Fernsehen

Remscheider in Mystery-Thriller zu sehen

Malte (Ulrich Brandhoff) versucht seine Tochter Charlie (Emilie Neumeister) zu beruhigen: So etwas wie Zeitschleifen gibt es nicht.
+
Malte (Ulrich Brandhoff) versucht seine Tochter Charlie (Emilie Neumeister) zu beruhigen: So etwas wie Zeitschleifen gibt es nicht.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
    schließen

Ulrich Brandhoff spielt in der Miniserie „Another Monday“ mit, die von ZDFneo gezeigt wird.

Remscheid. Du hast nur noch einen Tag zu leben, den aber für immer. Was nach Punxsutawney und dem Groundhog Day aus „Und täglich grüßt das Murmeltier“ klingt, wird bei „Another Monday“ zu einem komplexen Mystery-Thriller um eine Zeitanomalie, den ZDFneo in jeweils drei Folgen im Oktober verpackt. Eine der Hauptrollen spielt Ulrich Brandhoff. Der in Remscheid groß gewordene Schauspieler ist der Therapeut Malte Hüller, der als einziger in seiner Familie keine Ahnung von der Zeitschleife hat. „Das Spannende an dieser Serie ist, dass diese Zeitschleife Mittel zum Zweck ist, um natürliche Verhaltensweisen von Menschen auszuloten: Was macht es mit uns, wenn wir Dinge wissen, die andere nicht wissen.“

Ulrich Brandhoff lobt den Plot dieser atmosphärischen dichten Geschichte, die grundsätzliche Fragen wie Macht und Moral näher beleuchtet. Und für sich selber gilt in der Rolle das Motto: „Nichts ist so, wie es scheint.“ Der 37-Jährige lobt am ausgeklügelten Drehbuch, wie plastisch und gut die Figuren in ihrer Widersprüchlichkeit gezeichnet sind und der Zuschauer sich fragt: „Mag ich die jetzt oder nicht?“ Die 30 Drehtage am Stück, vergangenes Jahr gedreht, waren auch für den 37-Jährigen eine ganz besondere Erfahrung.

Lesen Sie auch: Dreharbeiten in Lennep - Altstadt wird zur Kulisse für Fernsehserie

Seine Liebe zum Theater entdeckte er nach der Flucht seiner Familie aus der DDR kurz vor dem Mauerfall, die über die Prager Botschaft führte, im Bergischen. Mit vier Jahren wurde Brandhoff in Remscheid heimisch. Früh gelangte er zur Kleinen Komödie Remscheid, die der 2020 verstorbene Kurt-Reiner Pilz gegründet hatte. Per Annonce hatte dieser Laienschauspieler für eine Gruppe gesucht.

Ulrich aus Lennep wurde einer von ihnen, sammelte mit dem Theaterverein erste Bühnenerfahrung. Auch am Rögy engagierte sich Brandhoff. Im Literaturkurs von Lehrer Wilhelm Buschulte in der Stufe 12 spielte er in Goethes „Faust“ den Mephisto. An seiner Seite Dennis Hermann als Faust, sein Mitabiturient 2006 und bis heute ein sehr guter Freund. Auch Herrmann wurde Schauspieler und nennt seinen Kumpel Ulli als prägenden Einfluss in der Anfangszeit. Beide sind heute freischaffende Künstler und in Berlin beheimatet.

„Nichts ist so, wie es scheint.“

Ulrich Brandhoff über seine Rolle

Für Ulrich Brandhoff begann die Karriere nach einem verlängerten Zivildienst in der integrativen Kita Fürberg am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Dreieinhalb Jahre studierte er in Österreich, wurde im dritten Jahr von dem renommierten wie umstrittenen Regisseur Claus Peymann entdeckt, der ihn zum Berliner Ensemble lotste. „Die Entscheidung habe ich nie bereut.“ Die zweieinhalb Jahre dort hätten ihn bestens präpariert für weitere Aufgaben. Brandhoff verließ das gemachte Nest, suchte an einem Theater, wo gerade ein Indendantenwechsel stattgefunden hatte, und fand dieses am Schauspiel Leipzig, wo er von 2013 bis 2016 fest zum Ensemble gehörte. Seither ist Ulrich Brandhoff frei unterwegs, auf der Bühne, vor allem aber vor der Kamera für Kino und Fernsehen. Von „Alarm für Cobra 11“ bis zu dem TV-Film „Nackt unter Wölfen“. Er habe alles mitgenommen, was geht, sagt Brandhoff. Geschadet hat es ihm nicht. „Es ist eigentlich immer stetig weitergegangen bei mir“, blickt er zurück: „Auch wenn ich mal zwei, drei Monate ohne Engagement zu Hause gesessen habe.“

Im Gegensatz zu anderen Kollegen, die ohne Rollen um ihre Existenz bangen. „Da bin ich in einer glücklichen Situation, die im Schauspielberuf keine Selbstverständlichkeit ist“, gibt Ulrich Brandhoff zu. Dieses Jahr wird er im ZDF in dem Drama „So laut du kannst“ zu sehen sein, in der ARD mit „Einfach Nina“. Mit seiner Lebensgefährtin, der französischen Schauspielerin Morgane Ferru steht er auch vor der Kamera. Beide spielen ein geschiedenes Ehepaar, das sich um den kleinen Sohn streitet.

An seine Zeit in Remscheid denkt Ulrich Brandhoff gerne zurück. „Wohlbehütet“ nennt er die Jugendjahre. Seine Familie lebt heute weitgehend in Berlin und Hamburg. Wenn der 37-Jährige in Nordrhein-Westfalen dreht, kehrt er gerne mal für eine Stippvisite in seine alte Heimat zurück, um zu schauen, wie sich das Stadtbild weiterentwickelt hat.

Sendetermin

Der sechsteilige Mystery-Thriller „Another Monday“ wird am Dienstag, 11. Oktober und Mittwoch, 12. Oktober, jeweils drei Folgen ab 20.15 Uhr bei ZDFneo zu sehen sein; in der ZDF-Mediathek sind alle Folgen bereits am Freitag, 30. September ab 10 Uhr eingestellt.

Das könnte Sie auch interessieren

Unsere News per Mail

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Bestätigungslink. Erst mit Anklicken dieses Links ist die Anmeldung abgeschlossen. Ihre Einwilligung zum Erhalt des Newsletters können Sie jederzeit über einen Link am Ende jeder E-Mail widerrufen.

Die mit Stern (*) markierten Felder sind Pflichtfelder.

Meistgelesen

Unfall: Auffahrt zur A1 ist wieder frei
Unfall: Auffahrt zur A1 ist wieder frei
Unfall: Auffahrt zur A1 ist wieder frei
Nachzahlung? Hilfsanspruch bei hohen Heizkosten
Nachzahlung? Hilfsanspruch bei hohen Heizkosten
Nachzahlung? Hilfsanspruch bei hohen Heizkosten
Flüchtlingsheim bleibt in der Warteschleife
Flüchtlingsheim bleibt in der Warteschleife
Flüchtlingsheim bleibt in der Warteschleife
Arbeitskreis plant Remscheider CSD
Arbeitskreis plant Remscheider CSD
Arbeitskreis plant Remscheider CSD

Kommentare