Stand-up-Comedians

Rebell Comedy zieht nur knapp 100 Besucher auf den Schützenplatz

Die Comedians von Rebell Comedy traten beim „Liebe & Musik“-Festival auf der dem Schützenplatz vor knapp 100 Besuchern auf. Foto: Michael Schütz
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Die Comedians von Rebell Comedy traten beim „Liebe & Musik“-Festival auf der dem Schützenplatz vor knapp 100 Besuchern auf.

Das „Liebe & Musik“-Festival auf dem Schützenplatz geht so langsam dem Ende entgegen.

Von Peter Klohs

Remscheid. Am Sonntagabend war nach Torsten Sträter ein weiterer Comedian-Act Bestandteil des Programms. Mit Rebell Comedy hatte sich ein Ensemble mit Stand-up-Comedians angekündigt.

2007 in Aachen gegründet besteht das Herz der Gruppe aus Künstlern, die allesamt einen Migrationshintergrund aufweisen und eben solche junge Menschen ansprechen wollen, denen die Comedy von Bülent Ceylan oder Kaya Yanar nicht zusagt. Zu Anfang noch semiprofessionell auf Kleinstbühnen unterwegs hatte Rebell Comedy jedoch schnell Erfolg und tourt oft zweimal pro Jahr auch durch die großen Hallen der Nation.

Salim Samatou durfte am Sonntagabend den Reigen beginnen. Sein Auftritt hinterließ zwiespältige Gefühle. Ob es nun an der mit knapp 100 Besuchern sehr übersichtlichen Gästezahl lag oder daran, dass der Comedian nicht seinen besten Tag erwischt hatte – er wurschtelte sich teils recht unbeholfen durch seinen zwanzig Minuten zu langen Gig und versuchte, durch Fragen ins Publikum eine Bindung mit selbigem aufzubauen und somit Running Gags zu konstruieren. Was nicht immer gelang. Die Improvisationen des Comedians endeten zuweilen mit halberzählten Geschichten. Sein ausschweifender Gebrauch der Wörter „Respekt“, „unfassbar“ und „hammergeil, Alter“ nervte spätestens nach zehn Minuten.

Gelungen allerdings seine Geschichte aus der Schulzeit. „Meine Englischlehrerin kam aus Sachsen“, berichtete Samatou. „Ich habe noch nicht mal ihr Deutsch verstanden“. Und gab lustige Beispiele, wie sächsisch durchwobenes Englisch wohl klingt.

Wie es besser geht, bewies der Schweizer Alain Frei. Mit „Es ist so toll, im total ausverkauften Remscheid spielen zu dürfen“, hatte er die Lacher sofort auf seiner Seite. „Meine letzte Show war im Autokino“, gab er zu. „Ganz schlimm. Denn Autos lachen nicht.“ Die mäßige Besucherzahl auf dem Schützenplatz schockierte den Comedian nicht. „Wir sagen morgen einfach, dass wir nur die Hübschen reingelassen haben. Und Salim.“

Im Verlauf von 20 Minuten stellte Frei deutsche Sprichwörter sehr humorvoll in Frage. „Ich habe das nie verstanden“, gestand er. „Der Drops ist gelutscht, zum Beispiel. Oder, noch besser: Das Kind ist in den Brunnen gefallen. Ja, was? Holt das denn keiner raus? Muss es da bleiben?“ Als Gegenbeispiel gab er ein „sehr sinnvolles“ schweizerisches Sprichwort zum Besten, was er im besten schweizerisch weitergab. In der Übersetzung klang das so: „Der Schnellste ist der Schnellste“.

Auch Ususmango setzte in seinem Abschnitt zum größten Teil auf Improvisation. Der Comedian begrüßte das Publikum mit „Ich freue mich, hier zu sein in . . .  hier.“ Er mache gerne Auftritte, gab er zu, „auch im Knast. Da kann ich wenigstens mal meine Freunde sehen.“ Kleine Geschichten aus einem Auftritt im „Frauenknast“ schlossen sich an. Oder – ein letztes Beispiel für den Humor von Rebell Comedy: „Ich mag keine SUVs. Ich mag Jeeps. Nicht aus maskulinen Gründen. Aber aus männlichen.“

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