Einbruchszahlen steigen

Polizei stellt fest: Kriminelle kehren nach Pandemie zurück

Polizeihauptkommissar Ralf Bäcker warb schon oft für die Eigensicherung. Riegel und Einbauten schrecken die Täter ab.
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Polizeihauptkommissar Ralf Bäcker warb schon oft für die Eigensicherung. Riegel und Einbauten schrecken die Täter ab.
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Im Vergleich zu den Vorjahren kommt es in Remscheid zu weniger Straftaten.

Von Axel Richter

Remscheid. Sechs Jahre lang gingen die Einbruchszahlen in Remscheid zurück. Der Trend ist vorläufig beendet. Bis Ende Oktober 2022 registrierte die Polizei in Remscheid 60 Wohnungseinbrüche. Im Vergleichszeitraum 2021 waren es „nur“ 49. Und auch 2020 wurden mit 56 weniger Fälle bekannt.

Das hat natürlich mit Corona zu tun. Viele Arbeitnehmer befanden sich im Homeoffice. Und Einbrecher haben es nicht gern, wenn jemand zu Hause ist. Außerdem muss es schnell gehen. Ihr Ziel ist es, ein Fenster, eine Terrassentür binnen Sekunden geknackt zu haben. Je länger es Widerstand leistet, desto größer wird das Risiko, entdeckt zu werden. Erst recht, wenn anders als vor der Pandemie viele Menschen daheim im Homeoffice sitzen und auch Nachbarn Alarm schlagen können.

Außerdem: Bei vielen Einbrechern handelt es sich um reisende Täter. 2016 suchten besonders viele von ihnen die Remscheider heim. Die damalige Polizeipräsidentin und spätere Regierungspräsidentin Birgitta Radermacher machte keinen Hehl aus deren Herkunft: „Nicht jeder Osteuropäer ist ein Einbrecher, aber viele Einbrecher kommen aus Osteuropa“, erklärte sie seinerzeit im Gespräch mit dem RGA. Die Reisebeschränkungen machten dieser Tätergruppe in der Pandemie das Leben freilich ebenfalls deutlich schwerer.

„Nicht jeder Einbrecher ist Osteuropäer.“

Birgitta Radermacher, ehemalige Polizeipräsidentin

Doch Corona ist das eine, ein insgesamt verbesserter Einbruchsschutz ist das andere. „Riegel vor!“, fordern die Polizisten in Remscheid schon seit Jahren und werben bei den Bürgern für technische Lösungen, mit denen sich die Wohnung auch nachträglich insgesamt einbruchssicherer machen lassen.

Schon vor der Pandemie gingen die Zahlen nach Einschätzung der Polizei auch deshalb deutlich zurück. Zum Vergleich: Bis Ende Oktober 2016 wurden 223 Wohnungseinbrüche aktenkundig. Im Vergleichszeitraum 2017 waren es 94 und 2018 noch 73 Fälle. Ende Oktober 2019 zählten die Ermittler dann 77 Fälle. Dann machte sich Corona bemerkbar.

Dass die Zahlen gegenwärtig wieder ansteigen, versetzt die Polizei vorläufig nicht in Alarmstimmung. „Im Verhältnis zu den Jahren 2017/2018 ist die Gesamtzahl weiterhin deutlich reduziert“, erklärt Polizeikommissar Rafael Bringmann auf Nachfrage des RGA. Das gilt erst Recht mit Blick auf 2016. Doch jeder Einbruch ist einer zu viel – insbesondere mit Blick auf die Opfer. „Wir werden die weitere Entwicklung in unserem Fokus behalten“, verspricht deshalb Rafael Bringmann: „Insbesondere weil Einbrüche wesentlich das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger beeinflussen.“ Die offizielle Kriminalitätsstatistik für 2022 wird die Polizei in den nächsten Wochen vorstellen.

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