Verkehr

Radfahrer beklagen nicht geräumte Wege

Die Remscheider Radler wünschen sich, dass der Winterdienst auf Radwege wie die Balkantrasse ausgeweitet wird. Beim jüngsten Wintereinbruch war das nicht der Fall. Da bestand auf den Remscheider Trassen Rutsch- und damit Sturzgefahr. Foto: Roland Keusch
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Die Remscheider Radler wünschen sich, dass der Winterdienst auf Radwege wie die Balkantrasse ausgeweitet wird. Beim jüngsten Wintereinbruch war das nicht der Fall. Da bestand auf den Remscheider Trassen Rutsch- und damit Sturzgefahr.

Die Stadt Remscheid hatte zum Bürgerdialog Radverkehr eingeladen – Abschließbare Fahrradboxen auf der Agenda.

Von Michelle Jünger

Remscheid. Fahrradfahren in Remscheid ist lange undenkbar gewesen. Bis 2019 war die Stadt- und Verkehrsplanung selten bis gar nicht auf Radfahrer ausgerichtet. Mit dem Radkonzept 2019 wurden viele Änderungen der Stadt beschlossen. Darin enthalten auch der jährliche Bürgerdialog Radverkehr, damit sich interessierte Bürgerinnen und Bürger mit einbringen können.

Vorgestellt wurden dort bei der Online-Veranstaltung am Dienstagabend unter anderem die umgesetzten Maßnahmen 2020, ebenso wie die geplanten Projekte für 2021 oder langfristige Ziele. Die meisten Änderungen für den Radverkehr wurden in der Infrastruktur vorgenommen. Es wurden zahlreiche Schutzstreifen angelegt und Markierungen vorgenommen. Aber auch versetzte Ampeln oder für Pkw gesperrte Wege machen in Zukunft das Radfahren in Remscheid sicherer.

Für 2021 hat sich das Team auch einige große Projekte auf die Agenda gesetzt, so unter anderem den Ausbau der Balkantrasse, aber auch abschließbare Fahrradboxen und E-Bike-Ladestationen.

Es hakt aber auch immer wieder an einigen Stellen, die in der Diskussion ausgiebig angesprochen wurden. Burkhard Fey, Leiter der Verkehrsplanung, erklärte, dass nur nach und nach etwas dazu kommen könne und das Netz stetig weiter ausgebaut werde. „Es müssen mehrere Jahre aufgeholt werden, in denen die Radanlagen selten, bis gar nicht berücksichtig wurden. Das dauert seine Zeit.“

Projekte, die vor mehreren Jahren geplant worden seien, wie der Umbau der Trecknase, müssten deshalb im Hinblick auf Radfahrende nachgearbeitet werden. Dennoch fiel auch das Fazit der meisten Bürger sehr positiv aus. Viele sind dankbar, dass der Radverkehr langsam sicherer wird und besser vernetzt ist. „Auch die kleinen Maßnahmen bringen schon sehr viel, und es fällt einem sofort auf, wenn etwas gemacht worden ist“, sagte Line Jungbluth, deren ganze Familie viel auf dem Rad unterwegs ist. Sie vermisse aber vor allem mehr Achtsamkeit und Respekt der Autofahrer und regte eine Kampagne an.

Remscheid: 100 000 Euro für kleinere Maßnahmen und Sanierungen

Ein weiteres großes Thema war der Winterdienste auf Radwegen oder der Balkantrasse. Insgesamt sind nämlich in Remscheid auch immer mehr Arbeitnehmer ganzjährig mit dem Rad unterwegs. Mehrere Teilnehmer beklagten, dass viele Radstrecken unzureichend, bis gar nicht geräumt seien. Mehr Räumarbeiten durch die Technischen Betriebe seien dort erforderlich, auch dieser Wunsch wurde sofort von der Verkehrsplanung mit aufgenommen.

„Wir müssen das als Stadt natürlich in Auftrag geben, dazu muss aber auch klar sein, dass der Bedarf dafür da ist“, erklärte Fey. Genau dazu sei der Dialog da, um solche Punkte direkt und offen anzusprechen. Leider könne er aber an manchen Streckenabschnitten nicht selbst tätig werden, zum Beispiel auf Teilen der Lenneper Straße. Denn dort sei Straßen NRW zuständig. Solche Zuständigkeitsprobleme machten vieles zwar nicht einfach, aber auch dort wolle man sich drum kümmern.

Es sind viele Aufgaben zu bewältigen, da erschien einigen Teilnehmern das jährliche Budget von 100 000 Euro für das Radkonzept durchaus klein. Die Verkehrsplanung erklärte jedoch, dass dieses Budget vor allem für kleine Maßnahmen und Sanierungsarbeiten gedacht sei. Bei großen Umbauprojekten klinke man sich oft mit ein, so dass neue Radanlagen beim ohnehin anstehenden Straßenumbau gleich mitberücksichtigt würden.

Das Team der Verkehrsplanung zeigte sich höchst erfreut über die Anregungen und Ideen der Remscheider Radfahrer. „Wir haben heute viel mitgenommen und gute Ideen bekommen, die sich sicher umsetzen lassen“, sagte Fey. Denn die aktiven Radfahrer könnten immer noch am Besten beurteilen, wo etwas fehlt.

Hintergrund

Das Radkonzept der Stadt Remscheid aus dem Jahr 2019 sieht als übergeordnetes Ziel die Verbindung und den Ausbau der Anlagen in den großen Stadtteilen Alt-Remscheid, Lennep und Lüttringhausen vor. Beschwerden und Anregungen können hiesige Radfahrer jederzeit direkt an die zuständige Verkehrsplanung bei der Remscheider Stadtverwaltung weitergegeben werden. Möglich ist dies per E-Mail.

radverkehr@remscheid.de

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