Schlüsselübergabe an Klaus Peter Mohr

Polizeibeamter vom Hasten wird die Menschen vermissen

Mitten in Hasten hatte Frank Müseler (l.) lange sein „Büro“ – nun übernimmt Klaus Peter Mohr den Bezirksdienst. Foto: Roland Keusch
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Mitten in Hasten hatte Frank Müseler (l.) lange sein „Büro“ – nun übernimmt Klaus Peter Mohr den Bezirksdienst.

Bezirksdienst: Frank Müseler geht Ende des Jahres in Pension.

Von Timo Lemmer

Remscheid. Der Zapfenstreich für Polizeihauptkommissar Frank Müseler war beschaulich, es spielte auch keine Kapelle, und doch waren die Momente am Mittwochvormittag emotional: Der langjährige Bezirksdienstbeamte vom Büchel am Hasten hat die symbolische Schlüsselübergabe gefasst, aber durchaus gerührt hinter sich gebracht. „Es ist schon ein komisches Gefühl“, gestand Müseler ein. Nach 46 Jahren – „und einem Vierteljahr, um genau zu sein!“ – im Polizeidienst, davon die letzten 22 in Remscheid und rund 20 als Bezirksdienstbeamter in Hasten, fällt es Müseler schwer, am Jahresende Schluss zu machen.

Die Pension ruft den 62-Jährigen. Länger als Merkel habe er durchgehalten, scherzte Müseler bei der Übergabe an Klaus Peter Mohr. Und seine Pläne für den Ruhestand kann er auch ausgiebiger beschreiben als die just am selben Tag abgelöste Kanzlerin, die von Lesen und Nickerchen am Tage gesprochen hatte: „Allen voran viel Zeit für die Familie, viel Zeit mit meiner Frau. Darauf freue ich mich“, so Müseler.

Der dreifache Vater und zweifache Großvater ist voll in seiner Arbeit aufgegangen. Am Hasten war er Ansprechpartner vor Ort. „Die Bürger kommen regelmäßig ins Büro, ob zu den festen Zeiten, oder sobald unsere Wagen draußen stehen.“ Dann werden Anzeigen aufgenommen, viel häufiger aber wird geplaudert – und dabei werden die kleinen und großen Probleme des Alltags besprochen und gelöst. Kontaktbeamter sei er gewesen, sagt Müseler. Was insbesondere in der letzten Zeit äußerst schwierig gewesen sei: „Unter den Kontaktbarrieren aufgrund von Corona.“

Müseler, in Wuppertal geboren, startete dort in Elberfeld seine Polizeilaufbahn. „Da sind wir noch mit dem VW Käfer Streife gefahren. Mit 37 PS.“ Vieles hat sich geändert, das deutet seine Anekdote an. Was sich nicht geändert hat, ist die Leidenschaft, die Müseler, der vor knapp 30 Jahren mit seiner Familie nach Lennep gezogen ist, für seinen Job hat.

Sicherlich gibt es unschöne Erinnerung. „So zwei bis drei Mal“, sei es in seiner Zeit passiert, dass er morgens einem Schulkind Verkehrserziehung erteilt habe, „und mittags standen wir dann in der Wohnung und mussten den Vater festnehmen. Das war schon oft belastend.“ Strafvollstreckung gehörte fest zum Job.

Dicht am Bürger: Das war Müselers Profession

Und doch überwiegen die positiven Erinnerungen, die Kontakte zu den Menschen des Stadtteils: „Das Schöne an dem Job im Bezirk ist, dass man viel Positives unmittelbar zurückbekommt.“ Dicht am Bürger zu sein, das hat Müseler immer am meisten Freude bereitet. Dabei stand das Büro stets auf der Büchelstraße, dort führte Müseler unzählige Sprechstunden durch – sein Unterbezirk, für den er zuständig war, lag allerdings im Bereich Kremenholl, Reinshagen, Morsbach und Güldenwerth.

Langweilig wird dem Bald-Pensionär nicht werden. Einerseits bleibe man ja sowieso sein Leben lang Polizist. Andererseits begeistert er sich für Sport. Am liebsten läuft er. „Deswegen harmonieren wir auch so gut“, befand sein Nachfolger – auch Mohr läuft passioniert. Nur, so viel ist dem 56-Jährigen schon bewusst: „Deine 22 Jahre hier, die werde ich nicht schaffen.“

Die Kollegen werden Müseler vermissen. Und seine zahlreichen Kontakte ebenfalls. Nicht zuletzt die Kinder und Lehrer einer „seiner“ Schulen: Die Grundschule Reinshagen hat ihn kommende Woche zu einem kleinen Abschied geladen. Müseler: „Das wird sicher sehr emotional.“

Hintergrund

In fünf Außenstellen gibt es elf Beamte: Hasten, Lennep, Lüttringhausen, Handweiser, Am Markt. Für den verheirateten Familienvater Mohr ist der Wechsel von der Hauptwache eine Heimkehr.

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