Stadtrat

Rat führt hitzige Debatte über fehlende Toiletten

Das WC an der Alleestraße ist abgebaut. Foto: Roland Keusch
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Das WC an der Alleestraße ist abgebaut.

Debatte über Kauf einer WC-Anlage oder den Umbau eines Pavillons auf der Allee wird am 10. Februar fortgesetzt.

Von Frank Michalczak

Remscheid. Bei seiner letzten Sitzung in diesem Jahr beschäftigte sich der Remscheider Stadtrat noch mal mit einem Dauerbrenner: mit fehlenden öffentlichen Toiletten in der Remscheider Innenstadt.

Vertreter diverser Fraktionen verliehen ihrem Unmut Ausdruck, dass die Stadtverwaltung nach Jahren der Debatten das Problem noch immer nicht gelöst habe. Vor allem Sven Wolf (SPD) zeigte sich mit seiner Geduld am Ende: „Die fehlenden Toiletten sind eine zentrale Frage – nicht nur für Ältere oder Menschen mit Handicap. Auch kleine Kinder können nicht mal eben 30 Minuten warten, wenn sie mit ihren Eltern durch die Stadt gehen.“ So diene das Thema eben nicht nur als Gesprächsstoff, der zum Schmunzeln einlade. „Es geht hier um die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt“, hob Wolf hervor.

Dabei hatte Baudezernent Peter Heinze eine umfangreiche Beratungsvorlage zusammengestellt und dabei aufgelistet, dass es sehr wohl Anlaufstellen für den Toilettengang gebe. „Zum Beispiel in der Bibliothek, im Seniorenbüro und in einer Bäckerei am Markt.“ Zu dem Spektrum zählte er auch das Ämter- und Rathaus sowie eine Gaststätte an der Hindenburgstraße, die sich an der Aktion „Nette Toilette“ beteiligt – also ihr WC auch für jene bereitstellt, die nicht zu ihren Gästen zählen. Sein Vorschlag: Diese und weitere Angebote sollten bekannter werden – etwa über die Remscheid-App, mit der Interessierte vielfältige Infos erhalten, und durch Hinweisschilder.

Baudezernent Peter Heinze listete diverse Anlaufstellen auf

Heinze könnte sich aber als Ergänzung vorstellen, dass an der mittleren Alleestraße eine öffentliche Toilette entsteht. Denkbar wäre der Kauf einer Anlage ebenso wie der Umbau eines leerstehenden Pavillons. Das allerdings sei mit Kosten für die öffentliche Hand verbunden: „Für einen Neubau müssten wir 70 000 Euro zahlen. Dazu rechnen wir mit Kosten für den laufenden Unterhalt von 25 000 bis 30 000 Euro pro Jahr.“ Dies sei kein „Pappenstiel“, wie er anmerkte. Und ohnehin entstehe bis 2025 mit dem Umbau des Friedrich-Ebert-Platzes ein öffentliches WC, das in dem Betriebsgebäude der Remscheider Stadtwerke seinen Platz findet.

Bis dahin müsse aber etwas geschehen, forderte unter anderem Petra Küchelmann (CDU). „So geht es nicht weiter. Die Nachbarstadt Wipperfürth hat das Problem vorbildlich gelöst“, erwähnte sie ein Positiv-Beispiel und gab zu bedenken, dass es doch auch Zuschüsse geben könnte. Auch Friederike Pohl, Vorsitzende des Behindertenbeirats, mahnte: „Wir müssen hier endlich zu einer Lösung kommen. Es ist eines der dringlichsten Probleme, das wir haben.“ Eine Beschlussvorlage mit vielen weiterführenden Informationen zu Preisen und Kosten soll es geben, kündigte OB Burkhard Mast-Weisz an (SPD) an. Bereits bei der Ratssitzung am 10. Februar soll das Thema erneut auf der Tagesordnung stehen. „Aber warten Sie dann bitte nicht ein halbes Jahr, bis Sie in die Umsetzungsphase gehen“, mahnte Sven Wolf.

Nicht nur den Stadtrat werden die öffentlichen Toiletten im nächsten Jahr beschäftigen, sondern auch die Bezirksvertretungen. Baudezernent Heinze kündigte eine Analyse für die einzelnen Ortsteile an – mit der Fragestellung, wie sich die WC-Lage in Lennep, Lüttringhausen, im Südbezirk und Hasten darstellt. Die Toiletten bleiben also das, was sie sind – ein Dauerbrenner.

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