Kosten sollen bei 470.000 Euro liegen

Politiker stimmen für Licht in der City

Das Remscheider Rathaus leuchtet in unterschiedlichen Lichtfarben. Auch der Bergische Löwe wird durch eine Beleuchtung mit anderen Augen gesehen und verfehlt seine Wirkung nicht.
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Das Remscheider Rathaus leuchtet in unterschiedlichen Lichtfarben. Auch der Bergische Löwe wird durch eine Beleuchtung mit anderen Augen gesehen und verfehlt seine Wirkung nicht.
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Stelen und beleuchtete Fassaden auf der Allee sollen 470 000 Euro kosten. Grüne und Linke warnen vor Lichtverschmutzung.

Von Axel Richter

60 Lichtstelen sollen die Bäume der Alleestraße in sanfte Farben tauchen, dazu Leuchten an Fassaden die Gebäude unten in warmen Goldtönen und nach oben heller bis weiß erstrahlen lassen. So sieht es der Lichtmasterplan vor, den sich die Stadt vom Studio DL Creative Light Design in Hildesheim hat erstellen lassen. Aus gutem Grund, wie Olga Westermann, ihres Zeichens Landschafts- und Freiraumplanerin, jetzt den Politikern erklärte. Denn, so hielt sie fest: „Remscheid ist heute nicht überbeleuchtet.“

Baudezernent Peter Heinze ist sich sicher, dass genügend Mittel zur Verfügung stehen.

Der Lichtmasterplan ist Teil des Programms zur Revitalisierung der Remscheider Innenstadt, mit dem in den nächsten Jahren vom Land NRW zunächst 15 Millionen Euro nach Remscheid fließen sollen. Dabei ist das Lichtkonzept selbst millionenschwer. Mehr als 3 Millionen Euro wird die Umsetzung aller Vorschläge zur Beleuchtung von Stadteingängen, historischen Gebäuden, Plätzen, Grünräumen, Fußgängerbereichen, Unterführungen und Straßen im Stadtgebiet kosten.

Baudezernent zeigt sich sicher: Geld ist genug da

In einem ersten Schritt sollen 470 000 Euro investiert werden. Davon entfallen 360 000 auf die 60 Stelen auf der Allee, die Fassadenbeleuchtung und die Erneuerung der Weihnachtsbeleuchtung. Die Kabel, die heute quer über der Allee baumeln, nannte die Planerin aus Hildesheim abenteuerlich.

Standpunkt von Leon Hohmann

„Aber sie hängt“, hielt Ralf Wieber, Mitglied der Bezirksvertretung Alt-Remscheid, dagegen. Schon am Mittwoch kritisierte der Christdemokrat und Vorsitzende des Marketingrates sowie Geschäftsführer der Immobilien- und Standortgemeinschaft gegenüber dem RGA die geplanten Ausgaben. Statt den Friedrich-Ebert-Platz zu sanieren, brauche die Alleestraße Hilfe.

Lesen Sie auch: 2020 soll Innenstadt-Umbau richtig Schwung aufnehmen

Doch bei den 15 Millionen Euro soll noch lange nicht Schluss sein. So jedenfalls ließ sich Baudezernent Peter Heinze vernehmen. „Es gibt keine Obergrenze“, erklärte er den staunenden Politikern. Auch bei ihrem Besuch in Remscheid am 9. Mai habe NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) „in Aussicht gestellt, dass kein gutes städtebauliches Projekt an Geldmangel scheitern werde.“

Allenthalben werde die Stadt ermutigt, das Geld zu beantragen. „Wir wären dumm, wenn wir es nicht täten“, hielt Heinze fest. Es stünden „so viele Mittel wie nötig zur Verfügung“.

Unumstritten ist der Lichtmasterplan dennoch nicht. Beatrice Schlieper (Grüne) und Fritz Beinersdorf (Linke) mahnten: Was bedeutet die nächtliche Illumination unter dem Stichwort Lichtverschmutzung für Insekten und Vögel?

LICHTMASTERPLAN

SICHERHEIT Das Lichtkonzept, das die Stadt verfolgt, ist auch eine Reaktion auf den Ruf nach mehr Sicherheit. In den Abendstunden gilt die menschenleere Allee bei vielen Menschen als Angstraum.

SICHTBARKEIT Für mehr Aufenthaltsqualität soll die Stadt sichtbarer werden. Das gilt insbesondere für ihre historischen Gebäude wie das Rathaus und die Stadtkirche.

Olga Westermann antwortet ohne Umschweife. Die Politiker müssten sich schon entscheiden: „Wollen Sie eine Fußgängerzone für die Menschen schaffen oder für die Bienen?“ Die daraufhin erzürnte Beatrice Schlieper mochte das nicht stehen lassen. Am Ende aber stimmte auch sie mit der großen Mehrheit für das Beleuchtungskonzept, das am 4. Juli vom Stadtrat beschlossen werden soll.

Dort werden auch Jugendliche der Klimabewegung „Fridays for Future“ zugegen sein. Oberbürgermeister Burkhard Mast-Weisz kündigte an, dass es eine kontroverse Sitzung werden könnte.

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