Landtagswahl 2022

Podium: Politiker treffen auf junge Unternehmer

In vielen Punkten einig – aber nicht in allen: Die Landtagskandidaten Jens Nettekoven (CDU), Torben Clever (FDP) und Sven Wolf (SPD, v.l.) diskutierten im Ratssaal mit den Wirtschaftsjunioren
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In vielen Punkten einig – aber nicht in allen: Die Landtagskandidaten Jens Nettekoven (CDU), Torben Clever (FDP) und Sven Wolf (SPD, v.l.) diskutierten im Ratssaal mit den Wirtschaftsjunioren.

Podiumsdiskussion der Wirtschaftsjunioren zur anstehenden Landtagswahl.

Von Sven Schlickowey

Remscheid. Wie schon im Vorfeld der Kommunalwahl vor zwei Jahren nutzten die Remscheider Wirtschaftsjunioren auch kurz vor der Landtagswahl Mitte Mai eine ihrer regelmäßigen Hauptveranstaltungen für einen Austausch mit einigen der Kandidaten. Im Ratssaal des Rathauses stellten sich Jens Nettekoven (CDU), Sven Wolf (SPD) und Torben Clever (CDU) den Fragen der jungen Unternehmer und Führungskräfte. Und von RGA-Lokalchef Axel Richter, der die Veranstaltung moderierte. David Schichel (Grüne) und Peter Lange (Linke) waren auch eingeladen, hatten aber abgesagt.

Landtagswahl

Dabei demonstrierten die drei Kandidaten, zwei von ihnen gehören bereits dem NRW-Landtag an, in vielen Punkten Einigkeit. Das Scheitern des DOC sei „kein gutes Signal“, befand Jens Nettekoven. Dass der ganze Planungsprozess so lange gedauert hat, auch nicht, ergänzte Sven Wolf: „All diese Entscheidungen müssen wesentlich schneller getroffen werden.“ Das Gelände in Lennep müsse nun „in einem Guss entwickelt werden“, betonte Torben Clever: „Wir brauchen keine Schnellschüsse.“

Landtagswahl 2022 in Remscheid: Kandidaten, Ergebnisse, Wahlkreis

Alle drei betonten die Stärken der Stadt und des ganzen Bergischen Landes. „Wir müssen deutlicher machen, dass das eine besondere Region ist, die was kann“, sagte Wolf. Es gelte, „das, was man hat, in den Fokus zu rücken“, machte Nettekoven deutlich. Dabei könne man eine Vorreiterrolle beim Transformationsprozess des produzierenden Gewerbes einnehmen, schlug Clever vor.

Auch bei Themen wie der Verkehrsanbindung an Düsseldorf, den von der Verwaltung vorgeschlagenen Luftpumpenstationen (Clever: „Da sehe ich nicht, dass das etwas ist, was wir kurzfristig brauchen.“), dem geplanten Dritten Ort auf der unteren Allee (Nettekoven: „Einen Versuch ist es wert.“) und sogar bei der Frage, ob die Bundesrepublik schwere Waffen an die Ukraine liefern sollten, widersprachen sich die drei Politiker kaum.

„Wir brauchen keine Schnellschüsse“

Torben Clever (FDP) zu den Nachfolge-Planungen zum DOC

Wenn die Ukrainer um Panzer bitten, seien sie wohl auch in der Lage, diese zu bedienen, sagte Jens Nettekoven, selbst Bundeswehr-Offizier. „Die kämpfen da nicht nur für sich, die kämpfen für uns alle“, erklärte Torben Clever. Während Sven Wolf daneben auch auf andere Mittel setzen will: „Natürlich müssen wir unabhängig werden von Energie aus Russland.“

„Wir müssen deutlicher machen, dass das eine besondere Region ist, die was kann.“

Sven Wolf (SPD) über das Bergische Land

Differenzen waren an diesem Abend selten – aber es gab sie. Als Sven Wolf den Namen der NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer, die wegen ihrer Corona-Politik in die Kritik geraten war, fallen ließ, verteidigte Clever seine Parteifreundin: „Da gab es das eine oder andere Kommunikationsproblem, aber sie macht gute Politik.“ Auch Wolfs Bemerkung, Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart lehne sich nur zurück und vertraue auf die „unsichtbare Hand“, ließ Torben Clever nicht auf sich sitzen: „Der Vorwurf, dass in den letzten Jahren zu wenig Wirtschaftspolitik gemacht wurde, hat die SPD exklusiv.“

„Einen Versuch ist es wert.“

Jens Nettekoven (CDU) zum „Dritten Ort“ auf der Alleestraße

Man wünsche sich einen „lockeren Austausch“, hatte Thomas Strycker von den Wirtschaftsjunioren zu Beginn der Veranstaltung gesagt: „Wann hat man schon mal die Chance, mit den Profis direkt zu sprechen?“ Der Vorteil einer vergleichsweise kleinen Stadt wie Remscheid sei, dass man viel leichter mit der Politik ins Gespräch komme als in den Metropolen.

Rund zwei Stunden nutzten die Wirtschaftsjunioren diese Gelegenheit. Und auch die Kandidaten hatten offensichtlich ihren Spaß daran. Sie alle seien „leidenschaftliche Demokraten“, bekannte Sven Wolf: „Wir streiten uns auch mal gerne in der Sache.“ Auch wenn das an diesem Abend eher ein wenig kurz kam.

Hintergrund

Die Wirtschaftsjunioren Remscheid, kurz WiJus, sind ein Zusammenschluss von jungen Unternehmerinnen und Unternehmern sowie leitenden Angestellten. Der Verein wurde 1951 gegründet und zählt aktuell rund 40 Mitglieder aus allen Bereichen der heimischen Wirtschaft. Zu den Vereinsaktivitäten gehören monatliche Treffen, die sogenannten Hauptveranstaltungen.

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