Sanieren und Modernisieren in Honsberg

Projekt Honswerk wertet Viertel mächtig auf

Diese Wohnblocks in der Siemensstraße 25-39 werden ab 2023 mit Unterstützung der Montag Stiftung, Gewag und der Stadt modernisiert. Foto: Roland Keusch
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Diese Wohnblocks in der Siemensstraße 25-39 werden ab 2023 mit Unterstützung der Montag Stiftung, Gewag und der Stadt modernisiert.

Montag Stiftung Urbane Räume, Gewag und Stadt erwarten Mitte des Jahres die Baugenehmigung für das Quartier.

Von Andreas Weber

Remscheid. Das Stadtentwicklungsprojekt „Honswerk“ nimmt Fahrt auf. Der Erbbauvertrag mit der Gewag und die Kooperationsvereinbarung mit der Stadt sind unterzeichnet. Die Montag Stiftung Urbane Räume (Bonn) legt nun richtig los mit der weiteren Aufwertung des aufstrebenden Stadtteils Honsberg. Mit insgesamt 10,7 Millionen Euro werden bis 2025 Wohn-, Gewerbe-, Gemeinschafts- und Bildungsprojekte in der Siemens- und Halskestraße umgesetzt.

Allein die Wohn- und Gewerbebausteine Siemensstraße weisen ein Volumen von 7,15 Millionen Euro aus. 40 Wohneinheiten werden im Bestand saniert. Auch wenn der Honsberg in fünf Jahren vielleicht der „hippeste Stadtteil in Remscheid“ sein könnte, wie es Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz gestern auf einer Pressekonferenz formulierte, soll Wohnen dort weiterhin bezahlbar bleiben. „100 Prozent geförderter Wohnungsbau garantiert langfristig bezahlbare Mieten“, erklärt Dr. Robert Winterhager, der Geschäftsführer Urbane Nachbarschaft Honsberg.

So geht Wohnen nachhaltig

Hier wird bestehender Wohnraum exquisit veredelt.

Baudezernent Peter Heinze

Mit ihm und drei weiteren Personen hat die Stiftung in der Halskestraße 22 ihr Büro bezogen. Andrea Staudt füllt es als sogenannte Gemeindewohlmanagerin seit Juni 2021 mit Leben. Seit 2021 werden dort Planung und Netzwerkarbeit vorangetrieben. Ihre Tür steht offen. Die Honsberger werden mitgenommen, Ideen sind willkommen. „Wir treten nicht als Besserwisser auf, sondern unterstützen bestehende Aktivitäten“, betont Burkhard Mast-Weisz.

Wie zum Beispiel die Künstlerinitiative „Ins Blaue“, schon vor dem Einstieg der Stiftung ein Flaggschiff des sich wandelnden Honsbergs. Früher galt der als schmuddeliges Viertel, in dem es schwer war, Leerstand zu vermieten. Das ändert sich. Oliver Gabrian, Gewag-Vorstand, spricht schon von zunehmender Nachfrage und preist den „Charme der klassischen Arbeitersiedlung aus dem Ruhrgebiet“ an, die, wie Stiftungsvorstand Stefan Anspach hinzufügt, „Potenzial“ besitzt. „Hier wird bestehender Wohnraum exquisit veredelt“, freut sich Baudezernent Peter Heinze. Sozialdezernent Thomas Neuhaus schließt sich an: „Mit dem Honswerk werden in einer Art Reallabor die Lebensbedingungen verbessert.“

Ampelbündnis will modernen Wohnraum in Remscheid

Diese Gebäude werden modernisiert

Die zentralen Bausteine sind neben der Halskestraße 14 - 18 die Häuserblocks Siemensstraße 11 - 19 sowie 25 - 39. 103 Jahre alte Bauten, in denen überwiegend niemand mehr wohnt, weil die Substanz heruntergekommen ist. Von den 40 Wohnungen sind momentan 15 vermietet. Winterhager kündigte an, dass zu den kleinen Wohnungen (meist zwei Zimmer, Küche, Bad) nach Durchbrüchen auch größere Zuschnitte geschaffen werden, die auch größere Familien aufnehmen können.

2021 wurde die Planung konkret und das Projektbüro eingerichtet. Nach der Fertigstellung der Entwurfsplanung und der Einreichung der Bauanträge wird Mitte 2022 mit der Baugenehmigung gerechnet. Im Herbst sollen die Umzüge von Bestandsmietern in Ersatzwohnungen während der Sanierung und Renovierung beginnen, noch dieses Jahr die Baustellen eingerichtet werden. 2023 soll der erste Bauabschnitt begonnen und abgeschlossen werden für die Siemensstraße 9, 11, 13, 33, 35, 37, 39. Der zweite Abschnitt folgt 2024 für die Siemensstraße 15, 17, 25, 27, 29, 31.

Auch Gewerbe entsteht. Ein Haus soll für die Nutzung durch junge Remscheider Start-Ups als Büro-Haus eingerichtet werden. Allen voran und mit dem größten Platzbedarf wird sich hier der Softwareentwickler Wetog ansiedeln, deren Räume in der Martin-Luther-Straße längst viel zu eng geworden sind.

Oliver Gabrian begeistert besonders das Konstrukt der innovativen Förderung. „Ich kenne es nur so, dass die Förderung irgendwann endet. Hier wird mit dem Prinzip des Initialkapitals ‘ein Perpetuum mobile in der Quartiersentwicklung’ erfunden.“ Ziel dabei ist, durch Investition in die Immobilien dauerhaft eine soziale Rendite zu erzielen, die ins Viertel zurückfließt.

Honswerkstatt

Zum Projekt zählt auch die Anlage eines Stadtteilgartens gegenüber von den drei Häusern an der Halskestraße 14-18 auf einer Wiese am Lobacher Hang. Die Nummern 14-18 werden abgerissen, an ihrer Stelle wird eine Bildungseinrichtung gebaut, die Honswerkstatt. Kernstück soll eine Lehr- und Lernwerkstatt (möglicherweise Heimat für das Tool-Lab) werden, die Kindern und Jugendlichen Zugang zu Handwerk und Technik ermöglicht. Auch eine offene Nachbarschaftswerkstatt und ein interkultureller Begegnungsort sind in der Honswerkstatt geplant.

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