn die langjährige Vorsitzende Helga Kempe konnte nicht mehr weitermachen – laut Satzung ist im Alter von 65 Jahren Schluss, die Kandidatin darf dann nicht mehr wiedergewählt werden. Und es gab keine wählbaren Kandidatinnen – obwohl sich die übrigen Landfrauen für eine Fortführung aussprachen.

Der Rettungsanker kam per Zufall. Nur, weil sie eine Randbemerkung bei einem Spaziergang mit ihrer Oma, einst Bäuerin, fallen ließ, wurde Dela Kirchner (41) schließlich von heute auf morgen die neue Vorsitzende der Landfrauen: „Wir trafen ein Freundin meiner Oma, die von der Auflösung berichtete. Ich sagte, es sei doch schade, wenn solch eine schöne Tradition verloren gehen würde“, erzählt die Lenneperin, die vor Jahren einmal bei den Landfrauen eingetreten war. Sie stellte sich als einzige Kandidatin zur Wahl. Die langjährigen Mitglieder sprachen sich schließlich einstimmig für den neuen Vorstand und die Fortführung der Landfrauen Remscheid als eigenständigem Ortsverband aus. 34 Frauen machen dort mit.

Und so setzt sich der neue Vorstand zusammen: Als Dela Kirchners Stellvertreterin konnte eine waschechte, studierte Landwirtin gewonnen werden: Anna Kottsieper (32), die mit ihrem Mann Robin den Geflügelhof Kottsieper in Lüttringhausen führt. „Ich stamme aus dem Schwarzwald und bei uns sind die Landfrauen ein fester Bestandteil des ländlichen Lebens“, erzählt die Wahl-Lüttringhauserin. „Wir waren der Meinung, dass der Ortsverband Remscheid nicht aufgelöst werden darf. Dela und ich haben schnell beschlossen, die Rettung der Landfrauen in Angriff nehmen zu wollen.“

Auch die dritte Neue im Bunde, die Frau für das Finanzielle, Britta Huppertsberg (51), wurde überzeugt: „Eigentlich war ich gerade erst Mitglied geworden“, sagt die Betreiberin einer Islandpferde-Pension. Komplettiert wird das Vorstandsteam durch Monika Fischer (57), die mit ihrem Sohn einen Milchviehbetrieb in Lüttringhausen betreibt.

Gemeinsam möchten sie sich um die aktuellen Mitglieder kümmern – jedoch auch mit neuen Themen neue Frauen für den Ortsverband gewinnen. „Wir haben jetzt junge Bäuerinnen von vier Höfen dabei und eine Liste von Mitgliedern in spe, die wir mit einer persönlichen Einladung ansprechen möchten“, sagt Kirchner. Die Landfrauen seien jedoch mehr als Bäuerinnen, betont die Vorsitzende. Heute geht es nicht mehr nur um Themen wie Milch und Heuernte, sondern um gleiche Löhne, Weiterbildung, Feminismus. „Die Landfrauen bewegen sich heute auf einer ganz anderen Ebene, sie sind ja fast alle studierte Landwirtinnen. Heute ist man politisch unterwegs. Das Ziel: das Leben im ländlichen Raum verbessern“, sagt Dela Kirchner.

Das Wichtigste für die Landfrauen ist es, zu zeigen, was es hier gibt.

Dela Kirchner

Sie selbst möchte vor allem die Themen Nachhaltigkeit und die regionale Nahrungsmittelproduktion in den Mittelpunkt rücken. „Das ist eine Herzensangelegenheit von mir. Das Wichtigste für die Landfrauen in Remscheid ist es, zu zeigen, was es hier gibt.“ Denn Remscheid habe viel zu bieten. Dela Kirchner hat zwei Hunde und ist Jägerin. „Ich bin noch nah an der Natur und den Jahreszeiten dran – das geht ja leider immer mehr verloren.“

Die Landfrauen sind eine Vereinigung von Frauen, die sich mit dem Land verbunden fühlen, die ländliche Lebensweise genießen und sich für das Wohl von Frauen im ländlichen Lebensraum einsetzen. Interesse an Themen wie Garten, Kochen und Dekorieren genügen für eine Mitgliedschaft – niemand muss zwingend ausgebildete Landwirtin sein oder einen eigenen Hof besitzen, betont Dela Kirchner. „Die Landfrauen sind eher eine Austauschplattform. Das ist meiner Meinung nach der einzige Weg, wie der Ortsverband weiterleben wird.“

Die Landfrauen freuen sich, dass sie die Räume im Awo-Begegnungshaus am Mollplatz in Lennep regelmäßig nutzen dürfen. Hier findet auch das Kennenlernen statt.

Kennenlernen bei der Awo

Herzliche Einladung an alle Landfrauen und Interessierte: Der neue Vorstand der Landfrauen Remscheid lädt bei Kaffee und Kuchen zum Kennenlernen ein. Kommende Woche Freitag, 26. November, trifft man sich ab 15 Uhr in der Awo-Begegnungsstätte in Lennep, Mollplatz 3. Achtung: Es gilt 2 G. Das Team bittet um kurze Voranmeldung zwecks Planung: telefonisch unter Tel. (0 21 91) 69 04 90 oder per E-Mail: dela.kirchner@magenta.de

Jede Interessierte kann zudem bei den Landfrauen mitwirken – niemand muss Landwirtin sein oder einen eigenen Hof führen, betont die Vorsitzende.

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