Verkehrsberuhigte Bereiche

Könnte es in Remscheid bald Pop-up-Spielstraßen geben?

Keine Spielstraße, sondern verkehrsberuhigt: Reinwardstraße und Georg-Schirmer-Straße dürfen befahren werden.
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Keine Spielstraße, sondern verkehrsberuhigt: Reinwardstraße und Georg-Schirmer-Straße dürfen befahren werden.
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Vorstoß der CDU: Eltern sollen Verkehrsraum vor der Haustür für Autos sperren dürfen. Der RGA hat nachgefragt, welche Chancen auf Umsetzung es in Remscheid gibt.

Von Axel Richter

Remscheid. Verkehrsberuhigte Bereiche gibt es einige in Remscheid. Die Georg-Schirmer-Straße in Lüttringhausen zum Beispiel. Oder auch die Pastoratsstraße in Lennep. Autos dürfen dort nur mit Schrittgeschwindigkeit fahren, spielende Kinder und Fußgänger haben Vorrang. Die CDU Remscheid will mehr. Auf Antrag sollen Familien die Straße vor ihrer Haustür zur „Spielstraße auf Zeit“ erklären können. Für einen festgesetzten Zeitraum wären Fahrzeuge dann komplett verboten. Die Stadtverwaltung ist skeptisch.

„In Wohngebieten gehören die Straßen nicht nur den Autos, auch spielende Kinder mit Kreide und Bobbycar gehören dazu“, erklärt die Junge Union: „Mit einem einfachen und kostenlosen Antragsverfahren wollen wir Familien ermöglichen, dass vor ihrem Wohnhaus eine Spielstraße auf Zeit eingerichtet werden kann. Bereits mehrere Städte haben diese Möglichkeit geschaffen, beispielsweise Hemer im Sauerland.“

Das stimmt. Allerdings teilt die Stadt Hemer auf Nachfrage aus Remscheid mit, „dass bisher erst zwei Anträge eingingen. Davon wurde ein Antrag wieder zurückgezogen“, berichtet die Remscheider Rechtsdezernentin Barbara Reul-Nocke (ebenfalls CDU) und kommt zu dem Schluss: „Fraglich ist hier, ob ein Bedarf besteht und ob der Aufwand in einem Verhältnis zum Nutzen steht.“

Pop-up-Spielstraße: Es gibt noch Hoffnung

Roland Kirchner (Wählergemeinschaft WiR) beschleichen ebenfalls grundsätzliche Zweifel. Der Kommunalpolitiker wohnt am Grenzwall in Lennep. Die Nachbarschaft sei wohl intakt, dennoch werde die Begeisterung nicht ungeteilt groß sein. „Wer keine Kinder hat, möchte wahrscheinlich lieber sein Auto in der Garage haben“, schätzt Kirchner. Da kommt er damit aber nicht hin in einer Spielstraße.

Außer in Hemer gibt es die Spielstraße auf Zeit heute auch in Düsseldorf und Bonn. Hemer verzichtet auf Gebühren für die Beschilderung, Düsseldorf und Bonn nicht. Auch Remscheid würde das den Anwohnern in Rechnung stellen. Laut Remscheids Ordnungsamtsleiter Arnd Liesenfeld müssten die Antragsteller für ihre Pop-up-Spielstraße wie bei einem Fest zudem eine Veranstalter-Haftpflichtversicherung abschließen.

Die CDU reagierte ungläubig: „Es ist doch nicht so, dass da Biergläser befüllt und irgendwo reingeworfen werden“, erklärte Tanja Kreimendahl. Am 1. Dezember soll die Idee erneut von den Politikern beraten werden. Eine große Chance auf Umsetzung hat sie aber nicht.

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