Remscheider Sportbund

Referent über sexualisierte Gewalt in Sportvereinen: Zweidrittel der Vereine tun nichts

Klaus-Peter Uhlmann referierte zum Thema „Sexualisierte Gewalt im Sportverein“. Foto: Peter Klohs
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Klaus-Peter Uhlmann referierte zum Thema „Sexualisierte Gewalt im Sportverein“.

Der Sportbund hatte zur Info-Veranstaltung „Sexualisierte Gewalt im Sportverein“ eingeladen.

Von Peter Klohs

Remscheid. Es gibt Tabuthemen, an die niemand rühren mag. Andere fallen in diesen Zeiten. So wird inzwischen über sexualisierte Gewalt ohne Scheu diskutiert. Am Dienstagabend wurde in einer Info-Veranstaltung des Remscheider Sportbundes an der Jan-Wellem-Straße über „Sexualisierte Gewalt im Sportverein“ und besonders über Prävention und Intervention gesprochen.

Referent Klaus-Peter Uhlmann vom Mendener Performance-Atelier, selbst in einem Schwimmverein verortet, stellte das Motto „Schweigen schützt die Falschen“ an den Beginn seiner Ausführungen. Er begrüßte Gäste des Weißen Rings, vom Sozialdienst katholischer Frauen (SKF) sowie des Remscheider Jugendamts.

„Dieses Thema war lange ein Tabuthema“, sagte Uhlmann und legte großen Wert darauf, dass die Presse und andere Medien sehr zur Enttabuisierung beigetragen haben. Er machte jedoch auch klar, dass es so gut wie ausgeschlossen ist, in der Zukunft keine Fälle sexualisierter Gewalt in Vereinen feststellen zu müssen. „Das wird nicht passieren, das ist illusorisch. Aber wenn es geschieht, dann müssen die Betroffenen wissen, wie sie vorgehen können, sollen und müssen.“

Ausgeschnittene Zeitungsartikel zur sexualisierten Gewalt: der Stapel war bald voll

An diesem Abend konzentriere man sich auf den Kinder- und Jugendschutz. Uhlmann kreiste das sensible Thema großformatig ein, informierte über das Bundeskinderschutzgesetz, das Kinder- und Jugendhilfegesetz, teilte die Altersphasen der Kinder und Jugendlichen ein, machte auf die Eigen- und die Fremdverantwortung aufmerksam und berichtete, dass Vereine die Pflichten der Eltern übernehmen.

„Ich garantiere als Verein, dass gegen die bei mir sporttreibenden Kinder keine Gewalt angewendet wird.“ Das sei bei über 18 000 Vereinen in NRW und mehr als 90 000 bundesweit nicht zu 100 Prozent möglich. „Ein Drittel der Vereine setzt sich gegen sexualisierte Gewalt ein“, weiß Uhlmann und schloss: „Das bedeutet, das Zweidrittel der Vereine dies nicht tun.“

Der Referent hat aus seiner Tageszeitung Berichte über sexualisierte Gewalt ausgeschnitten und nach einem halben Jahr wieder damit aufgehört: Der Stapel war zu groß geworden. Uhlmann regte an, als Prävention ein erweitertes Führungszeugnis für Verantwortliche in Sportvereinen einzuführen. „Jedes Vereinsmitglied hat Verantwortung“, betonte er. „Aber die Leitung eines Vereins im Besonderen. Wenn es trotz Vorkehrungen Anlass zu Besorgnis gibt, möglicherweise gar Beweise für eine sexualisierte Straftat im Verein, dann hilft nur noch Beratung.“

Beim Sportbund können Interessierte Info-Material zum Thema anfordern.

Der Sportbund Remscheid sucht eine personelle Verstärkung. Ein(e) Breitensportreferent/in soll das vierköpfige Team um Geschäftsführerin Emel Dutkun, Franziska Jansen, Martine Klein und Paula Stausberg schnellstmöglich erweitern.

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