Bezirksbürgermeister will vermitteln

Preiserhöhung der Parktickets erzürnt die Marktbeschicker

Der Burscheider Gärtnermeister Torsten Höpken (l.) hat Bezirksbürgermeister Otto Mähler um Vermittlung gebeten.
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Der Burscheider Gärtnermeister Torsten Höpken (l.) hat Bezirksbürgermeister Otto Mähler um Vermittlung gebeten.
  • Andreas Weber
    VonAndreas Weber
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PSR verdoppeln die Preise für Parktickets am Theodor-Heuss-Platz – Kritik am Vorgehen des Garagenbetreibers.

Remscheid. Die Beschicker des Wochenmarktes müssen seit dem 1. Juli deutlich höhere Parkgebühren in der Tiefgarage unter ihrem Arbeitsplatz bezahlen. Die PSR haben das Entgelt am Theodor-Heuss-Platz von drei auf 6,50 Euro erhöht. „Unter den Kollegen ist das ein Aufreger. Wenn wir eine solche Preissteigerung an unserem Stand vornehmen würden, käme keiner mehr bei uns zum Einkaufen“, ärgert sich Birgit Riedmiller (Landbäckerei Bauer). Es sei nicht die Tatsache, dass es teurer werde, sondern die Höhe der Summe und die Art der Kommunikation, beschwert sich auch Gärtnermeister Torsten Höpken.

„Die Erhöhung muss in einem gesunden Verhältnis stehen.“

Otto Mähler, SPD-Politiker

Anfang des Jahres kündigte Parkgaragenbetreiber PSR, eine Stadtwerke-Tochter, eine gravierende Veränderung an. Als die Beschicker nachhakten, wurden ihnen drei Gründe präsentiert: Zum einen, dass es noch nie eine Erhöhung gegeben habe, dass in der Vergangenheit Missbrauch betrieben worden sei, zudem steuerliche Gründe, angeblich wegen verdeckter Gewinnausschüttung, diesen Schritt nötig machten. Anfangs war sogar die Rede davon, die Summe auf 14 Euro (einen Euro unter dem Tageshöchstsatz) anzuheben. Der Kompromiss, der nach vielen Telefonaten der Beschicker mit der Stadtverwaltung gefunden wurde, lautete 5,50 Euro.

Samstags dürfen Mitarbeiter nicht mehr vergünstigt ihren Wagen abstellen, sondern nur noch mittwochs. Als die PSR kurzfristig auf die 5,50 Euro noch die Mehrwertsteuer draufsattelten und bei 6,50 Euro anlangten, platzte Torsten Höpken der Kragen. „Ich bin niemand, der schnell an die Öffentlichkeit geht, aber jetzt reicht es.“ Sein Opa Friedrich begründete 1963 die fast 50-jährige Tradition der Höpkens auf dem Remscheider Wochenmarkt.

Torsten Höpken erinnert sich, dass das verbilligte Ausfahrticket zu Zeiten der Wirtschaftsförderung Remscheid (WFR) eingeführt wurde. Die drei Euro hielten gut zwei Jahrzehnte. Höpken schaltete Otto Mähler ein.

Der Bezirksbürgermeister für Alt-Remscheid versteht die Preistreiberei nicht. „Die Marktbeschicker sind ein wesentlicher Teil der Stadtgesellschaft.“ In Zeiten, wo die Wochenmärkte zwar, wie Höpken beobachtet, seit der Pandemie einen Zulauf an jüngeren Kunden verzeichnen, aber mitnichten boomen, sei es kontraproduktiv, die Anbieter auf diese Weise abzukassieren. Zumal sie ja auch für ihre Stände pro laufenden Frontmeter an die Stadt bezahlen.

Otto Mähler, seit 50 Jahren selbst regelmäßiger Marktbesucher, schüttelt den Kopf: „Als normal denkender Mensch kann ich nur sagen: Die Erhöhung muss in einem gesunden Verhältnis stehen.“ Davon könne bei 6,50 Euro jedoch keine Rede mehr sein. Der SPD-Politiker will den Fall in die Bezirksvertretung Alt-Remscheid tragen und den PSR-Aufsichtsrat einschalten. Mählers Vorschlag lautet: Alle Beteiligten, wenn auch verspätet, an einen Tisch holen und im Ergebnis nur moderat an der Preisschraube drehen. Torsten Höpken hält fünf Euro für okay. In manchen Fällen wolle zwar der Chef für seine Mitarbeiter beim Bezahlen in die Bresche springen, bliebe es jedoch bei der über hundertprozentigen Steigerung, hätten einige Beschicker angedroht, dem Wochenmarkt auf dem Theodor-Heuss-Platz den Rücken zu kehren.

Seine langjährige Aufgabe, die Parktickets unter den Beschickern zu verteilen, hat Torsten Höpken aus Protest über die PSR niedergelegt. Im Übrigen hält er deren Finanzgebaren für eine Milchmädchenrechnung. „Denn mehr Geld werden sie durch die Erhöhung nicht einnehmen. Momentan nutzen rund 15 Mitarbeiter des Marktes die Tiefgarage, hinterher werden es vielleicht fünf sein. Geht man davon aus, dass der Samstag wegfällt, prophezeie ich der PSR Umsatzeinbußen von 80 Prozent.“

Nur 15 feste Stände auf dem Markt

Es gab Zeiten, da war auf dem Platz vor dem Rathaus beim Wochenmarkt jeder Quadratmeter belegt. Heute ist es deutlich übersichtlicher geworden. Beim Stadtmarketing sind mittwochs und samstags insgesamt nur noch 15 feste Stände registriert. Pro laufenden Frontmeter zahlen die Daueranbieter für beide Tage im Jahr 280 Euro. Wer nur einen Tag bucht, ist mit 178 Euro dabei. Tagesbeschicker zahlen pro laufenden Frontmeter im Übrigen 3,60 Euro.

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