Remscheider Sommer

Russische Folkore reißt das Publikum mit

Ein gelungener Auftakt des Remscheider Sommers im Stadtpark: der Auftritt des Balalaika-Orchesters Druschba. Foto: Doro Siewert
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Ein gelungener Auftakt des Remscheider Sommers im Stadtpark: der Auftritt des Balalaika-Orchesters Druschba.

Das Balalaika-Orchester Druschba eröffnete die Konzertreihe Remscheider Sommer im Stadtpark.

Von Stephanie Arens-Licciardi

Remscheid. „Kalinka, Kalinka“ näselt das Akkordeon, unterstützt von den warmen Klängen der Balalaikas. Das russische Volkslied schlechthin, das auf keinem russischen Konzert fehlen darf, verkörpert Tradition und Musikalität des größten Landes der Erde. Und doch ist dieses sagenumwobene Russland an diesem Nachmittag nicht weit, denn ein Stück ist zu Gast in Remscheids Grüner Lunge. Zum Auftakt der Remscheider Sommer-Reihe gastierte das Balalaika Orchester Druschba vor begeistertem Publikum.

Mit insgesamt 25 Liedern im Gepäck nahm das rund 30-köpfige Orchester unter Leitung von Lev Slotnik mit auf eine akustische Reise durch Russlands Weiten. Vom Klassiker „Kalinka“ über den „Hausierer“ bis zum Lied „Mohnblume“ verstanden Druschba es, ihren Zuhörerinnen und Zuhörern ein Stück der russischen Seele zu vermitteln.

Nahezu hinter jedem Stück scheint eine Geschichte zu stecken, die die ganze Palette menschlichen Lebens und Leidens bedient. Träume, Liebe, Wünsche, Sehnsucht, aber auch Einsamkeit und Melancholie wechseln zwischen Fröhlichkeit und Lebendigkeit. Druschba sind seit ihrer Gründung 1974 national und international unterwegs.

Orchester: Vor der Coronazwangspause in Russland auf Tournee

Johannes Schmidt, langjähriger Leiter des Rotationstheaters und Gründer des Orchesters war selbst als Musiker auf Tournee. Er blickt stolz auf eine bald 50-jährige musikalische Erfolgsgeschichte zurück. „Anlass der Gründung von Druschba war meine Faszination für das Instrument der Balalaika“, erinnert sich Johannes Schmitz. „Ich war viele Jahre als Klarinettist unterwegs, aber die Neugier auf Russland und seine Musik waren groß.“

In den 1970er- und 1980er-Jahren ging es mit der damaligen Formation hinter den Eisernen Vorhang. „Ein Abenteuer“, sagt Schmidt. Denn die zahlreichen Dolmetscher waren mitunter auch Aufpasser, die die Besucher aus dem Westen immer im Blick hatten. „Wir haben schon viel erlebt und einige Freundschaften bestehen bis heute fort.“

Zuletzt ging es mit den Musikerinnen und Musikerinnen sowie den Solistinnen und Solisten 2019 auf Tour mit Stationen in Moskau, Sankt Petersburg und Rostow am Don. „Früher sind wir bis in den Kaukasus und ans Schwarze Meer gereist“, erzählt Schmidt weiter.

Für das Orchester ist der Auftritt beim Remscheider Sommer der erste seit zwei Jahren

Dass das Orchester nach zweijähriger Zwangspause durch die Coronapandemie wieder auftreten darf, erfreut nicht nur die Besetzung, sondern auch Sohn David Schmidt. „Dies ist das erste Konzert seit 2019 unter freiem Himmel“, sprach Schmidt in seiner Begrüßungsansprache. Vor elf Jahren seien Druschba zuletzt im Stadtpark gewesen.

Ein Grund mehr, dass das Orchester mit ihrem Repertoire an russischen und ukrainischen Volksliedern sowie Interpretationen von „Muss i denn zum Städtele hinaus“ oder „Those where the Days“ ihrem Publikum mächtig einheizen. Da blieb so manches Bein nicht ruhig und die russlandaffinen und musikalischen Remscheiderinnen und Remscheider stimmten da auch gern stimmlich mit ein. Ehrensache, dass es nach dem rund 75-minütigen Konzert noch eine schmissige Zugabe gab.

Das erste Konzert des Remscheider Sommers, der vom Stadtmarketing organisiert wird, sehen Constanze Mandt und Louise Kaßner trotz Miniauflage, 3G-Regelungen und steigender Inzidenzwerte nicht gefährdet. „Auch wenn die Organisation der drei Konzerte mit viel Aufwand verbunden ist, werden alle geplanten Veranstaltungen unter Einhaltung der Regelungen wie geplant stattfinden“, so Constanze Mandt vom Stadtmarketing.

Ensemble

Das Balalaika-Orchester Druschba (russ. Freundschaft) ist mit seinem Folklore-Repertoire seit seiner Gründung 1976 unter Johannes Schmidt als Schüler-Ensemble unterwegs. druschba-orchester.de

Am Sonntag, 29. August, und am 5. September finden weitere Konzerte an der Konzertmuschel um 16 Uhr statt. Der Eintritt ist kostenlos; die Sitzplatzanzahl ist begrenzt. Es kann aufgrund der 7-Tage-Inzidenz zu kurzfristigen Änderungen kommen.

www.remscheid.de

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