Krieg in der Ukraine

Wohnraum für Flüchtlinge: Private Angebote laufen ins Leere

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Die Wohnung ist vollausgestattet: Gabi Renery will hier weiter Flüchtlingen helfen. Aber nicht mehr mit der Stadt.

Stadt lehnt Wohnraum für Flüchtlinge ab. Remscheiderin versucht es nun in Wuppertal.

Von Timo Lemmer

Remscheid. Sie wollte helfen. Schnell, unbürokratisch, auf sehr hohem Standard. Gabi Renery genügte es nicht, mit ihrem Ehemann Michael an der ersten Friedensdemo in der Innenstadt teilgenommen und Sachspenden getätigt zu haben. Die Remscheiderin bot der Stadt Wohnraum an, eine 54-Quadratmeter-Einliegerwohnung – zugehörig zum Eigentum der Familie. „Voll ausgestattet bis hin zum Babyfon“, erhoffte Renery, in der Wolfstraße ukrainische Flüchtlinge aufnehmen zu können. „Vier Schlafplätze wären da gewesen, Haustiere willkommen, das Bad frisch saniert“, erklärt sie. Nur: Die Stadt lehnte ihr Angebot ab.

Krisenstab „Ukraine“ koordiniert den Zustrom.

Dezernentin Barbara Reul-Nocke spricht von Fehlkommunikation.

So wie ihr und ihrem Mann geht es einigen Remscheidern, die zügig Wohnraum anbieten wollten. Renery berichtet, dass sie sowohl von ihrem Hausarzt als auch von Nachbarn dasselbe gehört habe: „Alle haben die E-Mail bekommen, die ich nach längerem Schriftverkehr auch erhalten habe.“ In dieser steht, dass „die Stadt Remscheid leider die Vermittlung solcher privaten Angebote nicht übernehmen kann“.

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Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke erklärt im RGA-Gespräch, dass es mit den Renerys wohl eine Fehlkommunikation gegeben habe: Auf der Suche nach privatem Wohnraum sei man sehr wohl. Lediglich die Angebote, Flüchtlinge in bestehende Haushalte aufzunehmen, müsse man ablehnen: Unter anderem, weil personell nicht sichergestellt werden könne, welche Angebote seriös seien – und es sei zudem nicht absehbar, wie lange Ukraine-Flüchtlinge bleiben würden. „Da haben wir als Stadt einfach eine Verantwortung den hier ankommenden Menschen gegenüber. In Fällen, in denen es um die Aufnahme in bestehende Haushalte geht, verweisen wir auf Internet-Plattformen.“

Stadt prüft alle Angebote – Renery schaut sich anderweitig um

Daher wirbt die Stadt weiterhin auf der eigens zur Koordinierung der Ukraine-Hilfe eingerichteten Internetseite dafür, „geeignete Immobilien/Wohnungen“, die zur Verfügung gestellt werden sollen, per E-Mail zu melden. Von dieser Idee sei man auch niemals abgerückt, sagt Reul-Nocke. „Die angebotenen, privaten Wohnungen arbeiten wir nach und nach ab.“

Gabi Renery hat nun keine Lust mehr, ihre Einliegerwohnung der Stadt (nochmals) anzubieten. Zu harsch und ablehnend sei der Ton der Verwaltung gewesen, ein Anruf hätte es doch auch mal getan. Zumal sie 2015, als die Wohnung im Zuge der damaligen Flüchtlingskrise schon einmal angeboten hatte, ähnliches erlebt hat. „Ich biete die Wohnung nun allen anderen Organisationen an. Auch bei der Stadt Wuppertal habe ich mich auf eine Liste setzen lassen. Aber mitnichten melde ich mich noch mal bei der Stadt Remscheid.“

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