Pläne mussten begraben werden

Reaktionen auf das DOC-Aus: In dem Scheitern liegt auch eine Chance für Lennep

Wo sich noch das Röntgen-Stadion befindet, soll das DOC entstehen. Eine Entscheidung am Oberverwaltungsgericht zeichnet sich ab. Foto: Micheal Schütz
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Wo sich noch das Röntgen-Stadion befindet, sollte das DOC entstehen.

Zum endgültigen DOC-Aus äußern sich unter anderem Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins, IHK-Präsident Henner Pasch sowie Politiker verschiedener Parteien.

„Heute ist kein guter Tag für Remscheid“, reagiert die Gestaltungsmehrheit aus SPD, Grüne und FDP in einer gemeinsamen Erklärung auf die Nachricht zum Outlet-Center. „Das endgültige Aus für das DOC in Lennep ist zweifelsfrei eine vertane Chance für unsere Stadt.“ Doch darin liege auch eine Chance, wenn es gelinge, „sinnvoll und nachhaltig“ zu entwickeln. Dafür werde man verschiedene Ideen aufnehmen und zusammenbringen: „Als Gestaltungsmehrheit im Rat nehmen wir diese Herausforderung an.“

„Alles, was jetzt kommt, ist nur die zweitbeste Lösung“, sagt Markus Kötter, Fraktionsvorsitzender der CDU im Stadtrat und ehemaliger Lenneper Bezirksbürgermeister. Einen Investor wie McArthurGlen finde man wohl nicht wieder. Das endgültige Aus fühle sich an „wie eine Vollbremsung“, gibt Kötter zu, sagt aber auch, dass er die Entscheidung von Stadt und Investor „absolut nachvollziehen“ könne.

IHK-Präsident Henner Pasch bietet Unterstützung an.

Anders reagiert erwartungsgemäß die Linke. Man begrüße das DOC-Aus, heißt es in einer Mitteilung: „Nach Jahren des Stillstands besteht nun für Lennep die Chance, sich zeitgemäß und nachhaltig weiter zu entwickeln.“ Wichtig sei aber, dass die Stadt aus den gemachten Fehlern lerne: „Bei den künftigen Überlegungen und Plänen für die Zukunft der betroffenen Flächen und ganz Lenneps, müssen nun von Anfang an die Bürgerinnen und Bürger gehört und mitgenommen werden.“

Klaus Kreutzer, Vorsitzender des Verkehrs- und Fördervereins, gibt zu, dass er „ein bisschen traurig“ ist: „Ich habe das Ganze ja auch zehn, zwölf Jahre begleitet. Aber nun haben wir immerhin Gewissheit“ Als Vorsitzender des Handelsverbands NRW im Bergischen Land will er der Stadt Vorschläge unterbreiten, was nun aus dem Röntgen-Stadion, Jahn- und Kirmesplatz werden kann. Öffentlich will er sie noch nicht machen. „Denn Remscheid gewinnt den ersten Preis im Zerreden von Projekten.“ Dabei wiederholt er seine Forderung nach einem Generalplan für Lennep und nach einem City-Manager, der Impulse für Gastronomie, Handel und Tourismus setzen solle.

Klaus Kreutzer fordert einen City-Manager für Lennep.

Für die Bergische IHK bietet Präsident Henner Pasch Unterstützung bei dem nun folgenden Prozess an: „Man kann das als Katastrophe sehen, was es sicherlich auch ist, muss daraus aber nun eine Chance für die Region machen.“ Die IHK sei bereit, daran mitzuwirken. Denkbar sei zum Beispiel, die Fläche einem Zukunftsthema zu widmen, so wie es Wuppertal mit seinem Circular Valley gemacht habe.

Erschreckend sei, dass der ganze Vorgang so extrem lang gebraucht habe, sagt Pasch. Und dass das Projekt von einigen wenigen gestoppt worden sei: „Wir werden hier in Deutschland nicht vorankommen, wenn Dinge, bei denen alles auf grün steht, von einzelnen gekippt werden können.“ zak/wey

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