Schulpreis

Remscheider Schulpreis wird 2022 fortgesetzt

Ein prämiiertes Schulpreisprojekt 2019: die Streuobstwiese des Leibniz-Gymnasiums, hier nach einem Vandalismus-Schaden. Archivfoto: Roland Keusch
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Ein prämiiertes Schulpreisprojekt 2019: die Streuobstwiese des Leibniz-Gymnasiums, hier nach einem Vandalismus-Schaden. Archivfoto: Roland Keusch
  • Andreas Weber
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RGA und Volksbank planen nach zweijähriger Zwangspause eine Neuauflage im kommenden Jahr.

Remscheid. Am 18. Juni 2019 wurde der Remscheider Schulpreis in der Aula des Leibniz-Gymnasiums letztmalig verliehen. Neun Monate später kam Corona und hinterließ auch tiefe Spuren in der Schullandschaft. An auszeichnungswürdige Projekte über den normalen Unterricht war nicht mehr zu denken. Bis heute ist dies so geblieben. Deshalb wird die 7. Auflage in Regie von RGA und der Volksbank im Bergischen Land noch einmal verschoben.

2022 soll es in gewohnter Form weitergehen. Die Hoffnung ist groß, dass im kommenden Frühjahr die Köpfe bei Lehrern und Schülern wieder frei sein werden für spannende Zusatzangebote. Wahrscheinlich werden auch die Bewerbungen aufleben, die Anfang 2020 bereits beim RGA eingegangen, aber nicht zum Zuge gekommen waren.

Schulprojekt: Gesundes und gemeinsames Frühstück für AvH-Schüler

Die Alexander-von-Humboldt-Realschule (AvH) wagte sich an ein „gesundes Klassenfrühstück“. Hintergrund: Viele Lehrer hatten festgestellt, dass die Kinder in der Fünf-Minuten-Pause nach der ersten Stunde ins Pausenbrot bissen oder einen Schluck aus der Trinkflasche nahmen. Die Begründung lautete oft: „Ich habe noch nichts gegessen oder getrunken.“ Es folgte eine Befragung aller Schüler durch die SV mit dem Ergebnis, dass es sich nicht um Einzelfälle handelte. „Die überwiegende Anzahl der Kinder und Jugendlichen kommt ohne Frühstück in die Schule“, stellte Konrektorin Kerstin Röhrig-Stephan damals in dem Bewerbungsschreiben für die Jury fest.

Die AvH handelte. Zwei Mütter erklärten ihre Bereitschaft, einmal in der Woche mit den Kindern ein gesundes, gemeinsames Frühstück vorzubereiten und einzunehmen. Im November 2019 lief das Projekt in der Schulküche an. Obst und Gemüse wurde geschnitten, Brötchen gebacken, Rührei gebraten, Quarkspeisen gerührt. Seit März 2020 ruht das „gesunde Klassenfrühstück“, wird aber wieder aufgegriffen, wenn es die Bestimmungen erlauben, verspricht Kerstin Röhrig-Stephan. Und dann wird die AvH zu den Bewerbern für den in der Vergangenheit mit 10 000 Euro bestückten Geldtopf gehören.

Fast prophetisch hörte sich an, was die Heinrich-Neumann-Schule beim RGA eingereicht hatte: „Virus und Bazillus – wir kriegen euch“. Das Projekt sollte ein Bewusstsein für die Pflege der oft eklig ausschauenden Toiletten an den Schulstandorten schaffen. „Unzumutbar“ seien diese, erklärte Petra Schulz, stellvertretende Schulleiterin, in ihrer Bewerbung damals. Sowohl was die Ausstattung als auch den Umgang der Schüler mit den WCs betraf. In ersten Schritten waren die Neumann-Schüler mit Hygiene und Gesundheit in anderen Ländern vertraut gemacht worden und hatten schnell gemerkt, dass saubere Toiletten und ein verantwortungsbewusster Umgang damit keinesfalls selbstverständlich sind.

Auch ehemalige Preisträger des Schulpreises mussten ihre prämiierten Projekte ruhen lassen

Auch die Heinrich-Neumann-Schule wird die Idee 2022 wieder aufgreifen. Das geht nicht nur denjenigen so, die vor Corona ein Projekt in der Pipeline, sondern auch Preisträgern, die momentan zurückstecken. Das GBG hatte zum Beispiel 2019 den 1. Platz belegt für 50 Jahre Partnerschaft mit dem Collège in Quimper. Seit Corona ruht der Austausch mit den Franzosen. Nur eine junge Bretonin war zwischenzeitlich über das Brigitte-Sauzay-Programm in Remscheid privat bei einer GBG-Schülerin untergebracht. „Es wird wieder anlaufen“, verspricht Schulleiter Stephan Döring. Nicht zuletzt, weil dieses Jahr die Städtepartnerschaft zwischen Remscheid und Quimper am 29. Mai ein halbes Jahrhundert besteht.

GBG-Lehrerin und Quimper-AG-Betreuerin Kathrin Kaiser kehrt demnächst aus der Elternzeit zurück. Dann werden die Planungen für den Restart des Austausches vorangetrieben. 2022 werden die Franzosen zunächst in Remscheid erwartet.

Naturprojekt

1500 Euro Preisgeld erhielt das Leibniz-Gymnasium 2019 für die Bewirtschaftung ihrer Streuobstwiese in Klausen. Das Naturprojekt ruht seither nicht. Die Wiese ist mittlerweile durch einen Zaun geschützt, damit ein Trampelpfad dadurch nicht mehr als Schleichweg genutzt werden kann. Zwei Vandalismus-Schäden steckten Schüler und Lehrer weg und blicken in die Zukunft: Ein Imker wurde gewonnen, der an der Wiese Wildbienen ansiedeln will. Diese wiederum sollen von den Schülern beobachtet werden können.

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